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Kimmich bei Bayern auf der Sechs: Masterplan für die großen Spiele?

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FC Bayern München: Joshua Kimmich

Fotocredit: Getty Images

VonLuca Baier
31/08/2019 Am 10:23 | Update 31/08/2019 Am 10:23

Gegen den FC Schalke 04 überraschte Niko Kovac mit Joshua Kimmich als Sechser – ein Experiment, das beim FC Bayern München eigentlich schon beendet schien. Eurosport.de analysiert vor dem Spiel gegen Mainz (Samstag, 15:30 Uhr im Liveticker), in welchen Spielen Kimmich besser auf der Sechs spielen sollte und wann er als Rechtsverteidiger wertvoller ist.

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99 Ballkontakte, knapp 95 Prozent Passquote – Joshua Kimmich war als Sechser gegen Schalke der Dreh- und Angelpunkt des FC Bayern. Neuzugang Benjamin Pavard übernahm dafür die Position rechts in der Viererkette. Ein Experiment mit Zukunft?

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Kimmichs 360-Grad-Blick

Über den Sommer hinweg hat sich eigentlich der Eindruck verfestigt, dass Kovac mit Thiago als Sechser plant und Kimmich wie gewohnt hinten rechts gesetzt ist.

Als dieser Thiago nun gegen Schalke aussetzen musste, kam überraschenderweise nicht Landsmann Javí Martinez zum Einsatz, sondern Kimmich. Die aus der Vorsaison bekannte Variante schien eigentlich schon verworfen.

Kovac wollte gegen das intensive Schalker Pressing unter dem neuen Trainer David Wagner aber wohl die ballsicherste Lösung im Zentrum. Kimmich ist unter Druck deutlich stärker am Ball als Martinez.

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Durch sein ständiges Blicken über die Schultern weiß Kimmich immer, von der Gegner mit welchem Tempo kommt und wie er sich wiederum bei der Ballannahme drehen kann. Dadurch kann er das Spiel schon mit dem ersten Kontakt schnell machen und das Pressing des Gegners ins Leere laufen lassen.

Schalke zog sich folgerichtig schnell zurück, das geplante überfallartige Pressing im Zentrum funktionierte nicht.

FC Bayern: Pavard als defensive Variante in der Viererkette

Wenn Kimmich als Sechser spielt, ist Benjamin Pavard die erste Wahl als Rechtsverteidiger. Der gelernte Innenverteidiger ist kein Flankenspezialist wie sein deutscher Teamkollege, kann diese Rolle aber durchaus erfolgreich ausfüllen – mit der französischen Nationalmannschaft gewann er als Rechtsverteidiger die Weltmeisterschaft und avancierte zu einem der Überraschungsspieler des Turniers.

Pavard ist schnell genug für die Position und verliert wenig Bälle. Dass er dabei nicht so kreativ im Passspiel ist und auch so gut wie nie ins Dribbling geht, ist angesichts seines Fähigkeitenprofils nicht überraschend. Aber auch nicht weiter schlimm.

Benjamin Pavard (l.) mit Joshua Kimmich (r.) im Training

Fotocredit: Getty Images

In Ballbesitz macht er einfache Dinge, spielt den Ball weiter und läuft sich wieder frei. Defensiv ist der Franzose dafür robuster und geschickter im Zweikampf und kann bei Flanken von der anderen Seite am langen Pfosten naturgemäß besser in Kopfballduellen verteidigen als Kimmich.

Kimmich auf der Sechs: Keine Variante für jedes Spiel

Die meisten Gegner werden gegen den FC Bayern nicht so hoch pressen wie Schalke, sondern sich weiter zurückziehen. In diesen Fällen ist die Variante mit Pavard rechts und Kimmich im Zentrum eigentlich obsolet.

Kimmichs Flügelläufe werden gegen tief stehende Gegner dringender gebraucht als seine Fähigkeiten im Spielaufbau. Hier kann Kovac entweder Thiago als Spielmacher aus der Tiefe einsetzen. Soll der Regisseur weiter vorne spielen, kann auch Martínez als reine Konterabsicherung auflaufen.

In den "großen" Spielen kann es jedoch durchaus sinnvoll sein, mit Pavard die rechte Seite abzusichern. Kimmich könnte dann als gut orientierter und defensiv geschickter Aufbauspieler auf der Sechs agieren, sodass Thiago als Achter bzw. Zehner für die kreativen Momente im letzten Drittel sorgen kann.

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Damit würde Kovac gleich mehrere Probleme aus der letzten Saison lösen: Bayern wäre auf den Flügeln nicht mehr so anfällig in Umschaltmomenten und wäre im Zentrum defensiv solide aufgestellt – ohne dabei aber an Qualität im Spielaufbau zu verlieren.

Eurosport-Check: Kimmich auf der Sechs ist keine taktische Innovation – schließlich gab es diese Versuche auch schon in der letzten Saison. Dass in diesem Fall aber nun Pavard statt zuvor Rafinha als Rechtsverteidiger aufläuft, ändert einiges im Spiel der Bayern. In den großen Spielen könnte diese Variante Thiago defensiv entlasten und ihn wieder näher ans gegnerische Tor bringen. Das klingt nach guten Mitteln gegen die oft vorgeworfene defensive Instabilität und auch die offensive Ideenlosigkeit.

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