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"Einfach bitter!" Wolfsburg verpasst Spitze und ärgert sich über den VAR

"Einfach bitter!" Wolfsburg verpasst Spitze und ärgert sich über den VAR

13/09/2019 um 23:11Aktualisiert 14/09/2019 um 14:52

Fortuna Düsseldorf hat am vierten Bundesliga-Spieltag gegen den VfL Wolfsburg den ersten Punkt vor heimischer Kulisse in dieser Saison geholt. Am Freitagabend trennten sich die beiden Teams 1:1 (1:1). Niko Gießelmann brachte die Fortunen in Führung (16.). Vorausgegangen war da ein wahrscheinlicher Aus-Ball. Der Treffer zählte dennoch. Wout Weghorst erzielte den Ausgleich für die "Wölfe".

So lief das Spiel:

Der VfL Wolfsburg hat die große Chance auf eine schöne Nacht an der Tabellenspitze verspielt. Ein Sieg bei Fortuna Düsseldorf hätte den Niedersachsen vorläufig Platz eins und den besten Saisonstart ihrer Bundesliga-Geschichte beschert, doch es reichte im Freitagabendspiel gegen kampfstarke Gastgeber trotz Überlegenheit nur zu einem 1:1 (1:1). Fortuna-Schreck Wout Weghorst (29.) glich die Düsseldorfer Führung durch Niko Gießelmann (17.) aus.

Fortuna-Coach Friedhelm Funkel musste am Freitagabend auf Alfredo Morales (Faserriss im Adduktoren-Bereich) sowie André Hoffmann und Nana Ampomah (beide grippaler Infekt) verzichten. Sein Gegenüber Oliver Glasner reiste ebenfalls mit Verletzungssorgen an und tauschte seine Startelf auf vier Positionen: Pavao Pervan, Marcel Tisserand, Yannick Gerhardt und Admir Mehmedi begannen anstelle von Koen Casteels (Haarriss im Wadenbein), Brooks (muskuläre Probleme), Xaver Schlager (Knöchelbruch) und João Victor (Bank).

Nach einer etwas wackeligen Anfangsphase kam die Fortuna durch einen traumhaften Schuss von Niko Gießelmann zur Führung (16. Minute). Nach dem Tor wurde allerdings der VAR zu Rate gezogen, da im Zweikampf zwischen Matthias Zimmermann und Josip Brekalo der Ball im Seitenaus gewesen zu sein schien. Der Linienrichter ließ allerdings weiter spielen - und Rouven Hennings flankte in der Folge auf den einlaufenden Gießelmann. Ob der Ball tatsächlich im Aus war, ließ sich nicht zu 100 Prozent belegen, weswegen das Tor auch nach Sichtung durch den VAR Bestand hatte. Trotzdem bot diese Situation wieder einmal Konfliktpotenzial.

Liveticker | Fortuna Düsseldorf - VfL Wolfsburg

Liveticker | Fortuna Düsseldorf - VfL WolfsburgEurosport

Der Fortuna war es egal, sie spielte danach befreit auf, die Wölfe konnten zunächst nicht antworten. Erst als das Spiel wieder mehr in die Hälfte der Gastgeber verlagert wurde, kam der VfL über Wout Weghorst zum Ausgleich (29.).

In der Folge fanden sich beide Teams zunächst mit dem Unentschieden ab. Erst in der Nachspielzeit der ersten Hälfte kam es noch zu Torchancen durch Dawid Kownacki (46.) und Weghorst (46.).

Fortuna mit Kampf, Wolfsburg ohne Ideen

Der zweite Durchgang hatte weniger zu bieten als der erste. Wolfsburg fiel wenig ein, und die Standards von Brekalo und Maximilian Arnold waren nicht konsequent und gefährlich genug. Einzig eine Chance von Klaus war noch auffällig auf Seiten der Wölfe, als Arnold einen Freistoß schnell über Gerhardt ausführte und Klaus an Fortuna-Keeper Zack Steffen scheiterte (86.).

