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Feinjustierung in Schwarz-Gelb: Diese Unruheherde muss der BVB beseitigen

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Borussia Dortmund mit einigen Baustellen vor dem Saisonstart

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VonAlice Jo Tietje
13/08/2019 Am 11:14 | Update 13/08/2019 Am 16:15
@SportslandAlice

Borussia Dortmund gilt als aussichtsreicher Kandidat auf den Meistertitel in der kommenden Bundesliga-Saison. Mit Siegen im DFB-Pokal gegen den KFC Uerdingen (2:0) und im Test gegen Preußen Münster (4:0) startete der BVB nach Plan. Dennoch sieht Sebastian Kehl auch Anlass zur Kritik - denn Dortmund weist noch einige Schwachstellen auf, die in den kommenden Tagen gelöst werden müssen.

Trotz einer "unfassbaren Euphorie" in der Stadt, wie Hans-Joachim Watzke der "WAZ" erklärte, fand Sebastian Kehl, Leiter der Lizenzspielerabteilung beim BVB, am Sonntag deutliche Worte: "Mir haben ein paar Dinge nicht gefallen," erklärte der ehemalige Kapitän der Borussen angefressen. Was war passiert?

Eigentlich nicht viel: Borussia Dortmund hat die erste Runde im DFB-Pokal mit einem 2:0-Sieg überstanden und sich im Testspiel gegen Drittligist Preußen Münster mit 4:0 durchgesetzt. Begeistert hat der BVB in beiden Spielen nicht. Mit dem Ziel "Meisterschaft" hat der BVB die Latte zu Saisonbeginn bewusst hochgehängt. Um das Ziel zu erreichen, müssen aber noch einige Unruheherde gelöst werden.

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Problem Nr. 1: Integration vs. Rotation

"Wir sind noch lange nicht da, wo wir letztes Jahr teilweise waren. Das muss sich alles erst mal finden. Wir haben Großes vor", gab Marco Reus die Richtung vor.

Der BVB hat sich auf vier Positionen mit Spielern verstärkt, die Stammelf-Potential haben und im Idealfall direkt helfen sollen.

Auf der linken Seite ist Nico Schulz gesetzt, Marcel Schmelzer spielte bereits in der vergangenen Saison unter Lucien Favre keine Rolle. Mats Hummels soll mit Manuel Akanji die neue Innenverteidigung bilden. Das bringt einerseits eine gewisse Ruhe in die Defensive: In der vergangenen Saison hat Favre laut "kicker" mit insgesamt 21 verschiedenen Viererkettenvariationen gespielt. Andererseits ist es Favres Aufgabe, eine clevere Rotation zu integrieren, um alle bei Laune zu halten - gerade in der Verteidigung.

Lucien Favre mit Marco Reus und Jadon Sancho

Fotocredit: Getty Images

"Es wird vor allem darauf ankommen, den Spielern ein gutes Gefühl zu geben und ihnen eine gewisse Wichtigkeit zu vermitteln. Das geht über Einsätze - und über den Umgang untereinander," erklärt Hummels im "kicker". Nach dem Abgang von Ömer Toprak zu Werder Bremen gilt das besonders für Dan-Axel Zagadou und Leonardo Balerdi.

In der Offensive ist Neuzugang Thorgan Hazard früh auf Betriebstemperatur. Julian Brandt hat nach einer Adduktorenverletzung "noch Rückstand aufzuholen".

Mit Julian Weigl kommt ein heimlicher Neuzugang hinzu. Vergangene Saison stand er zwar bereits beim BVB unter Vertrag, kam jedoch nur selten zum Zug und stand im Sommer vor dem Abschied. Nun scheint er in der Vorbereitung Thomas Delaney den Rang als zweiter Sechser neben Axel Witsel abgelaufen zu haben. Ob sich ein Delaney jedoch langfristig auf die Bank setzt, ist zu bezweifeln. Auch hier ist Favre gefordert.

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Problem Nr. 2: Stoßstürmer – ja oder nein?

