1. Davies: Schatten, Licht, Schatten

Hansi Flick und der FC Bayern München wollten nichts dem Zufall überlassen. Anders als im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach (2:1) rückte deshalb auch wieder Linksverteidiger Alphonso Davies für Lucas Hernández in die Startelf. Eine Maßnahme, die um ein Haar nach hinten losgegangen wäre, denn der Kanadier hatte nach 19 Minuten Glück, nicht vom Platz geflogen zu sein.

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Nach einem Zweikampf mit Leonardo Bittencourt trat der 19-Jährige im Rücken von Schiedsrichter Harm Osmers nach und sah anschließend nur die Gelbe Karte. Eine Szene, die auch als Tätlichkeit hätte gewertet werden können und damit einen Platzverweis zur Folge gehabt hätte. Doch der VAR griff nicht ein, es blieb bei Gelb. Glück für den FC Bayern.

Denn Davies zeigte in der Folge, wie essentiell er mittlerweile für das Spiel der Bayern geworden ist. Sein mittlerweile zum Markenzeichen gewordener Highspeed - gegen Bremen wurde er mit dem Bundesligarekord von 36,51 km/h gemessen - verhinderte aus Münchner Sicht mehrfach ein Durchbrechen der Bremer Außenverteidiger.

David Alaba (l.) und Alphonso Davies vom FC Bayern

Fotocredit: Getty Images

Überhaupt war Davies vor allem defensiv auffällig, überzeugte mit einer Zweikampfquote von 66 Prozent und brachte 94 Prozent seiner Zuspiele an den Mann: Bestwert aller Feldspieler. Ein Happy End gab es dennoch nicht für den jungen Linksverteidiger. In der 79. Minute musste er mit Gelb-Rot vom Platz, weil er gegen Milos Veljkovic im Mittelfeld gesperrt hatte. Gegen Freiburg fehlt Davies nun erstmals unter Trainer Hans-Dieter Flick auf dem Platz.

2. Kohfeldts taktische Anpassung funktioniert

Florian Kohfeldt ging gegen den Rekordmeister auf Nummer sicher. Hatte er beim 5:1-Auswärtserfolg beim SC Paderborn noch auf seine bewährte 4-2-3-1-Formation gesetzt, stellte er gegen den FC Bayern auf eine Fünferkette im Spiel gegen den Ball um. Geballte Defensive, die sich über weite Strecken des Spiels auszahlte.

In der ersten halben Stunde ließen die Bremer keine ernsthafte Torchance der Bayern zu. Vor allem die Außenverteidiger Theodor Gebre Selassie (rechts) und Marco Friedl (links) machten es den Gästen durch ihren hohen läuferischen Aufwand schwer, hinter die Kette zu kommen. In der ersten Halbzeit klappte das eigentlich nur einmal und war der individuellen Klasse des FC Bayern geschuldet.

Alphonso Davies (Bayern Munich) gegen Werder Bremen

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Jérôme Boateng chippte den Ball kurz vor der Pause mit viel Gefühl über rausrückende Bremer auf Torjäger Robert Lewandowski, der mit der Brust annahm und die Kugel mit dem zweiten Kontakt volley ins Tor bugsierte (43.).

Auch in der zweiten Hälfte, die das Team von Hansi Flick optisch dominanter gestaltete (61 Prozent Ballbesitz), ließen die Bremer kaum große Chancen zu. Im Mittelfeld waren sie griffig und zweikampfstark, am Ende sogar kurz vor dem Ausgleich.

Insgesamt dürfte der Auftritt den Bremern trotz Niederlage Mut für die letzten beiden Spiele beim 1. FSV Mainz 05 und zuhause gegen den 1. FC Köln machen. So spielt jedenfalls kein Absteiger.

3. Meistermacher Neuer

Als Torwart eines Top-Klubs muss man häufig lange warten, ehe man sich auszeichnen darf. Für Manuel Neuer war es in Bremen keiner dieser Auftritte, die er am nächsten Morgen noch in den Knochen spürt - und dennoch wäre die achte Meisterschaft in Serie ohne den deutschen Nationaltorwart wohl noch nicht endgültig entschieden gewesen.

Es war die 90. Spielminute, als Yuya Osako am Fünfmeterraum zum Kopfball kam und die Kugel sanft über sein Haar in Richtung linkes Toreck streichen ließ. Doch Neuer reagierte sensationell und kratzte die Kugel im Stile eines Welttorwarts noch von der Linie - und zwar so, dass der eingewechselte Claudio Pizarro auch nicht mehr ran kam.

Manuel Neuer rettet gegen Osako

Fotocredit: Imago

"Typischer Manu", kommentierte Lewandowski nach dem Spiel bei "Sky". Auch Hansi Flick lobte nach dem Spiel: "Ich weiß, dass wir einen Weltklasse-Torwart im Tor haben. Manu hat uns auch gegen Gladbach schon gerettet, heute auch. Das gehört dazu, deshalb haben wir ihn im Tor."

Dem ist nichts hinzuzufügen.

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