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Weltmeister, Absteiger, Durchstarter: Darum beißt sich Pavard bei Bayern fest

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Benjamin Pavard ist Stammspieler beim FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

VonPeer Kuni
03/06/2020 Am 11:22 | Update 03/06/2020 Am 12:22

Benjamin Pavard hat in seiner noch jungen Profikarriere schon viel erlebt. Bereits mit 20 Jahren wechselte er aus Frankreich nach Deutschland, wurde mit der Nationalmannschaft 2018 Weltmeister und stieg ein Jahr später mit dem VfB Stuttgart in die zweite Liga ab. Beim FC Bayern hat der Franzose sich festgespielt und überzeugt hinten rechts. Aus einer Notlösung wurde ein Dauerbrenner. Mit Zukunft.

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Auch in dieser Höhe verdient hat der D-Zug FC Bayern die bemitleidenswerten Gäste von Fortuna Düsseldorf am 29. Spieltag der Bundesliga aus der Allianz Arena geschossen. Besonders in den Vordergrund spielte sich dabei einmal mehr das formal als Außenverteidiger-Zange aufgestellte Duo aus Alphonso Davies und Benjamin Pavard.

Zusammen erzielten die offensivstarken Dauerläufer "zweieinhalb" der fünf Bayern-Tore. Denn sowohl Davies zum 5:0-Endstand (52.) als auch zuvor Pavard (29.) zum zwischenzeitlichen 2:0 waren erfolgreich. Zudem wertete die DFL einen von Düsseldorfs Mathias Jörgensen abgefälschten Schuss Pavards als Eigentor.

"Dass sich beide Außenverteidiger ins Offensivspiel einbringen, ist aktuell eine große Qualität von uns", lobte Bayern-Trainer Hansi Flick sein junges Duo. Während sich medial fast die gesamte Aufmerksamkeit auf Davies richtet, glänzt Pavard eher im Hintergrund. Dafür aber umso überzeugender.

FC Bayern: Pavard auf den Spuren von Tarnat

Bereits vier Tore und vier Vorlagen stehen für Pavard in dieser Saison zu Buche. Der letzte Abwehrspieler, der in seiner ersten Saison bei den Münchnern offensiv so gut einschlug, war Michael Tarnat in der Saison 1997/1998. Damals brachte es "Tanne" auf fünf Treffer und sechs Vorlagen in der Bundesliga. Eine Marke, die Pavard noch toppen kann.

Überhaupt ist der Franzose eine Konstante im Team der Bayern. Er absolvierte bislang alle Champions-League-Spiele und auch alle Partien im DFB-Pokal über 90 Minuten. In der Bundesliga war er in 27 von 29 Begegnungen dabei, verpasste nur die Duelle zuhause gegen den SC Paderborn (gelbgesperrt) und bei Borussia Mönchengladbach. Nach Manuel Neuer und Joshua Kimmich hat der 24-Jährige die meisten Minuten aller FCB-Profis auf dem Buckel.

Sorgen beim FC Bayern für Schwung und Torgefahr von außen: Benjamin Pavard (rechts) und Alphonso Davies

Fotocredit: Getty Images

"Benji ist ein Spieler, der sehr konstant spielt. Man kann sich immer 100 Prozent auf ihn verlassen", betonte Flick nach dem Erfolg gegen Düsseldorf. Das zeigen auch die Passwerte Pavards. Der Franzose beeindruckte gegen die Fortuna mit einer Traumquote von 97 Prozent angekommener Pässe. Zudem gab er für einen Verteidiger stolze vier Torschüsse ab.

FC Bayern: Hoeneß adelt Pavard

Dass Pavard beim FC Bayern in seiner ersten Saison so einschlägt, hätten wohl die wenigsten vermutet. Auch weil er defensiv zu Saisonbeginn noch Schwächen zeigte und bei einigen Gegentoren zu weit weg vom Gegenspieler stand.

Der damalige Bayern-Präsident Uli Hoeneß war allerdings bereits kurz nach Saisonbeginn überzeugt vom französischen Weltmeister. "Er zeigt jetzt schon nach ein paar Wochen, dass er einer der besten Transfers werden wird, die wir je gemacht haben", erklärte der heutige Ehrenpräsident damals. Pavard scheint auf bestem Weg dahin.

Denn nicht nur offensiv weiß der ehemalige Stuttgarter zu überzeugen. Auch in der Defensive trägt er mittlerweile maßgeblich dazu bei, dass sich die Bayern im Schnitt weniger als ein Gegentor pro Bundesligapartie fangen (28 Gegentreffer in 29 Spielen) und klar auf Meisterschaftskurs sind.

Bayern-Trainer Hansi Flick vertraut hinten rechts auf Benjamin Pavard

Fotocredit: Imago

Die Unsicherheiten zu Saisonbeginn waren wohl der Tatsache geschuldet, dass Pavard sich in einem neuen Team an eine neue Position gewöhnen musste. Denn beim VfB bekleidete er zumeist die Innenverteidiger-Position.

FC Bayern: Pavard ist unverzichtbar

Daher galt Pavard zu Beginn auch nur als Notlösung hinten rechts. Ex-Bayern-Coach Niko Kovac entschied sich, den bisherigen Stammrechtsverteidiger Kimmich ins Mittelfeld zu ziehen, so entstand die Lücke rechts in der Viererkette, die der Weltmeister dann füllte.

Pavard trat damit ein großes Erbe beim FC Bayern an, denn schließlich waren vor Kimmich die Vereinslegenden Philipp Lahm und Willy Sagnol auf der Rechtsverteidiger-Position zuhause.

Dass Pavard auf dem besten Weg ist, in die Fußstapfen dieser Ikonen zu treten, zeigt das Vertrauen von Flick und den Bayern-Verantwortlichen. Mit Álvaro Odriozola (Leihe bis Saisonende von Real Madrid) wurde im Winter ein Kontrahent verpflichtet, der für Konkurrenz sorgen sollte. Bislang kommt der Spanier allerdings nur auf drei Pflichtspiele mit insgesamt 98 Minuten.

Der Grund ist simpel: Pavard ist hinten rechts für Hansi Flick und den FC Bayern München unverzichtbar.

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