Die Fortuna kam über eine engagierte Mannschaftsleistung und Kampf zu einem Unentschiedenen gegen ein ambitioniertes Gäste-Team. Die möglichen Kontersituationen wurden in der zweiten Halbzeit nicht zu Ende gespielt. Von daher kann Funkel mit dem einen Punkt durchaus zufrieden sein. Anzumerken ist allerdings, dass die Fortuna gänzlich ohne Schuss auf den Kasten von Pervan blieb.

Bei Wolfsburg wog der Ausfall von Schlager durchaus schwer. Die "Wölfe" hatten im letzten Drittel wenig Ideen und bekamen Top-Stürmer Weghorst nicht in Szene gesetzt. Somit verpasst der VfL den zwischenzeitlichen Sprung auf Platz eins der Tabelle, die Fortuna klettert vorerst auf Platz elf.

Die Stimmen zum Spiel:

Wout Weghorst (Stürmer VfL Wolfsburg): "Ich stand direkt daneben, der Ball ist klar im Aus, da ging es nicht um Millimeter. Das ist der Job des Schiedsrichters, das ist einfach bitter. Wir haben hier heute, wie auch vor zwei Wochen gegen Paderborn, zwei Punkte liegen gelassen. Mit der Mannschaft und den Zielen die wir ausgesprochen haben, können wir hier mit einem Punkt nicht zufrieden sein."

Jörg Schmadtke (Geschäftsführer VfL Wolfsburg): "Von der Tribüne konnte ich es nicht genau sehen, aber ist man ja vernetzt und bekommt deutliche Hinweise, sogar ein Bild und da ist es deutlich zu sehen. Das ist dann schon sehr ärgerlich, weil wir haben den Videoschiedsrichter eingeführt, um mehr Gerechtigkeit zu haben und der ist dann nicht in der Lage, diese Situation richtig zu entscheiden. Das ist dann schon ein Stück weit ärgerlich und führt am Ende des Tages nicht dazu, dass man Vertrauen in die handelnden Personen hat, in die Technik schon, aber nicht in die handelnden Personen. Das Tor ist überprüft worden. Meine Jungs haben ja auch reklamiert. Ich habe dann gesehen, wie die Bank reagiert hat und dann war mir klar, dass da etwas war. Aber in Köln ist anders entschieden worden – merkwürdig, aber das ist halt manchmal so."

Friedhelm Funkel (Trainer Fortuna Düsseldorf): "Ich bin hoch zufrieden mit dem 1:1, so will ich meine Mannschaft spielen sehen. Sie hat gekämpft um jeden Meter hier auf unserem Rasen. Und deswegen können wir gegen diese starke Mannschaft aus Wolfsburg, die auch Europa League spielt, höchstzufrieden sein mit dem Unentschieden."

Das fiel auf: Weghorst

Die Abwehr der Fortuna schaffte es, den Top-Stürmer der "Wölfe", Wout Weghorst, nahezu komplett auszuschalten. Dem Niederländer verbuchte in den ersten 75 Minuten nur zwei Ballkontakte in der Nähe oder im gegnerischen Strafraum. Zwar traf er zum Ausgleichstreffer nach wunderbarer Vorarbeit von Brekalo, größeren Schaden wussten die Fortuna Verteidiger jedoch zu verhindern.

Der Tweet zum Spiel:

Die Aktion vor dem 1:0 war auch nach dem Spiel zwischen allen Beteiligten ein großen Gesprächsthema. Twtter-User "DerPoppe" klärt in einem kurzen Video auf, wie die TV-Bilder, in denen der Ball deutlich im Aus zu sein scheint, zustande kommen könnten.

Die Statistik: 20

Top-Stürmer Wout Weghorst schraubte seine persönliche Statistik heute auf ein neues Level: Der Ausgleichstreffer markierte seine 20. Torbeteiligung im Kalenderjahr 2019 - ebenso viel wie Bayern-Stürmer Robert Lewandowski.

Video - #SotipptderBoss: Wolfsburg krallt sich den Dreier in Düsseldorf

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