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"Es ist zum Kotzen!" Köln verliert nach VAR-Schock in der 98. Minute gegen Hoffenheim

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Dominik Drexler vom 1. FC Köln

Fotocredit: Getty Images

VonNiklas Oberbach
08/11/2019 Am 21:30 | Update 30/12/2019 Am 15:13

Trainer Achim Beierlorzer hat auch sein "Endspiel" mit dem 1. FC Köln auf tragische Weise verloren und steht beim Aufsteiger vor dem Aus. Gegen die Rekordjäger von der TSG Hoffenheim unterlag der FC durch einen Last-Minute-Elfmeter von Jürgen Locadia (90.+8) trotz guter Leistung mit 1:2 (1:0), kassierte die achte Saisonniederlage.

So lief das Spiel:

Im Spiel der Gegensätze empfing der Tabellen-17. 1. FC Köln (ein Sieg aus den letzten acht Pflichtspielen) mit 1899 Hoffenheim die formstärkste Mannschaft der Liga (letzte fünf Spiele alle gewonnen).

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VOR 18 STUNDEN

FC-Trainer Achim Beierlorzer wollte drei Tage vor Karnevalsbeginn den sportlichen Turnaround schaffen. Dafür spiegelte er das 3-5-2-System von TSG-Coach Alfred Schreuder und brachte Jorge Meré, Jhon Córdoba und den 20-jährigen Bundesliga-Debütanten Ismail Jakobs. Schreuder brachte Stefan Posch und Lukas Rupp für Kevin Akpoguma und den verletzten Andrej Kramarić.

Das Spiel begann behutsam und es dauerte bis zur 34. Minute ehe der erste Schuss aufs Tor zu verzeichnen war. Nach einem Angriff über Kingsley Ehizibue und Louis Schaub kam Jhon Córdoba aus 20 Metern zum Schuss und traf zum umjubelten 1:0 für den Effzeh.

Köln zeigte sich defensiv kompakt und bissig in den Zweikämpfen. Der Schlüsselspieler der TSG Florian Grillitsch wurde vom Mittelfeld der Kölner, vor allem in Person von Schaub, immer wieder schnell angelaufen und so weitestgehend aus dem Spiel genommen. Die TSG wusste darauf nicht zu reagieren und kam so nur selten zu gefährlichen Angriffen. Durch die couragierte Leistung der Kölner war die Führung zur Halbzeit absolut verdient.

Schreuder wechselte in der Pause und brachte Sargis Adamyan für Rupp und die TSG zeigte sich vom ersten Moment an komplett verändert. Zunächst scheiterte Jürgen Locadia noch an Timo Horn (47.), ehe es kurz darauf besser funktionierte: Nach Balleroberung spielte Sebastian Rudy eine wunderbare Flanke in den Lauf des eingewechselten Adamyan, der den Ball volley im Tor von Horn unterbrachte (48.).

In der Folge zeigte Hoffenheim ihre spielerische Klasse und wusste sich nun besser vor das Tor der Kölner zu bringen. Diese Drangphase dauerte etwa 20 Minuten ehe das Spiel auf beiden Seiten an Tempo und Durchschlagskraft verlor. Der FC konnte nicht an die Leistung des ersten Durchgangs anknüpfen.

Beide Teams schienen sich schon auf ein Unentschieden geeinigt zu haben, ehe es in der letzten Minute der Nachspielzeit zu dramatischen Szenen kam. Nach einer Flanke von Benno Hübner spitzelte Adamyan den Ball von Dominick Drexler weh, der den Angreifer dann zu Fall brachte. Nach Sichtung der Bilder entschied Schiedsrichter Robert Kampka zurecht auf Elfmeter für die TSG, den Locadia zur später Führung nutzte (98.).

Die TSG übernachtet nach dem Sieg vorerst auf dem zweiten Tabellenplatz, der 1. FC Köln verbleibt auf Platz 17 der Tabelle.

Direkt im Anschluss an die Partie gab Geschäftsführer Armin Veh seinen sofortigen Rücktritt bekannt. Zunächst hatte Veh einen Abgang am Ende der Saison (nach Ende seines Vertrags) öffentlich gemacht.

Die Stimmen zum Spiel:

Achim Beierlorzer (1. FC Köln): "Wir haben heute ein gutes Spiel gespielt, die Mannschaft hat heute alles gegeben. Wir hatten nach der Pause kurzzeitig Probleme, die leider in einem Gegentreffer münden. Danach haben wir uns wieder besser gefangen. Am Ende ist es sehr bitter, was mit uns passiert. Die Elfmeterentscheidung ist für mich keine klare Fehlentscheidung und daher muss der VAR nicht eingreifen. Der FC hat in der gesamten Saison in dieser Hinsicht schon viel hinnehmen müssen, das ist sehr bitter.”

Louis Schaub (1. FC Köln): "Das tut richtig weh heute ohne Punkte da zu stehen. Wir wussten, dass wir heute alles geben müssen und haben viel investiert. Leider belohnen wir uns am Ende nicht. Nach diesem Spiel und der Woche können wir niemandem einen Vorwurf machen.”

Alfred Schreuder (1899 Hoffenheim): "Ich habe vor dieser Mannschaft gewarnt, den Köln ist keine schlechte Mannschaft. Wir hatten im ersten Durchgang nach vorne ein paar Probleme. Die zweite Halbzeit war dann besser, aber wir müssen eigentlich noch früher in Führung gehen. Am Ende haben wir natürlich Glück, dass wir so spät noch treffen.”

Sargis Adamyan (TSG 1899 Hoffenheim): "Ich habe auf meine Chance gewartet, weil ich wusste, dass wir es besser als im ersten Durchgang spielen können. Jetzt schauen wir von Spiel und Spiel und versuchen natürlich immer zu gewinnen.”

Stadionsprecher Michael Trippel (unmittelbar nach dem Gegentor in der 98. Minute): "Es ist zum Kotzen."

Das fiel auf: Einwechslung Sargis Adamyan

Ob der personelle Wechsel nun verletzungs- oder leistungsbedingt vollzogen wurde, wurde nicht klar. Aber es wurde deutlich, dass der offensiver eingestellte Adamyan das Spiel der Hoffenheimer deutlich belebte. Nicht nur der Treffer zum zwischenzeitlichen Ausgleich, sondern auch in der Folge zeigte sich der Angreifer immer wieder als Gefahrenherd. Am Ende setzte er engagiert gegen Drexler nach und holte so den Elfmeter heraus.

Der Tweet zum Spiel:

Auch die treuesten Fans des FC werden gerade auf eine harte Geduldsprobe gestellt …

Die Statistik: 20

Die TSG verbuchte in den ersten 20 Minuten des zweiten Durchgangs bereits mehr Torschüsse als in der kompletten ersten Halbzeit. Schreuders Umstellung in der Pause fruchtete und 1899 zeigte eine grundlegend veränderte Leistung im zweiten Durchgang und fährt damit den sechsten Sieg in Folge ein.

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