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3 Dinge, die auffielen: "Notnagel" Hernández sofort voll da

3 Dinge, die auffielen: "Notnagel" Hernández sofort voll da

25/08/2019 um 09:28Aktualisiert 25/08/2019 um 10:58

Der FC Bayern München setzt sich dank Dreierpacker Robert Lewandowski mit 3:0 (1:0) beim FC Schalke 04 durch und feiert den ersten Saisonsieg. Neben dem Polen fiel dabei vor allem das Startelf-Debüt von Lucas Hernández positiv auf. Eher negativ bleibt die ewig gleiche Diskussion um die Auslegung der Handspielregel in Erinnerung. Drei Dinge, die auffielen.

1. Hernández ohne Eingewöhnungszeit

"Etwas aus der Not geboren", gab Trainer Niko Kovac nach der Partie zu, sei Bayerns Rekordtransfer Lucas Hernández am 2. Spieltag zu seinem Startelfdebüt gekommen. Der Grund war der Ausfall von Thiago (Halswirbelbeschwerden), der zur Folge hatte, dass Joshua Kimmich als zentraler Mittelfleldspieler einsprang.

Benjamin Pavard ersetzte den deutschen Nationalspieler auf der rechten Abwehrseite, Hernández seinen Nationalmannschaftskollegen in der Innenverteidigung.

Startschwierigkeiten oder Eingewöhnungszeit brauchte der für 80 Millionen Euro von Atlético Madrid gekommene Weltmeister nicht. Hernández verteidigte stark nach vorne, übernahm in der Kette den Spielaufbau.

Mit 84 Pässen spielte er die zweitmeisten in seinem Team und brachte davon starke 90 Prozent an den Mann. Auch knapp 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe sind ein guter Einstand.

Guido Burgstaller (li.) und Lucas Hernández

Guido Burgstaller (li.) und Lucas HernándezGetty Images

In der 77. Minute war das Debüt beendet. Javi Martínez ersetzte den Franzosen in der Schlussviertelstunde. Niko Kovac zeigte sich zufrieden, nahm den Debütanten mit einem breiten Grinsen im Gesicht an der Seitenlinie entgegen.

2. Bayern lässt Kreativität vermissen

Auch wenn das Ergebnis am Ende deutlich war, spielerisch war das noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Der FC Bayern wirkte vor allem im ersten Durchgang offensiv seltsam statisch und ausrechenbar.

Das bekannte Muster wurde bedient: Hohe Bälle aus der Zentrale auf die Außenspieler Segre Gnabry und Kingsley Coman, die dann im Eins-gegen-eins gefährliche Torchancen herausspielen sollen.

Was aber, wenn die Außen nicht ihren besten Tag erwischen? Auf Schalke war das der Fall und so spielten sich die Bayern vor allem im ersten Durchgang kaum Gelegenheiten heraus.

Video - Fünf Tore in zwei Spielen - aber einer traf noch öfter als Lewandowski

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Den Dosenöffner besorgte Robert Lewandowski, der sich für alle drei Bayern-Tore verantwortlich zeichnete, in der 20. Minute per Elfmeter - herausgeholt von Coman. Der Franzose wurde im Strafraum etwas ungestüm von Jonjoe Kenny gefällt.

Auffällig zudem: Das Zentrum um Kimmich hatte phasenweise Probleme, die Abstände zur Offensivreihe einzuhalten. So blieb oft nur der lange Ball auf die Außen, mit dem die Schalker rechneten. Dennoch überzeugte der Nationalspieler auf der Position, die er auch im DFB-Team inne hat. Kovac lobte:

"Jo hat es überragend gut gemacht. Er sucht jeden Ball, war präsent, orientiert sich früh, erkennt die Situation und weiß, wo er hinspielen muss. Er kann es, er kann so vieles."

3. Handspielregel ohne Linie

Es scheint eine nicht endende Diskussion zu sein, die uns auch in diesem Jahr in regelmäßigen Abständen beschäftigen wird. Noch immer gibt es keine klare Linie bei der Auslegung von potentiellen Handspielen. In der zweiten Halbzeit gab es gleich drei strittige Situationen im Strafraum der Münchner.

Zuerst bekam Benjamin Pavard einen Kopfball von Matija Nastasic an den Oberarm, dann wehrte der eingewechselte Ivan Perisic zwei Schussversuche der Schalker mit dem Arm ab. Schiedsrichter Marco Fritz zeigte bei keiner der drei Situationen auf den Punkt - verständlich.

Schalke 04 - FC Bayern

Schalke 04 - FC BayernImago

Weniger verständlich ist aber, dass sich der VAR-Keller in Köln nur bei einer Szene überhaupt zu einer Überprüfung hinreißen ließ.

David Wagner, Trainer der Schalker, wirkte nach dem Spiel gefasst: "Wir hatten eine Schulung vor der Saison - genau zu diesem Thema. Deshalb verstehe ich das nicht." Für ihn seien vor allem der Oberarm von Pavard und die zweite Situation um Perisic "klare Elfmeter" gewesen.

"Der Ball (Nastasics Kopfball, Anm. d. Red.) geht auf’s Tor oder vielleicht sogar ins Tor. Pavard spreizt den Arm ab und verhindert das so. Das ist Elfmeter. So hatte ich die Handspielregel auch verstanden, als die Herrn Schiedsrichter uns diese erläutert hatten."

Schiedsrichter Fritz und vor allem der Videoschiedsrichter in Köln müssen sich die Frage gefallen lassen, warum man bei solch strittigen Szenen, nicht den Monitor am Spielfeldrand herangezogen hat.

Video - Wagner kritisiert: "Hätten zwei Elfer bekommen müssen"

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