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Die Hertha aus Berlin: Reich, aber noch nicht sexy

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Jürgen Klinsmann (Hertha BSC)

Fotocredit: Getty Images

VonEurosport
10/01/2020 Am 13:02 | Update 10/01/2020 Am 13:09

Jürgen Klinsmann hat mit Hertha BSC viel vor. Dank der Millionen von Investor Lars Windhorst peilen die Berliner die Bundesliga-Spitze an. Trotz vieler Gerüchte ist bislang allerdings noch ein "Champions-League-Spieler" in die deutsche Hauptstadt gewechselt. Hertha-Manager Michael Preetz versucht die großen Erwartungen für die Zukunft einzudämpfen und stellt die Rolle von Jürgen Klinsmann klar.

Trainer Jürgen Klinsmann sieht Hertha BSC als "spannendstes Fußball-Projekt in Europa", Investor Lars Windhorst als kommenden "Big City Club" wie Paris St. Germain, Real Madrid oder den FC Chelsea. Und Michael Preetz? Der Klub-Manager muss "vielleicht hier und da ein bisschen auf der Bremse stehen", wie er zum Abschluss des Trainingslagers in Florida zugab. Denn die Hertha aus Berlin ist zwar neuerdings reich, aber noch nicht sexy.

So droht der angestrebte Mega-Transfer von Mittelfeld-Ass Granit Xhaka zu platzen, weil der Schweizer Nationalspieler beim FC Arsenal wieder mehr Nestwärme verspürt. "Granit hat mir gesagt, dass er auf jeden Fall in der Premier League bleiben möchte", sagte sein Bruder Taulant Xhaka, Profi beim FC Basel, bei "t-online.de" und fügte hinzu:

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Ich weiß nicht, ob Hertha BSC überhaupt eine konkrete Option für Granit war.

Klinsmann möchte "Champions-League-Spieler"

Neben Xhaka wurden auch die Namen Julian Draxler und Mario Götze als mögliche Verstärkungen im Winter gehandelt - gekommen ist bislang Santiago Ascacibar aus der 2. Liga vom VfB Stuttgart. Ohne Zweifel ein talentierter Mittelfeldspieler, aber sicher keiner der "Champions-League-Spieler", nach denen sich Hertha laut Klinsmann umschaue und die "früher nicht in unserer Kategorie waren".

Hertha-Manager Michael Preetz will kühlen Kopf bewahren

Fotocredit: Getty Images

Preetz macht es "viel Freude", beim Winterschluss-Verkauf in den oberen Regalen zu suchen, "aber am Ende muss es auch gelingen, dass sie bei Hertha BSC spielen". Da scheint bei Top-Spielern noch viel Überzeugungsarbeit vonnöten zu sein, zumal Preetz nicht mit Geld um sich werfen will:

Ich kann versichern, dass wir die Aspekte der Wirtschaftlichkeit nicht außer Acht lassen werden.

Preetz möchte mit Augenmaß arbeiten

Windhorst, der mit seiner Firma Tennor Holding für 225 Millionen Euro insgesamt 49,9 Prozent der Anteile an der Hertha BSC GmbH Co. KGaA erworben hat, dürfte aufs Tempo drücken. Preetz mahnt:

Lars Windhorst spricht für Tennor und sein Investment, wir sprechen nach wie vor für Hertha BSC.

Es gebe zwar "überhaupt keinen Dissens", aber seine Aufgabe sei es, die "mutigen, großen Ziele", die er im Kern teilt, realistisch einzuordnen und mit Augenmaß umzusetzen. Die Vorgaben, betonte Preetz, kämen nach wie vor von ihm und Co-Geschäftsführer Ingo Schiller (Finanzen).

Investor Lars Windhorst hat große Pläne mit Hertha BSC

Fotocredit: Getty Images

Klinsmann tritt aufs Gaspedal

In der öffentlichen Wahrnehmung konnte man zuletzt aber den Eindruck erlangen, Klinsmann gebe bei Hertha die Richtung vor. Dass der aktuelle Trainer, der ab Sommer wieder seine Funktion als Aufsichtsratsmitglied aufnehmen soll, derzeit das Gesicht der "neuen" Hertha ist, stellt für Preetz überhaupt kein Problem dar:

Jürgen Klinsmann ist mit einer extremen Strahlkraft ausgestattet, und davon wollen wir natürlich profitieren.

Doch Klinsmann ist keiner, der gerne auf die Bremse tritt - im Gegenteil. Der frühere Welt- und Europameister könnte mit der Fürsprache des mächtigen Investors früher oder später auch Einfluss auf die Arbeit von Preetz nehmen. "Es gibt keine Machtübernahme", sagte Preetz bei Klinsmanns Vorstellung Anfang Dezember, "es gibt ein Miteinander."

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