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"Ein Dämpfer, aber kein K.o.-Schlag!" Werder bleibt trotz bitterer Pleite cool

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Mitten im Abstiegskampf: Coach Florian Kohfeldt und der SV Werder Bremen

Fotocredit: Imago

VonThomas Schurl
03/06/2020 Am 22:04 | Update 03/06/2020 Am 22:04
@schoerlsn

Der SV Werder Bremen musste nach zwei Siegen und einem Remis im Abstiegskampf einen Rückschlag einstecken. Die Hanseaten verloren das Bundesliga-Nachholspiel vom 24. Spieltag gegen Eintracht Frankfurt zuhause mit 0:3 (0:0). André Silva (61.) und Stefan Ilsanker (81., 90.) sorgten für die Entscheidung. Werder-Coach Florian Kohfeldt blieb dennoch cool. Die Niederlage sei "kein K.o.-Schlag".

So lief das Spiel:

Die Eintracht aus Frankfurt attackierte gleich zu Beginn sehr hoch in der Hälfte der Gastgeber und lancierte so frühe Ballverluste der Bremer. Schon in der Anfangsphase konnte man erkennen, dass es beiden Teams klar war, um wie viel es in dieser Partie ging.

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Die raue Spielweise musste demnach auch schon früh von Schiedsrichter Patrick Ittrich aus Hamburg geahndet werden und so sah Bartels, der in einem Zweikampf gegen Gacinovic deutlich zu spät kam, bereits in der 3. Minute die erste Gelbe Karte.

Auch in der Folge musste der Schiedsrichter in viele Szenen eingreifen, weshalb ein richtiger Spielfluss nicht wirklich zustande kam. Nach gut 25 Minuten wurde Werder dann stärker und erspielte sich durch gute Pässe in die Tiefe, meist auf Selke, etliche Chancen - etwas Zählbares sprang dabei jedoch nicht heraus.

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Nach einem hohen Ball auf Klaassen wollte sich dieser in der 35. Minute im Strafraum der Eintracht gegen Abraham behaupten. Kurz darauf ertönte ein Pfiff des Schiedsrichters, wobei zunächst nicht klar war, ob wegen Handspiel oder Abseits. Der Videoschiedsrichter schaltete sich umgehend ein und nach kurzer Unterbrechung entschied Schiedsrichter Ittrich auf Abseits.

Mit einem 0:0 ging es in die Pause. Die Anfangsminuten der zweiten Hälfte gehörten, wie auch schon in Halbzeit eins, den Gästen aus Frankfurt, Werder bekam so kaum Zugriff. Nachdem die Bremer Verteidigung eine Situation im Sechzehner nicht geklärt bekommen hatte, zappelte der Ball das erste Mal im Netz. Das Tor von Kohr wurde jedoch vom Linienrichter sowie auch später vom VAR zurecht nicht gegeben, da der Mittelfeldspieler sich beim Pass von Touré im Abseits befunden hatte.

Wenige Augenblicke später war es dann passiert. Nach einer Kostic-Flanke von der Seitenauslinie in den Strafraum stand Silva goldrichtig und nickte zum 1:0 für die Eintracht ein. Auf eine Reaktion der Kohfeld-Elf, die sichtlich geschockt durch den Treffer war, wartete man jedoch vergebens. Es folgten einige Wechsel, unter anderem kam in der 80. Minute Ilsanker für Rode ins Spiel.

19 Sekunden nach seiner Einwechslung traf der Österreicher zum 2:0. Kostics Ecke wurde vom ebenfalls eingewechselten Dost verlängert, sodass Ilsanker nur noch den Fuß hinhalten musste. Das erste Tor für den gebürtigen Bremer nahm Werder komplett aus dem Spiel - es war nur mehr wenig zu sehen von den Gastgebern. In der 90. Minute sorgte dann Ilsanker, dieses Mal per Kopf, nach einem Freistoß von de Guzman für die Entscheidung im Spiel.

Die Stimmen zum Spiel:

Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen) bei Sky: "Es ist nichts, was uns umhaut. Das war ein Dämpfer, ein Rückschlag, aber kein K.o.-Schlag. Es war ein verdienter Sieg der Eintracht, wobei es aus meiner Sicht nicht drei Tore sind. Wir haben in der ersten Hälfte gut gespielt, da waren wir aus meiner Sicht die klar bessere Mannschaft. Nach der Pause waren wir etwas überhastet. Dann ist es das Spiel, das die Eintracht will. Wir müssen anerkennen, dass wir momentan nicht die Spieler haben, die sich den Ball nehmen und dann ein Tor schießen."

Adi Hütter (Trainer Eintracht Frankfurt) bei Sky: "Beide Mannschaften haben von Beginn an versucht, das Spiel zu gewinnen. Ich habe in der Halbzeit ein paar Sachen korrigiert. Kompliment, wie die Mannschaft das dann umgesetzt hat. In dieser Phase ist es unglaublich wichtig, dass jeder seinen Teil beiträgt. Stefan (Ilsanker, Anm. d. Red) saß zu Beginn auf der Bank, hat es unglaublich gut gemacht und sich in den Dienst der Mannschaft gestellt."

Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt): "Wir haben eine viel bessere zweite Halbzeit gespielt, in der ersten Hälfte war das zu wenig. Das Tor hat uns gutgetan. Wenn du in Führung gehst in so einem Spiel, ist es natürlich einfacher. Ein Riesenschritt Richtung Klassenerhalt. Am Samstag wollen wir nachlegen gegen Mainz."

Stephan Ilsanker (Eintracht Frankfurt): "Da haben sie mich einfach mal alleine stehen lassen. Das Ketchup-Flaschen-Prinzip, erst lange nix und dann gleich super viel. Zum Schluss war es der Wille, wir haben aus den Standards unsere Tore gemacht."

Das fiel auf: Abstiegskampf am (nachgeholten) 24. Spieltag

Beide Teams waren sich ihrer jeweiligen (Tabellen-)Situation bewusst und kämpften um jeden Zentimeter auf dem Platz. So musste in einem äußerst intensiven Spiel der Schiedsrichter oftmals eingreifen. Die Elf von Adi Hütter war in den entscheidenden Momenten hellwach, vor allem aber effizient(er). Die Bremer bleiben nach dieser Niederlage vorerst auf Tabellenplatz 17, Frankfurt hat sich angesichts von acht Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz wohl vorerst aus dem Abstiegskampf verabschiedet.

Der Tweet zum Spiel: Von wegen Geisterspiel

Die Bremer Ersatzbank trotze den aktuellen Umständen und den damit verbundenen Geisterspielen. Mit mitgebrachten Trommeln auf der Auswechselbank machte man richtig Stimmung im Weserstadion.

Die Statistik zum Spiel: 100

Bremen gegen Frankfurt - mit dem heutigen Spieltag gab es dieses Duell nun schon zum 100. Mal in der Bundesliga-Geschichte. Die Gesamtbilanz: Nun 36 Siege für die Hessen, 42 für Bremen und 22 Mal trennte man sich unentschieden.

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