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Besser als Bayern, Leipzig oder BVB? So stark ist Gladbach wirklich

Besser als Bayern, Leipzig oder BVB? So stark ist Gladbach wirklich

21/11/2019 um 04:46Aktualisiert 22/11/2019 um 11:32

Borussia Mönchengladbach hat sich mit Topleistungen und dank der Patzer von Meister FC Bayern nach elf Spieltagen eine souveräne Tabellenführung in der Bundesliga erarbeitet. Die spannende Frage wird sein: Wie lange hält die Auswahl von Trainer Marco Rose das Niveau, können die "Fohlen" ihre Position verteidigen und die (Herbst-)Meisterschaft holen? Eurosport.de nimmt die Borussia unter die Lupe.

"Das Quäntchen liegt momentan auf unserer Seite - aber das ist auch verdient, weil es sich die Jungs sehr hart erarbeitet haben. "

"Die Jungs", so Rose weiter, "machen es zurzeit wirklich gut. Sie glauben an sich und unsere Idee und es macht ihnen Spaß, das ist auch wichtig." Der Sieg gegen Bremen war tatsächlich ein gutes Beispiel, weshalb die Borussia seit vier Spieltagen an der Tabellenspitze thront. "Momentan läuft es einfach", erklärte Denis Zakaria zunächst ganz allgemein, ehe er präziser wurde: "So auch bei Yann Sommer, der einen Elfmeter gehalten und somit den Anschlusstreffer verhindert hat - oder auch bei Patrick Herrmann mit seinem Doppelpack."

Thuram-Deal ein Volltreffer

Zakaria selbst hat sich zum Gehirn des Teams entwickelt und ist im defensiven und mitunter auch zentralen Mittelfeld nicht mehr wegzudenken. Sommer gehört unbestritten zu den besten Schlussmännern der Liga und stand in allen 17 Pfichtspielen der bisherigen Saison 90 Minuten zwischen den Pfosten. Doppelpacker Herrmann, der kurz vor dem Duell mit Bremen erstmals Vater geworden war, sprach gar von der "besten Woche meines Lebens".

Marcus Thuram (Borussia Mönchengladbach)

Marcus Thuram (Borussia Mönchengladbach)Getty Images

Die Stimmung im Fohlen-Stall könnte nicht besser sein, die sportliche Lage auch nicht. Denn neben den arrivierten Kräften um Sommer, Herrmann, Zakaria oder Matthias Ginter haben auch die Neuzugänge voll eingeschlagen. Marcus Thuram, der aus Frankreich von EA Guingamp kam, gilt für viele als bester Neuzugang der Liga. Der 22-Jährige legte bei der Borussia einen Traumstart hin und bringt es nach seinen ersten elf Spielen in der Bundesliga auf satte fünf Tore und vier Assists.

Bonhof: Darum ist Gladbach stärker geworden

Rechtsverteidiger Stefan Lainer, der vom FC Red Bull Salzburg kam, wurde ebenfalls sofort Stammspieler und setzte in der Meisterschaft mit einem Tor und zwei Assists auch offensive Akzente. Breel Embolo, zuvor beim FC Schalke unter Vertrag, und Ramy Bensebaini, der aus Rennes kam, werden von Rose zwar noch dosiert eingesetzt, wussten aber dennoch zu überzeugen.

Für Vizepräsident Rainer Bonhof ist die gute Integration der Neuen kein Zufall. Man habe gewusst, "dass die Spieler Qualität haben" und man den Kader damit zielgerichtet verbessern könne:

"Bei Breel Embolo wussten wir, dass es ein Spieler ist, der körperlich sehr präsent ist, aber auch mit dem Ball sehr gut umgehen kann. Mit Marcus Thuram haben wir vorne Präsenz dazugewonnen, die uns in den Jahren zuvor - in denen wir eher spielerische Ansätze finden mussten, um gewinnen zu können - vielleicht gefehlt hat. Jetzt können wir dem Gegner auch körperlich das Leben schwerer machen. Im heutigen Fußball ist das eine ganz gute Waffe. Ramy Bensebaini ist auf einem guten Weg."

Zwar gibt es bei allem Enthusiasmus auch Dinge, die den Verantwortlichen nicht gefallen, wie etwa Bensebainis Gelb-Rote Karte in der 90. Minute gegen Bremen, der eingeschlagene Weg aber passt zu 100 Prozent. "Im Zweikampfverhalten gegen den Ball sind wir deutlich stärker als in der vergangenen Saison. Nach Ballverlusten erobern wir den Ball sofort zurück und halten die Wege kurz und spielen einfach", referiert Bonhof. "Wir haben verinnerlicht, was der Trainer von uns will, deswegen klappt es momentan so gut", glaubt Herrmann.

Herbstmeisterschaft? Realistisch für Gladbach

Trainer Marco Rose gibt Anweisungen bei Borussia Mönchengladbach

Trainer Marco Rose gibt Anweisungen bei Borussia MönchengladbachGetty Images

Die Herbstmeisterschaft ist realistisch, nach rund einem Drittel der Saison aber schon vom Titel zu sprechen, wäre dagegen vermessen. Entsprechend bewegt sich Herrmann bei dem Thema zwischen Freude und Vorsicht:

"Jeder darf auf die Tabelle gucken und sich darüber freuen. Momentan herrscht eine besondere Stimmung, nicht nur hier im Stadion, sondern bei allen Borussia-Fans. Aber wir wissen, dass es verdammt eng zugeht. Das kann sich in zwei, drei Spieltagen schon wieder geändert haben. "

"Die Schale", betonte der Rechtsaußen, "haben wir definitiv noch nicht im Blick, dafür bin ich zu lange dabei und weiß, wie schnell sich alles wieder ändern kann". Sollte es am Ende aber tatsächlich reichen zum Titel, dann steht der Stadt Mönchengladbach Mitte Mai nach dem 34. Spieltag wieder ein großer Umzug ins Haus - und zwar mit deutlich mehr als 5000 Teilnehmern...

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