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Knackt der neue Bayern-Trainer auch den BVB?

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Hansi Flick

Fotocredit: Imago

VonLuca Baier
09/11/2019 Am 12:17 | Update 09/11/2019 Am 14:44

Nach der Entlassung von Niko Kovac hatte Hansi Flick nicht viel Zeit, um seine Ideen umzusetzen. Dennoch ist es Flick gelungen, mit einigen Maßnahmen für eine gewisse Stabilität zu sorgen. Vor dem Topspiel gegen Borussia Dortmund (Samstag, 18:30 Uhr im Liveticker) analysiert Eurosport.de, welche taktischen Hebel Flick in Bewegung gesetzt hat.

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Der Anfang der voraussichtlich kurzen Mission ist gemacht: Beim Pflichtsieg gegen Piräus bekleckerten sich die Bayern zwar nicht mit Ruhm, erfüllten ihre Aufgabe aber souverän. Gegen Dortmund (Sa., ab 18:30 Uhr im Liveticker) soll nun nachgelegt werden unter Interimstrainer Hansi Flick, der das Spiel gegen den BVB in der Spieltagspressekonferenz als "Ziellinie" für sich bezeichnete.

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Überraschungen in der Viererkette

Die Aufstellung in der Champions League - gleichzeitig Pflichtaufgabe und Generalprobe für das Spiel gegen Dortmund - sorgte hier und da für Verwunderung. Dass Mittelfeldmann Javi Martinez in der Innenverteidigung spielen werde, hatte Flick bereits im Vorfeld bekanntgegeben.

Dass daneben jedoch David Alaba und nicht Benjamin Pavard spielen würde, hatten vermutlich nur ganz wenige Beobachter auf dem Zettel.

Pavard ist gegen den BVB nämlich der einzig spielfähige und -berechtigte Innenverteidiger des Rekordmeisters. Trotzdem spielte der Franzose als Rechtsverteidiger – und wird dies wohl auch gegen Dortmund tun. Die Außenverteidiger sollen offenbar nicht allzu offensiv agieren, sondern als Optionen im Spielaufbau und vor allem als Konterabsicherung gegen die Flügelspieler des BVB dienen.

Weil Dortmund keinen großen Sturmtank aufbietet, ist Alaba als Innenverteidiger kein wirkliches Risiko. Mit seiner Schnelligkeit kann er die Tiefe verteidigen und zudem im Spielaufbau mit seinem starken linken Fuß einfacher eröffnen.

Links in der Kette dürfte daher Talent Alphonso Davies beginnen, dem Flick "genug Speed, um auch Hakimi in die Schranken zu weisen" bescheinigte. Klingt nach Einsatzgarantie.

Stabilität im Zentrum

Das Mittelfeldzentrum war zuletzt vom Sorgenkind zum Vater aller Probleme im Bayernspiel geworden. Ein Grund für Flicks überraschende Auswahl der Viererkette dürfte mit der Personalie Joshua Kimmich zusammenhängen.

Der vielseitige Nationalspieler ist der einzige Spieler im Bayernkader, der die Anforderungen an einen Sechser in einem absoluten Topteam erfüllt. Thiago fehlt es an defensivem Geschick und Einsatz, Martinez an Orientierung und Ballsicherheit unter Druck. Kimmich vereint diese Eigenschaften und ist daher die logische Wahl für die Sechserposition.

Gegen Piräus vertraute Flick einer klassischen Aufteilung mit einem Sechser, einem Achter und einem Zehner bzw. verkappten Stürmer im Mittelfeldzentrum. Während Kimmich die Position hielt, fokussierte sich Thomas Müller auf die Läufe im bzw. ins Angriffsdrittel. Leon Goretzka fungierte als Verbindungsspieler und unterstützte defensiv wie offensiv.

Thiago oder nicht(s)?

"Die letzten Spiele haben gezeigt, wo wir den Hebel ansetzen müssen: nämlich in der Defensive. Wir haben einfach zu viele Tore bekommen“, sagte Flick in der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den BVB.

Es gehe erstmal darum, gut zu stehen. Er sei ein "Verfechter von Ballbesitz“, wolle aber auch "eine gewisse Effizienz haben“. Man habe noch nicht die "Klarheit im Spiel“ und brauche Ballsicherheit.

Klar weiß ich, dass wir in der Offensive noch Luft nach oben haben. Aber wenn du eine gute Defensive hast, ist das auch für die offensive Ausrichtung wesentlich besser. Man hat mehr Vertrauen. Deswegen steht für mich die Defensive im Fokus.

Philippe Coutinho und Thiago mussten gegen Olympiakos Piräus auf die Bank

Fotocredit: Getty Images

Flick setzt auf Müller: Coutinhos Absturz setzt sich fort

Leidtragende dieses neuen Fokus´ sind Thiago und Philippe Coutinho.

Die fußballerischen Feingeister der Bayern werden aller Voraussicht nach auch gegen Dortmund vorerst mit Bankplätzen vorliebnehmen müssen. Ein zweischneidiges Schwert: Gegen den BVB will man gegnerische Konter zwar unbedingt vermeiden und daher wenig Risiko im Zentrum gehen.

Andererseits können Thiagos Fähigkeiten auf engem Raum auch mal das Pressing der Schwarzgelben ins Leere laufen lassen.

Dass Thiago unter Flick auf der Sechs zum Einsatz kommen wird, ist nach den getätigten Aussagen höchst unwahrscheinlich. Dass der Spanier jedoch vielleicht anstelle von Goretzka auf die Achterposition rückt, scheint durchaus möglich.

Sollte das Trainerteam der Bayern den BVB mit einem hohen Pressing und Fokus auf Umschaltspiel erwarten, könnte Thiago Kimmich im Spielaufbau unterstützen und seine Ballsicherheit unter Gegnerdruck ausspielen. Erwartet man jedoch eher ein Spiel mit vielen Richtungswechseln, dürfte der laufstarke Goretzka erste Wahl sein.

Eurosport-Check:

Es ist kaum möglich, einer Mannschaft in so kurzer Zeit seinen Stempel aufzudrücken - in einer englischen Woche erst recht. Dennoch hat Flick mit einigen Maßnahmen und auch mit seinen Aussagen den Fokus verlagert.

Es soll wieder einfach gespielt werden in München: Stabile Defensive, harte Arbeit und Vertrauen auf die herausragende Qualität in der Offensive.

Diese ersten Schritte erinnern durchaus an die Herangehensweise von Jupp Heynckes, der zu Beginn seiner Amtszeiten beim Rekordmeister ebenfalls stets den Fokus auf diese stabile Basis gelegt hatte. Bayern dürfte mit dieser Ausrichtung und geschärften Sinnen gute Chancen gegen den BVB haben.

Geht Flick mit den Bayern als Sieger über die von ihm beschriebene Ziellinie, darf er sich sicherlich berechtigte Hoffnungen auf einen Verbleib an der Seitenlinie machen.

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