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Drei Dinge, die auffielen: Haaland erweckt schläfrigen BVB

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Jadon Sancho und Erling Haaland

Fotocredit: Eurosport

VonPeer Kuni
18/01/2020 Am 21:49 | Update 19/01/2020 Am 01:34

Borussia Dortmund feiert nach einer desolaten ersten Halbzeit ein Wahnsinns-Comeback in Augsburg und siegt am Ende mit 5:3. Vor allem aber feiern die BVB-Fans einen: Erling Haaland! Der Neuzugang drehte das Spiel mit einem Dreierpack fast im Alleingang. Für zwei Dortmunder war der Ausflug zum FCA hingegen zum Vergessen. Marco Reus fehlte das Zielwasser, Lukasz Piszczek das Tempo. Was uns auffiel.

1. Haaland erweckt schläfrigen BVB

Drei Minuten. So lange brauchte Erling Haaland im Auswärtsspiel beim FC Augsburg für sein Debüt-Tor in der Bundesliga. Nach einem genialen Pass in die Schnittstelle von Jadon Sancho blieb der Stürmer eiskalt und netzte rechts unten ein (59.).

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Ein Einstand wie im Märchen! Aber nicht nur das. Mit der Einwechslung des 19-jährigen Neuzugangs kam der erhoffte Impuls, das Feuer, nach einer desolaten ersten Halbzeit von Borussia Dortmund. Ab der 56. Minute stimmte die Körpersprache der Schwarz-Gelben. Und Haaland ging voran.

Brachte die Wende für Borussia Dortmund beim FCA: Erling Haaland

Fotocredit: Getty Images

Anstatt sich den Ball wie in der ersten Halbzeit fast lustlos hin- und herzuschieben, suchte der BVB plötzlich den direkten Weg zum Tor – und dabei immer wieder Haaland.

Der Norweger war ein ständiger Unruheherd, den die Augsburger Defensive nie in den Griff bekam. Bei jedem gefährlichen Angriff war der junge Stürmer beteiligt. BVB-Trainer Lucien Favre lobte nach der Partie bei "Sky" Haalands Läufe in die Tiefe:

Das gibt uns nochmal andere Optionen im Angriff.

Der schnelle Shootingstar suchte immer die freien Räume - und fand sie. Nach dem Ausgleich zum zwischenzeitlichen 3:3 durch Sancho (61.) lief Haaland auch den nächsten BVB-Angriff mit und wurde perfekt von Thorgan Hazard bedient. Der Norweger brauchte nur noch einzuschieben (70.).

Haaland hatte aber noch nicht genug. Auch sein dritter Schuss fand den Weg ins Tor. Erneut blieb der Youngster vor dem Augsburger Tor cool und erzielte den 5:3-Endstand in einer absolut verrückten Partie (79.).

Wirkliche Begeisterung kam bei Haaland nach Abpfiff aber nicht auf. Der ruhige Norweger gab sich im Interview ganz cool: "Ich bin einfach relaxt."

Auf die Frage, ob er im nächsten Spiel über 90 Minuten bereit sei, antwortete der Stürmer ganz lapidar mit einer Gegenfrage:

Wie hat es denn heute ausgesehen?

Der 1. FC Köln sollte sich am kommenden Freitag (20:30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) auf jeden Fall warm anziehen. Denn Haaland und der BVB, das scheint Liebe auf den ersten Blick zu sein.

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2. Reus fehlt das Zielwasser

Im Gegensatz zu Haaland wollte es bei BVB-Kapitän Marco Reus überhaupt nicht mit dem Toreschießen klappen. Der 30-Jährige ließ gleich fünf Hochkaräter liegen. Dabei zeigte Reus ungewohnte technische Defizite beim Abschluss.

Bereits nach acht Minuten hätte der deutsche Nationalspieler auf 1:0 stellen können, doch nach einem Querpass von Sancho stand Reus falsch zum Ball und traf die Kugel nicht richtig.

20 Minuten später war die Chance noch größer: Nach Vorlage von Axel Witsel kam Reus frei im Strafraum zum Abschluss und setzte den Ball rechts am Tor vorbei. Das Timing beim Abschluss passte einfach nicht (29.).

In Minute 43 hatte er nach einem Pass von Julian Brandt Probleme bei der Ballannahme und verschenkte so eine gute Torgelegenheit.

Ließ gegen den FC Ausgburg fünf gute Chancen ungenutzt: Marco Reus (schwarz)

Fotocredit: Getty Images

Selbst in der zweiten Hälfte, als die BVB-Offensive deutlich aufblühte, wollte Reus kein Treffer gelingen. Nach einer erneuten Sancho-Vorlage zielte Reus - auch wenn der Schiedsrichter zuvor auf Abseits entschied - deutlich über den Kasten (69.). Das Problem diesmal: Zu viel Rückenlage.

Nach 80 Minuten hatte Favre ein Einsehen und nahm den Offensivakteuer vorzeitig runter. Ein gebrauchter Nachmittag für den Kapitän.

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3. Piszczek kann Zagadou nicht ersetzen

Nach dem Ausfall von Dan-Axel Zagadou (Muskelfaserriss) musste Favre umstellen. Der Schweizer hielt an seinem 3-4-3-System fest und ersetzte Zagadou durch Lukasz Piszczek. Der Routinier agierte als rechter Innenverteidiger in der Dreierkette, konnte das Vertrauen seines Trainers aber nicht rechtfertigen.

Piszczek hatte nicht nur beim 0:1 (34.) das Nachsehen gegen den flinken Ruben Vargas. Immer wieder kombinierte sich der Schweizer im Zusammenspiel mit Philipp Max auf links durch und machte dem BVB-Verteidiger das Leben schwer. Piszczek, der mittlerweile viel von seiner einstigen Spritzigkeit eingebüßt hat, lief den Augsburger Flügelspielern fast ausschließlich hinterher.

Kam vor allem gegen Ruben Vargas fast immer einen Schritt zu spät: Lukasz Piszczek (rechts)

Fotocredit: Getty Images

Erste Maßnahme von Favre: In der Halbzeitpause stellte der Schweizer auf Viererkette um. Der BVB-Coach wollte die Abwehr damit stabilisieren, zog Raphaël Guerreiro zurück auf die Linksverteidigerposition. Piszczek spielte nun in seiner Lieblingsrolle als klassischer rechter Außenverteidiger. "Wir lagen zurück und mussten mehr Risiko eingehen", begründete Favre die Umstellung.

Doch der Pole tat sich weiterhin unglaublich schwer gegen das Duo Vargas und Max. Vor allem beim 1:3 durch Florian Niederlechner sah der Routinier erneut alt aus und kam nicht in den Zweikampf (55.). Piszczek war schlichtweg zu langsam.

Direkt im Anschluss an diese Aktion wurde er erlöst. Favre nahm den 34-Jährigen raus und brachte den 19-jährigen Neuzugang Haaland. Der Rest ist jetzt schon schwarz-gelbe Geschichte.

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