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Mangelware Klebstoff? So bastelt Bayern am Kader

Mangelware Klebstoff? So bastelt Bayern am Kader

12/07/2019 um 22:20Aktualisiert 13/07/2019 um 17:51

Leroy Sané lässt weiter auf sich warten, die Alternative Ousmane Dembélé dürfte den FC Bayern ebenfalls nur als Alternative sehen. Die Münchner basteln an ihrem Wunschkader für die neue Saison, doch offenbar ist der Klebstoff ausgegangen. Um es präziser zu sagen: Dem deutschen Rekordmeister mangelt es an Argumenten, um die Sanés, Dembélés und de Ligts dieser Welt an die Isar zu lotsen. Warum?

Nach wie vor ist die Frage nach dem "wer" die entscheidende an der Säbener Straße. Wer schließt sich noch dem FC Bayern an? Die Namen, die gehandelt werden, sind bekannt. Oft genug kamen sie aus den Mündern der Vereinsoberen höchstselbst. Sané, Dembélé, Spieler nahe der 100-Millionen-Euro-Marke oder sogar drüber.

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Allerdings scheint ihm der Klebstoff ausgegangen zu sein. Ihm fehlen die Argumente, um internationale Top-Spieler nach München zu lotsen.

Das Erbe des Guardiola

Es ist noch gar nicht so lange her, da standen und saßen Pep Guardiola und Matthias Sammer an der Seitenlinie in der Allianz Arena. Drei Jahre, um genau zu sein.

Heute teilen sich Niko Kovac und eben Salihamidzic die Plätze - und bei allem Respekt: Sie sind nicht Guardiola und Sammer. Noch nicht. Dass sich die Münchner im Umbruch befinden, ist hinlänglich bekannt. Da machen auch Trainer und Sportdirektor keine Ausnahme.

Die Zeiten, in denen der Sportdirektor dem potenziellen Neuzugang vorschwärmen konnte, dass einer der besten Trainer weltweit ihn beim FC Bayern unter seine Fittiche nehmen würde, sind vorbei. Vorerst. Kovac steht immerhin noch am Anfang seines Trainer-Daseins.

Niko Kovac und Hasan Salihamidzic.

Niko Kovac und Hasan Salihamidzic.Getty Images

Der Meister und sein Lehrling

Schaut man sich die öffentlichen Lobeshymnen der Bayern-Verantwortlichen in Richtung Sané an und schenkt dem bizarr wirkenden Transfer-Hickhack Glauben, fällt es dem erfolgreichsten Fußballverein Deutschlands aktuell schwer, die Wunschspieler vom eigenen Projekt zu überzeugen.

Für Rummenigge und seinen Schüler "Brazzo" sind die Gründe offenkundig: "International ist die Konkurrenz größer geworden. Man muss natürlich auch sehen: Die Summen sind andere. Wir sprechen von Summen im dreistelligen Millionenbereich", betonte der Meister und sein Lehrling fügte an:

"Der Transfermarkt ist durch das Geld in England, Spanien nicht einfacher geworden. Man muss aber auch andere Argumente haben, um sich durchzusetzen."

Bleibt die Frage, welche Argumente Salihamidzic meint.

FC Bayern: Es braucht eine Perspektive

Rummenigge hatte im Rahmen der Vorstellung von Lucas Hernández von einer schönen Stadt und einem schönen Stadion gesprochen, das Bayern seinen Stars zu bieten hat. Und klar, der Verein hat noch einiges mehr in petto.

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Sieht man mal von der vergangenen Saison ab, drang der FCB in der jüngeren Vergangenheit immer tief in die Spätphase der Champions League vor, national macht ihm ohnehin niemand etwas vor und auch an der Säbener Straße wird bekanntlich nicht mit Monopoly-Geld entschädigt.

Was dem Klub jedoch in der Tat fehlt, ist eine klare Perspektive. Wohin will der FC Bayern? Welche Spieler benötigt man für den Umbruch, nachdem Vereinsikonen wie Franck Ribéry oder Arjen Robben die große Bühne verlassen haben? Für welchen Fußball möchte der dafür zuständige neue Trainer Kovac stehen?

All diese Fragen gilt es zu beantworten und all diese Fragen sind (noch) genau das: Fragen. Das Fundament ist vorhanden, Stars ebenfalls. Was fehlt, ist der letzte Feinschliff, den es aber so dringend braucht, um auch in Zukunft im Klub der internationalen Elite mitspielen zu können.

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