Getty Images

Derbysieger: Mainz dreht Spiel gegen Frankfurt

Derbysieger: Mainz dreht Spiel gegen Frankfurt
Von Eurosport

02/12/2019 um 22:35Aktualisiert 03/12/2019 um 09:30

Achim Beierlorzer hat mit seinem neuen Klub FSV Mainz 05 auch bei seiner Heimpremiere einen Sieg gefeiert. Eine Woche nach dem furiosen 5:1-Auswärtserfolg beim Debüt des Trainers in Hoffenheim bezwangen die Mainzer im Rhein-Main-Duell am Montagabend Eintracht Frankfurt mit 2:1 (0:1). Nach einer Roten Karte für Dominik Kohr (44.) hatten die Gastgeber mehr als eine Halbzeit in Überzahl agiert.

So lief das Spiel:

Das Rhein-Main-Derby zwischen dem FSV Mainz 05 und Eintracht Frankfurt startete mit rund elfminütiger Verspätung, da aus dem Frankfurter Fanblock zahlreiche Feuerwerkskörper auf den Rasen flogen. Schiedsrichter Manuel Gräfe sah sich sogar veranlasst, die Teams zwischenzeitlich zurück in die Katakomben zu schicken, ehe er das Spiel freigeben konnte.

Frankfurts Ersatz-Kapitän Sebastian Rode ging zu den Fans in die eigene Kurve, um zu schlichten. Ohne Erfolg. Als er zurück in die Katakomben kam, fingen die Mikrofone ein, wie er Schiedsrichter-Assistent Guido Kleve berichtete: "Sie haben selbst zu mir gesagt: 'Verpiss dich!'"

Sebastian Rode und Filip Kostic vor der Frankfurter Fankurve

Sebastian Rode und Filip Kostic vor der Frankfurter FankurveImago

Die Partie zeichnete sich dann durch viele Zweikämpfe im Mittelfeld und wenig Torgefahr aus, da beide Mannschaften in der gleichen Formation aufliefen und sich so wenig Räume boten. Mainz wirkte zunächst tonangebend, ehe Frankfurt nach einer guten halben Stunde aktiver wurde. Nach einer kurz ausgespielten Ecke und einer Ablage von Almamy Touré sorgte schließlich Martin Hinteregger mit dem ersten Schuss aufs Tor für die Führung der SGE (33. Minute).

Kurz vor der Pause musste Frankfurt allerdings einen herben Rückschlag hinnehmen: Nach eigener Ecke liefen die Gäste in einen mustergültigen Konter der Mainzer. Kurz vor dem Strafraum brachte Dominik Kohr Levin Öztunali zu Fall und wurde für diese Aktion zurecht des Feldes verwiesen (44.).

Mainz kam mit Power und Willen aus der Pause und brauchte lediglich sechs Minuten bis zum Ausgleich: Karim Onisiwo lief in einen Schuss von Jerry St. Juste und der Ball schlug unhaltbar im langen Eck ein (51.).

Lediglich zwei Minuten später jubelten die Mainzer erneut, jedoch diesmal zu Unrecht. Aarón Martín flankte auf Onisiwo, der den Ball erneut in die Maschen drückte (53.). Der VAR schaltete sich zurecht ein, da der Ball vor der Flanke die Torauslinie überquerte. Gräfe nahm das Tor richtigerweise zurück.

Eine Viertelstunde später gab es dann doch noch die Führung, als sich der eingewechselte Ádám Szalai robust und geschickt gegen Touré durchsetzte und den Ball aus der Drehung in Tor unterbrachte (69.). Nur 80 Sekunden zuvor war der Ungar noch an Frederik Rönnow gescheitert, nachdem dieser einen Schuss von Öztunali nur nach vorne hatte abklatschen können und dann gegen Szalai seinen Fehler wieder wettmachte (68.).

Mainz 05 schaltete in der Folge einen Gang zurück und ließ die Frankfurter zurück in die Partie kommen. Robin Zentner hielt in der Nachspielzeit den Sieg jedoch fest (Chance Kostić, 92.). Somit gewinnt der FSV das Rhein-Main-Derby und fährt unter Beierlorzer den zweiten Sieg in Folge ein. Die SGE hingegen verliert das dritte Spiel in Folge in der Bundesliga und kann auch nach 33 Jahren weiterhin keinen Sieg beim Rivalen verzeichnen.

Die Stimmen zum Spiel:

Ádám Szalai (1. FSV Mainz 05): "Das ist ein sehr geiles Gefühl, gegen Frankfurt das Siegtor zu schießen! Wir haben auf den Rückstand die richtige Reaktion gezeigt. Ich freue mich sehr über den Sieg!”

Karim Onisiwo (1. FSV Mainz 05): „Wir wollten zeigen, dass Hoffenheim keine Eintagsfliege war. Wir sind gut angelaufen, in Rückstand geraten, haben aber Mentalität bewiesen. Die Fans sind glücklich, wir sind glücklich! "

Danny da Costa (Eintracht Frankfurt): "Eine ganze zweite Halbzeit in Unterzahl zu spielen ist natürlich nicht ganz so einfach. Eigentlich machen wir es ganz gut und haben versucht relativ wenig Räume freizugeben. Wir machen es in Unterzahl gar nicht schlecht, aber es ist natürlich schwer in der Offensive dann die nötige Durchschlagskraft zu finden. Die Rote Karte war durchaus ausschlaggebend heute.”

Martin Hinteregger (Eintracht Frankfurt): "Mainz hatte heute spielerisch wenig Ideen. Wenn wir hier zu elft zu Ende spielen, holen wir uns die drei Punkte. Eigentlich haben wir es ganz gut gemacht, aber dann bekommen wir mit einem eigentlich ungefährlichen Schuss das 1:1 und dann wird es natürlich schwer.”

Das fiel auf: Formation

Beide Teams agierten heute in einer 3-5-2-Formation und spiegelten somit die Taktik des Gegners. Dies hatte zur Folge, dass die erste Halbzeit arm an Torchancen und reich an Zweikämpfen und Ballverlusten im Mittelfeld war. Der zwischenzeitliche Führungstreffer durch Hinteregger fiel nach einer Standardsituation und markierte ebenso den ersten Schuss auf eines der beiden Tore. Die Mannschaften und ihre Taktik egalisierten sich bis dahin weitestgehend. Ohne den Platzverweis hätte Mainz beim Versuch das Spiel zu drehen sicherlich größere Probleme bekommen.

Der Tweet zum Spiel:

Frankfurts Saison ist bislang von einigen Höhen und Tiefen gezeichnet.

Die Statistik: 4

Mit dem zwischenzeitlichen 0:1 sorgte Abwehrspieler Hinteregger nicht nur für ein Erfolgserlebnis für sein Team, sondern auch für sich selber. Mit vier Saisontoren ist der Frankfurter somit der torgefährlichste Abwehrspieler in der Bundesliga, gefolgt von Jonathan Schmid (SC Freiburg) mit drei Treffern und zahlreichen weiteren Spielern mit zwei Toren.

Video - "Der Matchplan stimmt": Darum denkt Bayern bei Flick schon über den Winter hinaus

01:10
0
0