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Nach Pyro-Chaos: Union schlägt Hertha im Berlin-Derby

Nach Pyro-Chaos: Union schlägt Hertha im Berlin-Derby

02/11/2019 um 22:07

Union Berlin hat Hertha BSC am 10. Spieltag im Hauptstadt-Derby mit 1:0 (0:0) geschlagen. Den Siegtreffer für die "Eisernen" erzielte Sebastian Polter vom Elfmeterpunkt (87.). Hertha verweilt damit auf Rang elf, während die Ost-Berliner auf Platz 13 springen. Kurz nach Wiederanpfiff wurde die Partie für drei Minuten unterbrochen, da im Union-Block einige Bengalos gezündet wurden (50.).

So lief das Spiel:

Im Stadion An der Alten Försterei erwarteten die Fans sehnsüchtig das Berlin-Derby zwischen Union und Hertha BSC. In der Tabelle lagen die Hausherren vier Punkte hinter dem großen Konkurrenten und verfolgten den klaren Plan, diese Punktedistanz auf einen Zähler zu minimieren. Union setzte - wie zu erwarten war - auf kämpferische Tugenden: Sie agierten in einem offensiven System mit drei Spitzen gegen den Ball und körperbetontem und hohem Offensiv- und Gegenpressing.

    Mit diesem Auftreten schüchterten sie Hertha BSC sichtlich ein: Die "Alte Dame" war blass und ideenlos, entwickelte wenig Gegenwehr. Vor allem das Spiel über die Flügel war extrem gehemmt - Union verteidigte nah am Mann und in Überzahl - wodurch die Unterschiedspieler Dodi Lukebakio und Javairo Dilrosun lange keine Faktoren im Hertha BSC-Spiel waren.

    Bereits in der 3. Minute erspielte sich Union die Großchance zur Führung. Sebastian Andersson brachte den Ball aus der rechten Strafraumhälfte ins Zentrum, am zweiten Pfosten kam Christopher Lenz zum Kopfball und setzte die Kugel an den rechten Innenpfosten. Hertha BSC hatte Glück, dass der Ball anschließend nicht ins Tor, sondern zurück ins Spielfeld sprang.

    In der Folge waren die Hausherren nach wie vor das aktivere Team, verbuchten über 60 Prozent Ballbesitz und engten Hertha BSC in der eigenen Hälfte ein. Was fehlte, war die Durchschlagskraft im letzten Drittel. Die Gäste hatten keine Aktien in der ersten Halbzeit - dennoch stand nach 45 Minuten ein torloses 0:0.

    Auch im zweiten Durchgang überzeugten die Hausherren und drängten auf den verdienten Führungstreffer. Hertha BSC versuchte zwar mit einem Wechsel Einfluss zu nehmen, doch auch der eingewechselte Eduard Löwen brachte nicht die gewünschte Veränderung. Union zeigte sich im Zweikampfverhalten aufmerksam und aggressiv - hemmte so das Spiel der Gäste.

    Ab der 60. Minute wurde die "Alte Dame" schließlich wach. Hertha BSC verschob das Spiel zunehmend in die Hälfte der Hausherren, schaffte es allerdings nicht, sich gefährliche Torraumszenen zu erspielen. Union stand defensiv kompakt und sicher, entschärfte diese Angriffsversuche.

    In den Schlussminuten entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe. Union Berlin kam in Person von Christian Gentner in der linken Strafraumhälfte in der 84. Minute zum Abschluss, wurde anschließend von Innenverteidiger Dedryck Boyata gelegt. Deniz Aytekin zeigte auf den Punkt, entschied auf Elfmeter. Anschließend gab es einen Hinweis vom VAR, die Szene nochmal anzuschauen. Aytekin blieb auch danach bei seiner Entscheidung: Elfmeter.

    Der eingewechselte Sebastian Polter trat an und verwandelte ins linke Eck. Das 1:0 für Union Berlin - und das Stadion entwickelte sich zu einem Tollhaus. Letztlich blieb es beim knappen, jedoch hochverdienten Heimerfolg für Union.

    Die Stimmen:

    Maximilian Mittelstädt (Hertha BSC): "Wir als Mannschaft sind sehr enttäuscht und können nur sagen, dass wir es beim nächsten Mal besser machen werden. Union hat uns früh unter Druck gesetzt und wird haben es nicht geschafft, den Fußball zu spielen, den wir gewohnt sind zu spielen. Es war ein Hexenkessel, was natürlich keine Ausrede sein darf."

    Christian Gentner (Union Berlin): "Wir haben es gut gemacht, dass wir uns nicht locken haben lassen. Wir mussten viel das Spiel machen und das haben wir gut gemacht. Wir hätten in der ersten Hälfte schon zielstrebiger sein können, hatten die Riesenchance nach wenigen Minuten. Wir waren die bessere, dominantere Mannschaft und daher auch der verdiente Derby-Sieger."

    Das fiel auf: Pyro-Chaoten

    Eine Unart, die diesem Spiel und dem gesamten deutschen Fußball schadet. Zu betonen bleibt jedoch, dass es sich bei diesen Chaoten lediglich um einzelne Personen handelte - der Großteil der Zuschauer sorgte für einen großartigen Fußballabend.

    Der Tweet zum Spiel:

    Die Statistik: 43

    Nach 43 Jahren fand zum ersten Mal wieder ein Berliner Derby in der Bundesliga statt. Zuletzt trafen in der Saison 1976/77 Tennis Borussia und Hertha BSC aufeinander. Beide Mannschaften siegten in ihrem Heimspiel jeweils 2:0.

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