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"Dem Druck nicht standgehalten": BVB-Totalausfall gegen Bayern

"Dem Druck nicht standgehalten": BVB-Totalausfall gegen Bayern
Von Eurosport

10/11/2019 um 12:23Aktualisiert 10/11/2019 um 15:22

Alle Jahre wieder: Borussia Dortmund geht bei Bayern München unter. Michael Zorc brach danach den Stab über die Mannschaft, nahm den Trainer aber in Schutz. Abgesehen von Mats Hummels waren die Dortmunder Feldspieler Totalausfälle. Wie Lämmer, die zur Schlachtbank geführt werden, ergaben sie sich ihrem Schicksal. "Wir haben", sagte Zorc, "dem Druck nicht standgehalten."

Zorc kochte innerlich vor Wut. Und er wollte sich auch nicht die Mühe geben, dies zu verbergen: Er ließ Dampf ab. "Männerfußball" hatte er sehen wollen, "Kerle", die "dagegenhalten". Er bekam das Gegenteil zu Gesicht. "Eine Nicht-Leistung", sagte er ruhig, aber bestimmt, habe Borussia Dortmund beim 0:4 (0:1) gegen Bayern München abgeliefert, "das war überhaupt kein Fußball", nein, "das war einfach nichts".

Zorc brach den Stab über eine Mannschaft, die sich nicht im Ansatz wehrte, nachdem Robert Lewandowski das erste Gegentor erzielt hatte (17.). Eine Mannschaft, die bei eigenem Ballbesitz völlig mutlos war, der es nur darum ging, Schadensbegrenzung zu betreiben. Und damit auch ja keine Missverständnisse aufkamen, an wem das Desaster festzumachen war, sagte Zorc: "Den Trainer würde ich komplett rausnehmen, fragen Sie die Spieler."

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Das Bemühen von Zorc war freilich leicht zu durchschauen: Das Letzte, was er nach diesem Offenbarungseid noch benötigt, ist eine Diskussion um Lucien Favre. "Er hat für sich wohl auch entschieden", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vor dem Spiel bei Sky über Favre, "dass die Mannschaft einen Trainer braucht, der auch einmal ein Zeichen setzt." Derlei Zeichen waren am Samstagabend nicht zu erkennen.

Favre fassungslos

Favre selbst wirkte nach dem Spiel schockiert. Hatten nicht die vergangenen drei Siege, hatte nicht zuletzt die Aufholjagd am Dienstag in der Champions League gegen Inter Mailand (3:2) gezeigt, dass seine Mannschaft in der Lage ist, sich selbst in schier auswegloser Lage aufzubäumen? Ein fataler Irrtum. "Eine sehr, sehr schwache Leistung", attestierte Favre seiner Elf, an der Niederlage störte ihn vor allem "die Art und Weise".

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Der sprachgewandte Hummels, im vergangenen April beim 5:0 gegen Dortmund noch der überragende Münchner, muss sich wohl gefragt haben: Wo bin ich da nur hineingeraten? "Bayern war uns in allen Belangen überlegen", sagte er, diese Niederlage "war ein Zeichen für uns, dass wir keine Toptruppe sind". Ja, ergänzte er,

"wir können eine sein, an unseren guten Tagen, aber eine Topmannschaft ist das auch an schlechten."

In München haben die Dortmunder zuletzt viele schlechte Tage erlebt - 1:5, 1:4, 0:6, 0:5, jetzt 0:4. Auf die Frage, was dem BVB denn diesmal gefehlt habe, musste Hummels kurz überlegen - er wollte erkennbar die Begriffe Mentalität und Männerfußball vermeiden. "Wenn ich es auf ein Wort reduzieren müsste, dann das Dagegenhalten, wenn der Gegner voll da ist, etwas härter gegen sich selbst werden", sagte er dann.

Hummels hätte auch sagen können: Borussia Dortmund fehlt es nicht zuletzt bei Spielen gegen den deutschen Rekordmeister an echten Kerlen. An Kerlen wie ihm.

(SID)

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