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Hakimi verzückt Dortmund: Lichtblick mit Ablaufdatum

Hakimi verzückt Dortmund: Lichtblick mit Ablaufdatum

12/10/2019 um 10:38Aktualisiert 12/10/2019 um 12:38

Borussia Dortmund kämpft aktuell in der Bundesliga mit den eigenen Ansprüchen und hat sich in eine kleine Krise manövriert. Während viele Profis beim BVB mit ihrer Form hadern, zeigt die Leistungskurve bei Achraf Hakimi steil nach oben. Der Marokkaner hat sich nach einer Debüt-Saison mit Schwankungen zum Leistungsträger entwickelt. Doch der BVB läuft Gefahr, nur zur Durchlauf-Station zu werden.

Eine neue Aufgabe für den erst 20-jährigen Marokkaner, die zwangsläufig mehr Verantwortung mit sich bringt. Verantwortung, die Hakimi mittlerweile auch auf dem Platz für den BVB übernimmt.

Denn entgegen des Negativ-Trends bei den Schwarz-Gelben (drei Unentschieden in den vergangenen drei Bundesliga-Spielen, Platz acht in der Liga) zeigt die Leistungskurve bei Hakimi nur in eine Richtung: nach oben.

BVB: Hakimi glänzt in neuer Rolle

Nie zuvor hatte ein Marokkaner in der Königsklasse zwei Treffer erzielt, nie zuvor war Hakimi in seiner Profikarriere ein Doppel-Pack geglückt.

Als "Waffe" hatte ihn Marco Reus im Anschluss betitelt, Sportdirektor Michael Zorc war voll des Lobes:

"Hakimi hat ein überragendes Spiel gemacht und für uns das Spiel entschieden. Der Plan vom Trainer ist komplett aufgegangen. Er ist extrem wichtig für uns."

Lucien Favre hatte Hakimi überraschend auf der linken offensiven Außenbahn aufgeboten und auf dessen Offensivdrang und Geschwindigkeit gesetzt. Ein Schachzug, der sich auszahlte.

Achraf Hakimi macht nach seinem Treffer in der Champions League den "Schnuller"-Jubel

Achraf Hakimi macht nach seinem Treffer in der Champions League den "Schnuller"-JubelGetty Images

Der "andere Achraf": Hakimi ist in Dortmund gereift

"Ich glaube, dass ich mich seit meiner Ankunft Stück für Stück verbessert habe", erklärte Hakimi Anfang Oktober im einem Interview mit der spanischen "AS":

"Ich bin jetzt ein anderer Achraf."

Doch nicht nur in der Offensive hat der "neue" Achraf weiter an sich gearbeitet, auch defensiv wirkt Hakimi deutlich reifer. Haarsträubende Fehlpässe, Stellungsfehler und Unsicherheiten, die ihm in der vergangenen Rückrunde vor seinem Mittelfußbruch den Stammplatz kosteten, sind zur Seltenheit geworden.

Aktuell ist Hakimi beim BVB nicht aus der ersten Elf wegzudenken. Eigentlich als Rechtsverteidiger, doch momentan ändert sich sein Einsatzgebiet Woche für Woche. Rechts hinten, links hinten, rechts vorne, links vorne - seine unglaubliche Flexibilität eröffnet Favre viele Möglichkeiten.

Möglichkeiten, die man sich in Dortmund gerne für die Zukunft bewahren möchte.

Hakimi beim BVB: Nur eine Durchlaufstation?

"Mein Eindruck ist: Er fühlt sich in Dortmund wohl. Wir werden alles daran setzen, ihn weiter zu verpflichten. Wir würden ihn gerne behalten", ließ BVB-Boss Hans-Joachim Watzke jüngst in der "Süddeutschen Zeitung" wissen.

Hakimis zweijährige Leihe von Real Madrid läuft im kommenden Sommer aus, eine Kaufoption hatte sich der BVB 2018 nicht sichern können.

"Ich schätze so etwas, dass ich gerade mal ein Jahr hier bin und sie dir bereits sagen, dass sie wollen, dass du für immer hier sein sollst", zeigte sich der Marokkaner zwar von der Wertschätzung angetan, ließ zwischen den Zeilen aber durchblicken, dass er am liebsten nach Madrid zurückkehren würde:

"Ich werde nicht lügen, ich würde dort gerne Erfolg haben. Ich bin dort aufgewachsen, es ist mein Heimat-Klub und ich würde dort gerne als Spieler wachsen."

Auch Real soll laut "kicker"-Informationen auf eine Rückkehr pochen. Dem BVB wären dann zwar die Hände gebunden, aufgeben sollten sie die Hoffnung aber nicht.

Selbst wenn Real zuschnappt, läuft Hakimis Arbeitspapier dort vorerst nur bis 2021. Danach wird er selbst über seine Zukunft bestimmen. Und wer weiß, vielleicht entscheidet er sich ja doch, den erwarteten Nachwuchs in Dortmund statt in Madrid großzuziehen.

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