David Alaba schmunzelte kurz. "Das ist schon schön, sowas zu hören", sagte der Österreicher.

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"Unverschämt!" Hoeneß mit Wut-Anruf live im TV
11/11/2019 AM 15:12

Gemeint war: Ein freundliches Statement vom Teamkollegen. Joshua Kimmich hatte den Abwehrspieler zuvor über den grünen Klee gelobt.

"Ich finde ihn als Innenverteidiger einen komplett anderen Spieler. Er gefällt mir auch überragend als Linksverteidiger, aber als Innenverteidiger ist er für mich wirklich mit einer der Besten der Welt", hatte Kimmich den Aushilfsinnenverteidiger nach dem 4:0 des FC Bayern München gegen Borussia Dortmund gerühmt. Und Alaba so zum Schmunzeln gebracht.

Reife Leistung von Alaba

Alaba hatte aber auch wirklich eine reife Leistung abgeliefert. Nach der Rotsperre von Jérôme Boateng sowie den Verletzungen von Niklas Süle (Kreuzbandriss) und Lucas Hernández (Knöchel-OP) musste der gelernte Mittelfeldspieler, der bei Bayern seit 2010 links verteidigt, wie schon gegen Piräus innen ran - und überzeugte.

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Dortmunds falsche Neun Mario Götze war bei ihm jedenfalls abgemeldet. Alaba gewann drei seiner fünf Zweikämpfe, zudem spielte er 89 von 97 Pässen zum Mitspieler, davon einige lange Diagonalbälle auf Serge Gnabry. Der Innenverteidiger gab auch die meisten Pässe in des Gegners Hälfte ab (40; 90% angekommen) und lieferte zwei Torschussvorlagen.

"Er kann das. Er hat absolut die Übersicht und die Qualität, auch Innenverteidiger zu spielen", hatte Thomas Müller ohnehin schon immer gewusst.

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Alaba mit Top-Körpersprache

Alabas 104 Ballaktionen wurden nur von Rechtsverteidiger Benjamin Pavard übertroffen (107). Der 27-Jährige eroberte außerdem zwölfmal den Ball - ebenso Bestwert auf dem Platz wie drei klärende Aktionen.

Doch nicht nur statistisch machte Alaba ein super Spiel. "Seine Körpersprache ist wahnsinnig, wie positiv er auch ist, wie er in die Zweikämpfe geht", ging Kimmichs Lobeshymne weiter:

Er hat ein super Aufbauspiel. Er hat super Diagonalbälle gespielt. Und er behält die Ruhe auch unter Druck.

Erinnerungen an Pep Guardiola

Ganz neu ist die Innenverteidigerrolle für Alaba freilich nicht - unter Guardiola kam der Österreicher zwischen 2014 und 2016 bereits 39-Mal zentral defensiv zum Einsatz, 28-mal davon in der Saison 2015/16, als Bayern lange auf Holger Badstuber, Boateng und Medhi Benatia verzichten musste und zur Rückrunde sogar Serdar Tasci verpflichtete.

Auch Carlo Ancelotti zog Alaba eine Saison später immerhin noch in elf Spielen als Not-Innenverteidiger heran. Danach spielte er wieder links - bis jetzt.

Und auch weiterhin? Am übernächsten Spieltag wäre Boateng zwar im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen (30.11.) wieder einsatzberechtig. Da sich Alphonso Davies aber als Backup auf links extrem gut macht, könnte Alaba bis zur Winterpause innen gesetzt sein.

Flick bleibt - Alaba freut's

Was ihn zwar nicht glücklich macht, er aber hinnimmt. "Ich fühle mich links schon wohler, das ist kein Geheimnis", sagte er am Samstagabend, "aber ich versuche einfach, der Mannschaft zu helfen und meinen Job zu machen."

Innen müsse "man schon anders agieren, das Spiel anders lesen". Das versuche er jedoch "so gut es geht".

Dass Hansi Flick weiterhin die Geschicke bei Bayern leiten wird, nahm Alaba indes positiv auf - trotz der Versetzung nach innen. "Wir haben viele Dinge geändert. Da hat der Trainer seinen Anteil. Wir haben aggressiv gespielt, haben sehr hoch gepresst. Er hat uns sehr gut eingestellt und in der sehr kurzen Zeit an den richtigen Schrauben gedreht – taktisch wie auch mental", lobte Alaba den Trainer.

Fazit:

Wir konnten wirklich alles perfekt umsetzen. Dazu bringen wir jetzt wieder unsere Qualität auf den Platz. Wir haben sehr große Schritte nach vorne gemacht.

Und er einen nach innen.

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