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Wölfe abgeschossen: Stuttgart macht Relegation perfekt

Wölfe abgeschossen: Stuttgart macht Relegation perfekt

11/05/2019 um 17:19Aktualisiert 11/05/2019 um 18:28

Der VfB Stuttgart hat sich mit einem Sieg gegen den VfL Wolfsburg am vorletzten Bundesliga Spieltag den 16. Platz und damit die Relegation gesichert. Beim 2:0 (1:0)-Heimerfolg traf Gonzalo Castro noch kurz vor der Halbzeit zur Führung (45.+1 Minute). In der zweiten Hälfte machten Anastasios Donis (55.) und Daniel Didavi (83.) den wichtigen Dreier für die Stuttgarter perfekt.

So lief das Spiel:

Die Schwaben begannen nervös. Sie spielten in den ersten Minuten einige Fehlpässe, es dauerte aber nicht lange, bis sie besser ins Spiel kamen und aktiver wurden. In einer von Spannung geprägten ersten Hälfte befanden sich beide Mannschaften auf Augenhöhe. Die Anzahl der Ballaktionen sowie die Zweikampfquoten waren ausgeglichen. Stuttgart kam öfter zum Abschluss (8:5), fünfmal davon jedoch lediglich außerhalb des Strafraums. Die "Wölfe" kamen gar nur einmal innerhalb der Box zum Abzug.

Kurz vor dem Pausenpfiff ging Stuttgart etwas glücklich in Führung. Benjamin Pavard flankte aus dem rechten Halbfeld hoch nach innen, wo William es nicht schaffte, den Ball aus der Gefahrenzone zu befördern. Er landete bei Anastasios Donis, der in halblinker Position einige Schritte in Richtung Zentrum machte und auf Gonzalo Castro querlegte. Dieser zog aus 19 Metern direkt wuchtig ab. Das Spielgerät wurde doppelt abgefälscht und prallte links oben an den Innenpfosten, von wo aus es zum 1:0 über die Linie flog (45.+1).

Es waren erst wenige Minuten im zweiten Durchgang gespielt, ehe VfB-Coach Nico Willig erstmals personell tauschte, indem er Daniel Didavi für Alexander Esswein brachte (53.). Dieser Wechsel zahlte sich bereits nach kurzer Zeit aus, da Didavi nach toller Einzelleistung mustergültig nach innen flankte und das 2:0 vorbereitete: Er tankte sich auf dem linken Flügel gegen zwei Wolfsburger durch und gab halbhoch auf den ersten Pfosten. Dort lenkte Donis den Ball per Direktabnahme flach ins lange Eck (55.).

Anschließend hatte der Gastgeber alles unter Kontrolle. Er ließ hinten kaum Lücken aufkommen und verdiente sich die Führung. Den Wolfsburgern fehlte es an Kreativität im Offensivspiel. Sie hatten nach dem Seitenwechsel lediglich drei Schüsse und positionierten keinen davon aufs Tor.

In der Schlussphase sorgte Joker Didavi für die endgültige Entscheidung. Die Stuttgarter kombinierten sich auf der rechten Seite über Pavard und Christian Gentner klasse nach innen. Letzterer bediente Didavi im Strafraum, wo dieser quer nach innen dribbelte und aus elf Metern zum 3:0-Endstand ins kurze Eck schoss (83.).

Die Stimmen:

Thomas Hitzlsperger (Sportvorstand VfB Stuttgart): "Innerhalb von einer Woche sieht man eine ganz andere Mannschaft - vom Auftreten, wie sie kämpfen, füreinander da sind, sich in alles reinwerfen. Und da bin ich jetzt schon begeistert. Wir haben viele Enttäuschungen erlebt, aber das was ich heute gesehen habe, ist eigentlich das Beste seit ich hier bin."

Nico Willig (Trainer VfB Stuttgart): "Wir wollen die Leistung von heute auch in den nächsten zwei Wochen hinbekommen, dafür brauchen wir die Fans und eine Mannschaft, die diesen Hunger, diese Gier hat und auch diese Laufstärke wie heute. Wir brauchen Top-Leistungen, damit wir unser großes Ziel erreichen, in der Liga zu bleiben."

Daniel Didavi (VfB Stuttgart): "Ich denke Relegation ist nie positiv, weil, dann hast du keine gute Saison gespielt. Für mich ist es jetzt wahrscheinlich - oder sicher - das dritte Mal. Aber in unserem Fall ist es, denke ich, nach so einer Saison eher etwas Positives."

Bruno Labbadia (Trainer VfL Wolfsburg): "Wir werden aufarbeiten, was uns gefehlt hat, das dann abhaken und die Mannschaft wieder fokussieren. Wir haben die Möglichkeit aufs internationale Geschäft und haben es in der eigenen Hand. Damit war nicht zu rechnen, und von daher gehen wir sehr positiv ran."

Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg): "Ich glaube einfach, dass Stuttgart sehr, sehr gut gespielt hat - sehr gut verteidigt hat. Wir haben Stuttgart voll in die Karten gespielt. Viel zu viele leichte Ballverluste, viele 50/50-Bälle verloren. Und so kann man hier heute nicht gewinnen."

Der Tweet zum Spiel:

Zufriedenheit mit der eigenen Mannschaft sieht definitiv anders aus. Zudem wurden die Stuttgarter Akteure vor Spielbeginn mit Pfiffen aufs Feld begleitet. Im Laufe der Partie wurde die VfB-Elf allerdings zunehmend lautstark unterstützt.

Das fiel auf: Umgekehrte Ausgangslage

In der Vorsaison belegten die "Wölfe" nach 32 gespielten Partien den Relegationsplatz, Stuttgart war Achter und kämpfte um das internationale Geschäft. In dieser Spielzeit sah es andersherum aus: Wolfsburg reiste als Siebter mit guten Chancen auf den Europapokal ins Schwabenland, der VfB besetzte Rang 16. Die Tabellenplätze beider Vereine veränderten sich nach Beendigung der Samstagspartien nicht - auch das morgige Duell zwischen Eintracht Frankfurt und dem 1. FSV Mainz 05 (um 18:00 Uhr im Liveticker) ändert daran nichts.

Die Statistik: 3

Für Didavi steht die dritte Relegation in Folge an (zwei mit dem VfB, eine mit Wolfsburg). In den jüngsten sechs Jahren hatte der Erstligist stets das bessere Ende für sich, indem er gegen den Tabellendritten der zweiten Liga die Klasse sicherte.

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