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Miesgelaunter Martínez: So schießt er sich selbst ins Abseits

Miesgelaunter Martínez: So schießt er sich selbst ins Abseits

01/09/2019 um 10:02

Der FC Bayern München bot am dritten Bundesliga-Spieltag gegen den FSV Mainz 05 mit dem überzeugenden 6:1 ein Tor-Feuerwerk. Einer schmollte jedoch - und wie: Javi Martínez. Der Spanier kam nicht zum Einsatz und stellte seinen Frust offen zur Schau. Warum er sich so selbst ins Abseits schießt und wer jetzt ganz besonders gefragt ist.

Ohne Frage: Die sportliche Situation stellte sich für den 30-jährigen Spanier schon mal besser dar. Die Konkurrenz ist groß, die Perspektive scheinbar gering. Bislang spielte er in drei Spielen nur 13 Minuten. Doch bei allem Verständnis für ehrgeizige Charaktere, darf er sich nicht so verhalten wie jetzt geschehen, denn das war respektlos und unkollegial.

Martínez stellt Frust offen zur Schau

In der zweiten Halbzeit schleppte er sich mühevoll zum Aufwärmen, während seine Kollegen längst hinter dem Tor von Manuel Neuer angekommen waren. Dort angekommen, schlenderte er nur, setzte sich hin, stand wieder auf, dehnte sich sporadisch, wandte sich ab vom Spielfeld und bewegte sich kaum. Fitness-Coach Holger Broich, der die Einheit für die Ersatzspieler leitete, wird sich seinen Teil gedacht haben.

Nach Abpfiff stapfte Martínez - er war nicht zum Einsatz gekommen - dann umgehend Richtung Kabine, woraufhin Broich sofort zum Cheftrainer Niko Kovac stürmte und ihm höchstwahrscheinlich mitteilte, dass Martínez doch noch zum gleich auf dem Rasen startenden Auslaufen kommen solle.

Das Auslaufen hatte dann schon begonnen, als Martínez aus der Kabine zurückkehrte und sich der Gruppe anschloss. Von viel Engagement war dabei erneut nicht viel zu sehen. So schießt er sich selbst ins Abseits.

Auch im Anschluss stellte er seine miese Laune offen zur Schau, als er durch die Mixed Zone ging und den Journalisten lediglich zuraunte:

"Es ist besser, wenn ich nicht spreche."

Der Fall Martínez zeigt einmal mehr, worin die große Herausforderung für alle Verantwortlichen beim FC Bayern liegt: Alle bei Laune zu halten, den Spielern so viel Wertschätzung entgegenzubringen, dass sie gewillt sind, das Beste für den Verein zu geben. Gelingt das nicht, sind die ambitionierten Titel-Ziele in großer Gefahr. Auch aus diesem Grund wurde mit Renato Sanches ein steter Unruheherd abgegeben.

Auch seine Kollegen sind gefordert

Doch nicht nur der Trainer ist gefragt. Auch die Spieler, die zuvor einen breiteren Kader und neue Stars forderten wie Kapitän Manuel Neuer (indirekt über seinen Berater) oder Joshua Kimmich oder Robert Lewandowski. Sie können müssen jetzt Stimmungen intern auffangen und moderieren, damit Martínez schnell wieder aus seiner Schmoll-Ecke kommt.

Martínez selbst könnte mit der Situation auch umgehen wie Thomas Müller. Jeder weiß, dass es nur ein System mit ihm ODER Superstar Coutinho wirklich sinnvoll ist. Doch er verhält sich nicht bockig, sondern verweist auf seine Erfahrung und Stärken.

"Ich bin lange genug dabei, um zu wissen, dass es selten Perioden gab, in denen dauerhaft ein und dieselbe Mannschaft gespielt hat. Wir wollten, dass wir die Breite des Kaders verbessern und von außen nachlegen können."

Müller ließ gegen Mainz Taten sprechen und lieferte in seinen rund 20 Minuten Spielzeit zwei Torvorlagen.

Es werden im Laufe der Saison Phasen kommen, in denen auch Martínez wieder gebraucht wird. Als Balljäger hinter Coutinho wäre er sicher eine gute Alternative neben dem von Natur aus offensiver agierenden Thiago. Daran sollte er glauben und dafür im Training Gas geben. Nur so kann er der Mannschaft weiterhelfen.

Mit solch einem Verhalten wie am Samstag, schießt er sich dagegen nur selbst ins Abseits.

Video - RB-Stürmer Augustin vor Last-Minute-Wechsel

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