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Alles für den Titel: Darum wird Götze beim BVB noch besser

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Mario Götze von Borussia Dortmund

Fotocredit: Getty Images

VonJohannes Mittermeier
12/07/2019 Am 06:15 | Update 12/07/2019 Am 08:07
@msportblog

Mario Götze spielte bei Borussia Dortmund die beste Halbserie seit Jahren, vielleicht sogar seit dem WM-Titel 2014. Joachim Löw hat den Offensivmann (wieder) im Blickfeld fürs DFB-Team, tatsächlich wirkt Götze austrainierter denn je. Im BVB-System von Lucien Favre fand er seine Rolle, jetzt aber verschärft sich die Konkurrenzsituation enorm - gut so. Götze spricht den Satz der Saison selbst aus.

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Kinder, wie die Zeit vergeht. Am 13. Juli vor fünf Jahren fiel im Maracanã-Stadion von Rio de Janeiro ein Tor, und natürlich war es nicht irgendein Tor, sondern das bedeutendste, monumentalste, wahnsinnigste Tor, das ein Fußballer schießen kann: den Siegtreffer im Finale der Weltmeisterschaft.

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Mario Götze war 22 Jahre jung. Nicht alt. Und dann war er plötzlich Nationalheld, ein Erlöser, der Innbegriff schwarz-rot-goldener Dreifaltigkeit. Oder so. An Superlativen mangelt es ja nie.

WM-Finale 2014: Mario Götze und der Schuss seines Lebens

Fotocredit: Getty Images

"Die Leute vergessen, wie beschissen dieses Turnier für mich bis zum Schluss war", relativierte Götze vor Wochen bei "The Players Tribune". Das stimmt, im Rückblick wird verklärt und glorifiziert, bis zum Endspiel gegen Argentinien war Götze "wirklich deprimiert", auch jenen 13. Juli erlebte er als Einwechselspieler, ehe sein Linksschuss das Gemälde des vierten Sterns zeichnete.

Götze: "Ich war ein Judas, dann ein Held"

Fünf Jahre also. Götze ist keine 22 mehr, sondern 27, er spielte für Borussia Dortmund, den FC Bayern München und wieder beim BVB, seit 2016. Zuvor war er auf morsche Sprossen der Erfolgsleiter getreten, gesundheitliche Probleme, Fehler, Formkrisen, die Entwicklung stockte, und der Anhang murrte, bei Bayern wie Borussia.

"Einige der größten Momente, die ich im Fußball erlebt habe, sind direkt nach den dunkelsten gekommen", sagt Götze reflektierend.

Umgekehrt ist es genauso. Ich war ein Judas, dann ein Held, dann eine Enttäuschung, dann war ich fast raus aus dem Fußball. Das alles in vier Jahren.

Im Sommer 2019 ist Götze zurück auf irdischen Gefilden, schon lange. Das ist übrigens gut so.

Zuletzt hat er seine beste Halbserie seit dem WM-Triumph hingelegt mit sechs Toren und sieben Vorlagen in der Bundesliga. Götze stellte seine Ernährung um ("Ich esse zu Hause vegan und clean, auswärts ernähre ich mich von auserwähltem Fleisch oder Fisch"), wirkt drahtiger denn je und fand seine Rolle als verkappte Sturmspitze im BVB-System von Lucien Favre.

Götze muss kämpfen - besonders beim BVB

Dessen Berufskollege Joachim Löw zeigte sich via "kicker" angetan. "Er macht einen sehr durchtrainierten Eindruck", sagte der Bundestrainer im Mai, "das war nicht immer so, jetzt spürt man wieder seine Energie". Götze sei im Blickfeld des DFB-Teams, versprach Löw, der seinen Ex-Wunderknaben letztmals im Herbst 2017 nominiert hatte.

Für die Länderspiele zum Saison-Abschuss 2018/19 verzichtete Löw erneut, weil Deutschland "gut besetzt" sei im Angriff. Neu ist nun, dass sich Götze an dieses verschärfte Konkurrenzdenken gewöhnen muss - besonders im Klub.

Dortmund hat die Meisterschaft als Ziel formuliert und entsprechende Vorarbeit geleistet. Mats Hummels ist ein Premium-Transfer, offensiv haben sich die Westfalen mit Julian Brandt und Thorgan Hazard verstärkt; zudem soll ein Stoßstürmer kommen, verdächtig häufig wird Mario Mandzukic genannt.

BVB: Götze-Panzer sollte robust genug sein

Der BVB meint's ernst, Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke erhöht den "Druck auf alle Beteiligten" für die Aktivierung finaler Prozente. Für Götze bedeutet diese Hochkonjunktur eine Herausforderung: Kaum überzeugte er, wurden Kaliber für seine Position(en) geholt. Dortmund kitzelt Götze, dessen Panzer robust genug sein sollte, um sich zu behaupten. Reiz durch Reibung.

Götzes Vertrag endet 2020, zu "Beginn der neuen Saison werden wir uns zusammensetzen", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc schon Anfang Juni. Watzke wüsste "keinen Grund", warum der gebürtige Memminger weiterziehen sollte, wie er "DAZN" sagte. Aus England hieß es, dass Arsenal interessiert sei.

"Immer diese Gerüchte", wehrte Götze ab. "Jeder hat seinen Wert, und der Verein muss entscheiden, wer wo reinpasst." Dieser letzte Satz ist die Überschrift seiner Saison.

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