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TSG Hoffenheim schlägt FC Augsburg dank Nelson-Tor

Hoffenheim jubelt dank Joker Nelson: "Der Motor hat ein bisschen gebraucht"

10/11/2018 um 18:09Aktualisiert 10/11/2018 um 18:16

Die TSG Hoffenheim kam am 11. Bundesliga-Spieltag zuhause gegen den FC Augsburg zu einem 2:1 (0:0)-Erfolg. Andrej Kramarić brachte die Gastgeber vor 27.000 Zuschauern in der Wirsol Rhein-Neckar-Arena in Führung (65.), doch Alfreð Finnbogason gelang nur vier Minuten später (69.) der Ausgleich. Joker Reiss Nelson sorgte schließlich 93 Sekunden nach seiner Einwechslung für die Entscheidung (83.).

So lief das Spiel:

Die Hoffenheimer agierten in einer defensiven Viererkette, bei der Nico Schulz und Pavel Kadeřábek die Außenverteidiger-Positionen einnahmen. Es war nicht unbedingt damit zu rechnen, dass Håvard Nordtveit nicht in, sondern vor der Abwehr als Sechser fungierte. FCA-Coach Manuel Baum stellte im Vergleich zum 2:2 gegen Nürnberg weder personell noch die Grundformation um.

Beide Mannschaften setzten den Fokus auf eine kompakte Defensive und die Fehlervermeidung. Dementsprechend neutralisierten sich beide über weite Strecken im Mittelfeld, weswegen in den ersten 45 Minuten nicht allzu viel Torgefahr entstand. Sowohl Hoffenheim als auch Augsburg platzierten im ersten Durchgang jeweils nur zwei Schüsse aufs Tor - die Gäste verfehlten das Ziel siebenmal, die Kraichgauer fünfmal. Die Ballbesitzphasen waren ziemlich ausgeglichen, die bayerischen Schwaben waren etwas zweikampfstärker (56 Prozent gewonnene Duelle).

In der zweiten Halbzeit wurde das Tempo auf beiden Seiten erhöht. In der stark von Taktik geprägten Partie kassierten die Augsburger in ihrer offensiv aktivsten Phase das 0:1: Phlipp Max tauchte unbedrängt links im Kraichgauer Strafraum auf und scheiterte mit seinem Flachschuss am stark parierenden Oliver Baumann. Der Ball landete bei Finnbogason, der aus halbrechter Position an den Pfosten hämmerte. Der Gastgeber initiierte anschließend einen Konter: Joelinton schirmte den Ball im linken Halbfeld ab, drang in die Box ein und schob quer auf Kramarić, der flach rechts unten zum 1:0 traf (65.).

Die passende Antwort der Augsburger ließ nicht lange auf sich warten. Vier Minuten nach dem Gegentreffer spielte Marco Richter einen tollen Steckpass steil in die linke Sechzehnerhälfte auf Finnbogason, der über den herauslaufenden Baumann hinweg zum 1:1 ins Netz lupfte.

Danach verflachte das Spiel zunächst etwas, doch TSG-Trainer Julian Nagelsmann hatte ein goldenes Händchen und wechselte in der Schlussphase den Siegtorschützen ein: Der Joker stach bereits nach 93 Sekunden. ÁdámSzalai wurde an der Sechzehnergrenze von Kerem Demirbay bedient und schoss wuchtig flach auf die linke Torecke. Keeper Andreas Luthe wehrte zur Seite ab, wo Reiss Nelson den Ball mühelos aus kurzer Distanz zum 2:1-Endstand über die Linie drückte (84.).

Die Stimmen:

Julian Nagelsmann (TSG Hoffenheim): "Wir wollten den Gegner mit einer Viererkette überraschen. Der Gegner hat uns aber auch überrascht und hat tief verteidigt. So war dann auch die erste Hälfte von der Taktik geprägt - ohne große Highlights. Nach dem Champions-League-Spiel hat der Motor ein bisschen gebraucht, um anzulaufen, aber wir haben das ordentlich gemacht. Beim Siegtreffer behauptet sich Szalai sehr gut und Nelson beweist seinen Torriecher. Es war heute kein hochverdienter Sieg, aber ganz unverdient war es am Ende auch nicht. Ich bin stolz auf die Jungs, dass sie das gepackt haben."

Vincenzo Grifo (TSG Hoffenheim): "Wir hatten am Ende mehr Platz und haben alles probiert, um den vierten Sieg in der Liga in Folge einzufahren. Das hat hervorragend geklappt."

Manuel Baum (Trainer FC Augsburg): "Ich bin richtig angefressen. Wir hätten mindestens einen Punkt, wenn nicht sogar mehr, mitnehmen müssen. Wir müssen uns in der Offensive und der Defensive an die eigene Nase packen. Mit einer Niederlage nach Hause zu fahren - das ist katastrophal. Daran sind nur wir schuld."

Daniel Baier (FC Augsburg): "Ob das Ergebnis gerecht war oder nicht, ist egal, das interessiert morgen keinen mehr. Wir hätten diese Partie nicht verlieren müssen, denn wir waren gut drin im Spiel. Allerdings haben wir es nicht geschafft, zu null zu spielen - und dann verlierst du eben."

Alfreð Finbogasson (FC Augsburg): "Es war mehr drin. Wir haben unsere Chancen und Konter nicht gut genug ausgespielt in der zweiten Halbzeit. Da hätten wir mehr Tore machen und das Spiel gewinnen müssen.

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Ungeschlagen gegen seinen Ex-Verein

Nagelsmann wurde in der Nähe von Augsburg (Landsberg am Lech) geboren und kickte bis 2002 in der Jugend des FCA, ehe er zum TSV 1860 München wechselte. Im Sommer 2007 kehrte er zu den Fuggerstädtern zurück, musste seine Karriere allerdings in der zweiten Mannschaft verletzungsbedingt nach nur einem halben Jahr beenden. Er blieb dem FC Augsburg II, der damals von Thomas Tuchel trainiert wurde, treu, indem er als Scout fungierte. Diesmal stand Nagelsmann seinem ehemaligen Arbeitgeber im deutschen Fußball-Oberhaus zum sechsten Mal gegenüber - verloren hat er dabei noch nie (vier Siege, zwei Unentschieden).

Die Statistik: 8

Hoffenheim blieb auch im achten Erstliga-Heimspiel gegen Augsburg ungeschlagen (vier Dreier, vier Remis). Lediglich gegen Hannover 96 hat die TSG eine noch bessere Bilanz (neun ungeschlagene Partien im eigenen Stadion).

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