Mit Paco Alcácer hat der BVB nominell nur einen Mittelstürmer im Kader. Der 25-Jährige ist einer der Gewinner der Vorbereitung, scheint seinen Platz in der Startelf gefunden zu haben. Sein Vorteil ist seine Wendigkeit und die Abschlussstärke. Doch mit 1,75 Metern ist Alcácer relativ klein.

Für Situationen, in denen der BVB das Mittelfeld mit hohen Bällen überbrücken muss, oder kein Durchkommen gegen tief gestaffelte Gegner findet, fehlt der großgewachsene Zielspieler. Der klassische Stoßstürmer oder Wandspieler.

Favre ist kein Fan eines solchen Spielers - das ist bekannt. Seine Alternativen im Sturm heißen daher Mario Götze, Thorgan Hazard oder Marco Reus. Dennoch halten sich die Gerüchte um eine mögliche Stürmer-Verpflichtung hartnäckig.

Der 23-jährige Patrik Schick vom AS Rom gilt als aussichtsreicher Kandidat für ein Leihgeschäft, auch um zu schauen, ob der 1,86-Meter-Mann ins Favre-System passt.

Paco Alcácer im DFB-Pokal gegen Uerdingen

Fotocredit: Getty Images

Problem Nr. 3: Thema Götze schwelt weiter

An die Stürmer-Thematik knüpft sich die Personalie Götze nahtlos an. Im Testspiel gegen Münster traf Götze zwar doppelt, dennoch wird die Kritik von Kehl auch ihm gegolten haben. "Um sich aufzudrängen, um einen Eindruck zu hinterlassen, muss mehr kommen", hatte der Leiter der Lizenzspielerabteilung erklärt.

Nach einer starken Rückrunde vergangene Saison hat sich das Bild für 2019/20 verändert: Der Weltmeister hat seinen Platz an Alcácer verloren. Im Mittelfeld sieht es ebenfalls schwierig aus.

Götzes Vertrag läuft im Sommer 2020 aus. Die Gespräche über eine Verlängerung stocken. Die Verantwortlichen wollen verlängern, aber zu reduzierten Konditionen. Götze will ebenfalls verlängern, jedoch sieht er sich auch weiterhin als Verdiener im zweistelligen Millionenbereich (aktuell rund 10 Millionen Euro pro Jahr). Als Reservist ist er aber nicht unbedingt in der besten Verhandlungsposition.

Götze liebäugelt mit Wechsel ins Ausland

Fotocredit: SID

Sollten beide Parteien sich nicht einigen, ist laut "Bild" ein Abgang in diesem Sommer möglich. Der BVB würde dann noch Ablöse erhalten, sich von einem unzufriedenen Spieler trennen.

Ausgang offen.

Problem Nr. 4: Ausmisten, ausmisten, ausmisten

Den Kader haben Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke bereits um neun Spieler reduziert. "Es geht um die richtige Balance in der Struktur des Kaders, nicht darum, ob wir einen Spieler mehr oder weniger haben", erklärte Zorc gegenüber den "Ruhr Nachrichten".

Noch scheint aber nicht Schluss mit Ausmisten zu sein, wie der Sportdirektor bei "Sport 1" verriet:

Es wird noch einiges passieren, da der Kader aktuell zu groß ist.

Kandidaten für einen Abschied aus Dortmund sind Mohamed Dahoud, der unter Favre keine Rolle spielt. Auch Raphael Guerreiro wird weiterhin mit einem Abschied in Verbindung gebracht. Sein Vertrag läuft im kommenden Sommer aus. Nur ungern würden die Dortmunder den Portugiesen ablösefrei ziehen lassen. Einigen konnte man sich bisher nicht. Paris Saint-Germain scheint Interesse zu haben.

Mit Sergio Gómez verlieh der BVB am Montagabend ein weiteres Talent für ein Jahr. Bei SD Huesca soll der junge Spanier Spielpraxis sammeln. Eine Kaufoption gibt es nicht.

Sergio Gómez von Borussia Dortmund

Fotocredit: Getty Images

Fakt ist: Der BVB ist personell gut aufgestellt, jetzt geht es um die Feinjustierung, um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden.

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