Klinsmann hatte am 27. November das Traineramt des abstiegsbedrohten Erstligisten übernommen und sein Mandat im Kontrollgremium ruhen lassen.

Sportlich formulierte Klinsmann große Ziele, doch mit zwölf Punkten aus neun Spielen blieb seine Bilanz in der Bundesliga bescheiden. Am Dienstag überraschte Klinsmann auch die Klubführung, als er per Facebook-Beitrag seinen Rücktritt erklärt hatte.

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"Ist mir übel aufgestoßen": Klinsmann mit Kritik via Facebook-Video
12/02/2020 AM 17:26

Hertha-Investor rügt Klinsmann: "Das kann man vielleicht als Jugendlicher machen..."

"Ich habe mit Herrn Klinsmann danach telefoniert, er hat sich entschuldigt. Es tut ihm leid. Ich denke, er bereut die Entscheidung. Das war sehr emotional für ihn", erklärte Windhorst, der Klinsmann Anfang November in den Aufsichtsrat geholt hatte und ihn nicht als Fehlgriff bezeichnen wollte: "Wir haben schnell gemerkt, dass gerade bei Werbepartnern und Sponsoren der Name viel Zugkraft hatte."

Windhorst über "Art und Weise" empört

Über den plötzlichen Rücktritt war auch Windhorst empört. "Leider ist die Art und Weise des Abgangs so unakzeptabel, dass wir im Sinne des Vereins eine zielführende und konstruktive Zusammenarbeit nicht fortführen können", sagte der Unternehmer. Ob man auf Klinsmanns Rat irgendwann noch einmal zurückgreifen werde, ließ Windhorst offen: "Ich schlage nie Türen zu."

Preetz nach Klinsmann-Aus: "Das hat uns kalt erwischt"

Herthas Präsident Werner Gegenbauer zeigte sich ebenfalls enttäuscht vom Vorgehen des früheren Weltmeisters. "Meine einzige klare Aussage dazu kann nur sein, dass Jürgen Klinsmann damit nicht nur Hertha BSC, sondern auch das gemeinsame Projekt verlassen hat", erklärte der Hertha-Boss.

Preetz von Klinsmann-Entscheidung überrascht

Manager Michael Preetz bekräftigte, dass ihn der Rücktritt von Klinsmann total überrascht habe: "Ich bin schon einige Jahre im Fußball dabei, seit 1986, und habe viel erlebt. Dass, was am Dienstagmorgen passiert ist, war für mich in dieser Form auch neu, weil es mir und Hertha BSC keine Möglichkeit gelassen hat, in einen Austausch zu kommen."

Allerdings gab es schon seit Wochen hinter den Kulissen Meinungsverschiedenheiten zwischen Klinsmann und Manager Preetz. Dabei ging es vor allem um die zukünftigen Kompetenzen des Trainers. Klinsmann wollte mehr Macht und als Trainer länger bleiben. Als der Verein nicht einwilligte, kündigte er via Facebook nach nur elf Wochen schließlich seinen Rückzug an.

(SID)

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