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Köln trennt sich von Trainer Beierlorzer

Köln trennt sich von Trainer Beierlorzer
Von Eurosport

09/11/2019 um 13:53Aktualisiert 09/11/2019 um 14:50

Der 1. FC Köln hat sich von Trainer Achim Beierlorzer getrennt. Das gab der Bundesligist am Samstag bekannt. Nach einem schwachen Saisonstart und aktuell Tabellenplatz 17 muss der 51-Jährige seine Koffer packen. Erst im Sommer hatte Beierlorzer den Posten bei den Kölnern übernommen. Nur sieben Punkte aus zehn Spielen waren den Verantwortlichen aber zu wenig.

Über die Zukunft von Achim Beierlorzer wurde ohne Achim Beierlorzer diskutiert - und am Ende war sein 132. Tag als Trainer des 1. FC Köln auch der letzte. Der Aufsteiger hat sich nach dem bitteren 1:2 (1:0) gegen die TSG Hoffenheim von seinem Coach getrennt, das teilte der Klub am Samstagnachmittag mit. Andre Pawlak und Manfred Schmid übernehmen zunächst die Betreuung der Mannschaft.

"Ich bedauere es, dass wir uns zu diesem Schritt gezwungen sehen, denn wir schätzen Achim Beierlorzer sehr. Jedoch ist der erhoffte sportliche Erfolg bisher ausgeblieben und es ist unsere Aufgabe, alles dafür zu tun, dass der FC seine Ziele erreicht", sagte Frank Aehlig.

Köln sucht Trainer für Neustart

Der bisherige Leiter der Lizenzspieler-Abteilung steht seit Freitagabend plötzlich in der ersten Reihe, weil der FC auch keinen Sportchef mehr hat: Armin Veh, dessen Abschied zum Saisonende längst feststand, beendete sein Engagement quasi mit dem Schlusspfiff offiziell.

Man arbeite ab sofort daran, "einen neuen Cheftrainer für den FC zu finden, der mit unserem Team einen Neustart und die sportliche Wende schafft", so Aehlig. Von Bruno Labbadia erhielten die aber schon eine erste Absage. "Ich habe Bruno angerufen", bestätigte der neue sportliche Leiter Aehlig, "er hat mir aber gesagt, dass es für ihn im Moment keine Option ist." Labbadia wäre für ihn ein möglicher Kandidat gewesen.

Ungeachtet der Entwicklung sei es ihm wichtig zu betonen, "dass Achim Beierlorzer ein hoch kompetenter Trainer ist und mit seiner offenen, kommunikativen Art sowohl intern als auch nach außen bis zuletzt ein Sympathieträger war", sagte Aehlig. Beierlorzer betonte im Klub-Statement:

"Ich habe mich in diesem tollen Verein zu jeder Zeit wohl gefühlt. In einem guten Arbeitsumfeld konnte ich mit der Mannschaft zu jedem Zeitpunkt konstruktiv zusammenarbeiten."

Krisensitzung am Samstagvormittag

Anstelle von Veh mussten andere über die Entlassung des Coaches entscheiden. Aehlig sagte das Vormittagstraining kurzfristig ab, um "mit allen Beteiligten zu sprechen, zu erfahren, was sie denken und fühlen".

Zunächst war Jonas Hector in der kalten Morgenluft am Geißbockheim vorgefahren, der Nationalspieler sollte für die Profis sprechen. Auch die Co-Trainer trafen ein, dann Aehlig und Finanzgeschäftsführer Alexander Wehrle. Beierlorzer selbst wurde nicht gesichtet, der 51-Jährige hatte aber schon am Freitagabend geahnt, dass er nichts mehr ausrichten kann.

Denn er hatte auch sein "Endspiel" verloren, unglücklich und auf dramatische Weise in der achten Minute der Nachspielzeit zwar. Doch am Ende stand die achte Niederlage im elften Saisonspiel. "Ob ich um meinen Job kämpfen werde?", blaffte er nach dem Schlusspfiff:

"Ich weiß nicht wie das aussehen sollte. Diese Sache ist eine Entscheidung des Vereins. Ich habe das nicht mehr in der Hand."

Köln gegen TSG nicht für Mut belohnt

Dabei hatte die Kölner Mannschaft in der Tat ihren Trend fortgesetzt: Für ihre Leistung gegen einen starken Gegner bekam sie Komplimente. Aber eben keine Punkte. Der FC trat überzeugt und mutig auf, attackierte früh und ging durch Jhon Cordoba (34.) verdient in Führung. In der zweiten Hälfte brachten eigene Fehler jedoch zunächst Unsicherheit, dann den Ausgleich durch Sargis Adamyan (48.).

Und das 1:2 gab dann wieder mal Gelegenheit, mit den Ungerechtigkeiten des Fußballs zu hadern. Nach Videobeweis entschied Schiedsrichter Robert Kampka (Mainz) weit nach Ablauf der 90 Minuten auf Foulelfmeter für die TSG, Jürgen Locadia (90.+8) verwandelte. Die Entscheidung war korrekt, dennoch fühlte man sich beim FC verraten, vom Schicksal zumindest.

Der zweitschlechteste Saisonstart der Vereinsgeschichte hat aber andere Gründe. Köln hat die ligaweit schwächste Offensive und kassiert im Schnitt zwei Tore pro Spiel - und hat neben den guten aber ertraglosen Auftritten gegen die Topteams auch absolute Aussetzer geliefert, etwa gegen Hertha BSC (0:4), Fortuna Düsseldorf (0:2) und im Pokal beim Viertligisten 1. FC Saarbrücken (2:3).

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