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"Hart arbeiten und leiden": Warum Barça diesen BVB fürchten sollte

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Borussia Dortmund: Marco Reus

Fotocredit: Getty Images

VonAndreas Morbach
15/09/2019 Am 12:59 | Update 15/09/2019 Am 16:33

Borussia Dortmund ist nach den schwachen Auftritten in Köln und bei Union Berlin im Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen geradezu aufgeblüht und hat die "Werkself" mit 4:0 (1:0) aus dem Stadion geschossen. Eine Reaktion genau zur richtigen Zeit, denn am Dienstag wartet mit dem FC Barcelona in der Champions League der nächste Brocken. Drei Erkenntnisse, die dem BVB gegen die Katalanen Mut machen.

Als Lucien Favre nach dem stattlichen 4:0 (1:0) über Bayer Leverkusen von der Pressekonferenz kam, wartete auf den 61-Jährigen auf dem Gang noch Familienbesuch. Freudestrahlend hielt Favre Enkeltochter Ida im Arm – während die Mutter das schöne Bild mit der Handykamera festhielt. Dann gingen alle wieder ihrer Wege – der zweifache Großvater Favre vermutlich auch frisch beseelt von dem unerwarteten Kontakt zu dem jungen Leben.

1. Für den Erfolg musst du leiden können

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Deutlich aufgelebt war zuvor im Duell mit Leverkusen auch seine Mannschaft. Die anfängliche Verunsicherung der Gastgeber, zwei Wochen nach dem 1:3 bei Aufsteiger Union Berlin, blieb auch Michael Zorc nicht verborgen. "Wir haben uns in das Spiel hineingekämpft“, befand der Sportdirektor des BVB. Passend dazu kommentierte Abwehrchef Mats Hummels:

In solchen Spielen muss man hart arbeiten und auch mal leiden. Wenn wir das machen, sind wir eine Spitzenmannschaft.

Die nächste Gelegenheit, die eigene Widerstandsfähigkeit zu erproben, gibt es am Dienstagabend. Zum Start in die Champions League gastiert dann Spaniens Meister Barcelona in Dortmund – und wird wohl eine ähnliche Ballhoheit zelebrieren wie die "Werkself" am Samstag. Vermutlich jedoch auf höherem Niveau, speziell mit mehr Schärfe im Spiel nach vorne.

Die hochkonzentrierte Viererkette des BVB sowie die starke Doppel-Sechs mit dem überragenden Thomas Delaney und Axel Witsel hielten die "Werkself" fast über die gesamte Spielzeit aus den gefährlichen Räumen fern.

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Ein Muster, das die Westfalen auch bei der sportlichen Auseinandersetzung mit den Katalanen wieder anwenden wollen. "Gegen Leverkusen haben wir einen guten Vorgeschmack bekommen, wie offensiv man hier auftreten kann", sagte Keeper Roman Bürki.

Ähnlich beurteilte den Wert des Wochenendes Sportchef Zorc:

Lange Perioden ohne eigenen Ballbesitz – das war eine gute Probe für Barcelona. Zudem war es für das Gefühl der Mannschaft, für die ganze Saison wichtig.
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2. Enorme Effektivität macht den Unterschied

Wortlos und mit nachdenklichem Blick machte sich nach der Partie gegen Bayer 04 Mario Götze auf den Heimweg. Der Weltmeister-Macher von 2014 hatte zuvor 90 Minuten auf der Ersatzbank zugebracht – was nicht zuletzt mit der anhaltenden Treffsicherheit von Paco Alcácer zu tun hat.

Das 1:0 gegen Leverkusen war bereits das fünfte Tor des 26-jährigen Angreifers in dieser Saison – er trifft im Schnitt alle 69 Minuten, nur Robert Lewandowski und Timo Werner haben in der Liga eine bessere Quote.

Gegen Barcelona gibt es für Alcácer, zuletzt in der EM-Qualifikation gegen Färöer auch für das spanische Nationalteam zwei Mal erfolgreich, ein kurzes Wiedersehen mit seinem alten Klub.

Paco Alcacer traf für den BVB bereits zum fünften Mal in dieser Saison

Fotocredit: Getty Images

Zwei Jahre spielte er für den 26-maligen spanischen Meister und Rekordpokalsieger, ehe er im Sommer 2018 an den BVB verliehen wurde, der ihn im November dann per Option bis 2023 verpflichtete. "Er ist ein fantastischer Spieler, der definitiv seine Qualitäten vor dem Tor hat", weiß mittlerweile auch Dortmunds Neuzugang Julian Brandt, der zudem erkannte:

Das Spiel gegen Leverkusen hat sich im letzten Angriffsdrittel entschieden. Wir hatten definitiv nicht viele Chancen, aber die haben wir eiskalt genutzt.

3. Selbstvertrauen getankt - genau zum richtigen Zeitpunkt

Auch Zorc lobte die "große Effektivität" der Favre-Elf. Eine Erkenntnis, die auch dem meist etwas vorsichtigem Übungsleiter ein wenig die Zunge lockerte. Gegen ein offensivstarkes Team wie Bayer zu null gespielt zu haben, gefiel dem Schweizer besonders gut. Denn:

Die Mannschaft musste ruhig bleiben – und sie ist ruhig geblieben. Wir haben keinen großen Fehler gemacht.

Ein 4:0 gegen Leverkusen, so der fast schon euphorische Favre weiter, sei "sehr gut für uns – und für die Meisterschaft natürlich".

Bereits an den kommenden Dienstag dachte in dem Moment Offensivkraft Brandt. Der quirlige Nationalspieler agierte gegen seine früheren Kollegen zwar eher unauffällig – seinem optimistischen Blick auf das große Ganze vermochte das aber nichts anzuhaben. "Die Jungs“, stellte der gebürtige Bremer vielmehr fröhlich fest, "haben sich sehr viel Mut angespielt für Barça."

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