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"Wozu haben wir Regeln?": Augsburgs Siegtreffer sorgt für Aufregung

"Wozu haben wir Regeln?": Augsburgs Siegtreffer sorgt für Aufregung

09/11/2019 um 17:26Aktualisiert 09/11/2019 um 18:59

Der FC Augsburg hat sich am 11. Bundesligaspieltag einen wichtigen 1:0 (1:0)-Sieg gegen den SC Paderborn gesichert. Gegen den Aufsteiger siegten die Fuggerstädter auswärts dank eines sehenswerten Freistoßtores von Philipp Max (41. Minute). Damit verließ der FCA den Relegationsplatz und kletterte auf Rang 15 (zehn Punkte). Paderborn bleibt dagegen mit vier Zählern auf dem letzten Tabellenplatz.

So lief das Spiel:

Neben dem Topspiel rief die Bundesliga am Samstagnachmittag auch zum Kellerduell. Schlusslicht SC Paderborn empfing den Sechzehnten FC Augsburg – doch ein Grottenkick wollte sich in der Anfangsphase so gar nicht entwickeln. Die Gastgeber machten viel Druck auf die seit sechs Partien sieglosen Augsburger. Bereits nach vier Minuten verursachte die Hintermannschaft des FCA einen Elfmeter gegen Streli Mamba, der bei einem Querschläger etwas zu leicht fiel.

Klaus Gjasula allerdings schoss entsetzlich schwach, Augsburg-Keeper Tomas Koubek hatte keine Mühe und parierte (7.). Dennoch gehörte die Anfangsphase eindeutig den Gastgebern, die über die Außenbahnen viel Tempo machten und die Fuggerstädter im eigenen Strafraum einschnürten. Wenn die Gäste mal gefährlich wurden, dann über Standardsituationen. Doch das Team mit den bis dato wenigsten Treffern nach ruhenden Bällen (2) dieser Saison konnte auch aus seinen Standards keine Gefahr erzeugen.

Nach einer knappen halben Stunde kamen die Gäste dann endlich etwas besser ins Spiel. Der FCA presste höher und konnte einige Ballgewinne in der Paderborner Hälfte verzeichnen, klare Torchancen wurden bis dato aber nicht daraus. Nach 32 Minuten hatte Florian Niederlechner die Riesenchance zur Augsburger Führung, vergab aber kläglich von halblinks aus rund zwölf Metern und setzte den Ball weit über das Paderborner Tor.

Kurz vor der Pause machten die Gastgeber in der Rückwärtsbewegung zu viele Fehler. Augsburg erhielt einen Freistoß auf halbrechter Position rund 25 Metern vor dem Tor. Philipp Max hämmerte den Ball mit links unwiderstehlich in die Maschen (41.) – die etwas schmeichelhafte Gästeführung, welche der FCA aber mit in die Kabine nehmen konnte.

Nach der Pause brachte Steffen Baumgart seinen Spieler Christopher Antwi-Adjai für Gerrit Holtmann, doch die Gäste aus Augsburg waren jetzt das aktivere Team und bestimmten die Partie. In der 60. Minute brachte Baumgart mit Sven Michel einen zweiten Stürmer auf den Platz, der SCP spielte jetzt mit zwei klassischen Neunern.

Erst rund 20 Minuten vor Schluss gab Paderborn mal wieder ein Lebenszeichen von sich. Abdelhamid Sabiri scheiterte mit einem starken Freistoß aus rund 30 Metern (69.). In der Schlussviertelstunde drückten die Gastgeber nochmal, Augsburg stand tief und beschränkte sich aufs Ergebnishalten. Die Abwehr der Gäste hielt stand. Trotz sechsminütiger Nachspielzeit brachte Augsburg den Dreier nach Hause, Paderborn bleibt Tabellenschlusslicht.

Die Stimmen zum Spiel:

Stefan Reuter (Sportdirektor FC Augsburg): "Wir haben uns am Anfang schwergetan. Unser Keeper hat uns mit dem parierten Elfer im Spiel gehalten. Danach hat sich das Team ins Spiel gekämpft und unterm Strich verdient gewonnen. Wenn wir irgendwann das 2:0 machen, tun wir uns natürlich leichter."

Steffen Baumgart (Trainer SC Paderborn): "Wir hatten bessere Möglichkeiten in der Anfangsphase. Beim Gegentor steht eindeutig ein dritter Gegenspieler in der Mauer, der laut Regel mindestens einen Meter Abstand halten muss – wozu haben wir Regeln, wenn der Videoschiedsrichter sich immer rausreden kann und das nicht überprüft? Für mich ist es eine Frechheit. Wenn der Schiedsrichter gerade woanders hinguckt, kann ich das akzeptieren. Aber damit solche Situationen überprüft werden, haben wir den Videoassistenten eingeführt. Der hat eine Minute länger Zeit sich das anzugucken. Das nicht zu tun und dann so einen Scheiß zu erklären. Jetzt muss ich vorsichtig sein, was ich sage."

Der Tweet zum Spiel:

Mit seinem ersten Saisontor sorgte Philipp Max für den erst dritten Treffer der Augsburger nach ruhenden Bällen in der laufenden Saison. Skurril: Der Ball prallte zunächst so an der Hintertorkamera ab, dass es nach einem Pfostentreffer aussah. Doch Schiri Marco Fritz erkannte korrekt auf Tor.

Das fiel auf: Flügellähmung?

Ohne Außenstürmer André Hahn, der kurz vor dem Spiel Knieprobleme bekommen hatte, wirkten die Gäste aus Augsburg am Samstag in der Offensive zunächst etwas flügellahm. Das 1:0 von Philipp Max aus der 41. Minute entstand aus einer Standardsituation. Doch anschließend spielte der FCA sich frei und kamen zu zahlreichen guten Chancen.

Die Statistik zum Spiel: Serienende

Nach sechs sieglosen Spielen in Folge holte der FC Augsburg am Samstag mit seinem zweiten Saisonsieg endlich wieder einen Dreier.

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