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Königsblaue Infusion: So bringt Stevens Schalke wieder in die Spur

Königsblaue Infusion: So bringt Stevens Schalke wieder in die Spur

15/03/2019 um 15:56

Huub Stevens ist beim FC Schalke 04 zurück auf der Trainerbank. Zusammen mit seinem Co-Trainer Mike Büskens soll er das Ruder in Gelsenkirchen noch herumreißen, besser gesagt: Die ohnehin verkorkste Saison noch irgendwie retten. Keine leichte Aufgabe angesichts der Unruhe auf Schalke. Wie also soll der Feuerwehrmann die Königsblauen einmal mehr retten? Am Freitag stellte er seinen Plan vor.

Die Abstimmung zwischen Jochen Schneider und Huub Stevens über die richtigen Sitzplätze auf dem Podium lief noch etwas holprig. Wer von uns beiden soll in der Mitte sitzen, und wer links außen – sagte der fragende Blick des 65-jährigen Stevens, der wegen der zunehmend dramatischen Lage beim FC Schalke 04 bis zum Saisonende den Job als leitender Coach übernimmt.

Der 17 Jahre jüngere Schneider, als neuer Sportvorstand des Revierklubs selbst erst seit zwei Wochen im Amt, nahm schließlich auf dem Hocker am linken Bühnenrand Platz – und beorderte Stevens mit einem kurzen, ernsten Nicken ins Zentrum.

Maßnahme eins: Königsblaue Infusion

Ein Fall für Stevens, der in der Vergangenheit auf seinen zahlreichen Trainerstationen den Hamburger SV und den VfB Stuttgart (zwei Mal) vor dem Abstieg bewahrte und dem wankenden Revierklub in seiner dritten Trainerschleife dort als erste Maßnahme eine königsblaue Infusion anlegen wird.

"Leipzig spielt guten, schnellen Fußball, das wissen wir. Wir werden versuchen, darauf eine Antwort zu finden – aber das Wichtigste ist erst einmal das 'Wir'", betont Stevens. Zu seinem Wiedereinstieg will der Fußballlehrer, der die Gelsenkirchener vor 22 Jahren zum Triumph im Uefa-Pokal führte, die Tugenden sehen, "die auf Schalke gefragt sind". Als da wären: "Kampfbereitschaft und Leidenschaft."

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Maßnahme zwei: Schulterschluss mit den Fans

Das völlig verloren gegangene Wir-Gefühl plant der Übungsleiter aus den Niederlanden dabei ausdrücklich auch jenseits der Kabinentür wieder an Land zu ziehen.

"Wir wissen, in was für einer prekären Lage wir sind. Das gilt nicht nur für die Spieler, sondern für alle Beteiligten, für den ganzen Verein", richtet Stevens, der sein Amt als Mitglied im S04-Aufsichtsrat nach Saisonende wieder in vollem Umfang aufnehmen wird, vor allem an die zuletzt ausgesprochene wilde und ungnädige Anhängerschaft.

"Auch die Fans sind gefragt", sagt er unmissverständlich und wünscht sich, "dass wir wieder eine Familie sind".

Maßnahme drei: Positive Stimmung erzeugen

Die zuletzt katastrophale Stimmung in der blau-weißen Welt versucht die Klubspitze nun auf die klassische Art zum Guten zu wenden: Mit S04-Jahrhunderttrainer Huub Stevens hält wieder einmal ein Mann aus früheren, glorreichen Tagen den Kopf in den Sturm, frisch unterstützt von den ähnlich positiv besetzten Klub-Gesichtern Mike Büskens (Co-Trainer) und Gerald Asamoah (Team-Manager).

Zumindest nicht für Huub Stevens, der beim Antritt zu seinem Himmelfahrtskommando zu bedenken gab: "Ich war in den letzten Wochen nicht in der Kabine, ich war nicht beim Training. Es ist schwierig, die Lage nur mit meinem Eindrücken von der Tribüne aus einzuschätzen. Deswegen werde ich in den nächsten Tagen viele Gespräche führen – auch mit Domenico."

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