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Endlich Weltklasse: Warum Bayern mehr denn je von Lewandowski profitiert

Endlich Weltklasse: Warum Bayern mehr denn je von Lewandowski profitiert

13/09/2019 um 10:04Aktualisiert 13/09/2019 um 10:26

Robert Lewandowski fühlt sich im Spätsommer 2019 mehr denn je dem FC Bayern München zugehörig und verspricht nach seinem starken Saisonstart: "Ich werde in den nächsten Wochen sogar noch besser spielen." Dass Wechselgedanken endgültig ad acta gelegt sind, spricht ebenso für eine Bombensaison des 31-Jährigen wie dessen ehrgeizige Vorbereitung wie Zielsetzung.

Es kommt nicht oft vor, dass Real Madrid kleinbeigeben muss. Beim FC Bayern München biss Real-Präsident Florentino Pérez allerdings schon öfter mal auf Granit.

"Es gibt Spieler, die werden nicht verkauft."

So war es auch schon bei Franck Ribéry vor exakt zehn Jahren gewesen. Legendär, wie sich damals das Telefonat zwischen Uli Hoeneß, seinerzeit noch Manager des FC Bayern München, und Pérez nebst Übersetzer zugetragen haben soll - zumindest nach Bayern-Version.

"Pedro, do you have a pen and a piece of paper? Okay, then write down a one and eight zeros", soll Hoeneß damals dem Übersetzer gesagt und damit den Preis für Ribéry definiert haben. 100 Millionen Euro waren 2009 auch tatsächlich noch eine happige Ablöse. Selbst für Baulöwe Pérez.

Werner schwärmt von Lewandowski

Ribéry ist mittlerweile Geschichte bei Bayern, Lewandowski (noch) die Gegenwart. Mit 31 Jahren ist der Angreifer in seinem sechsten Bayern-Jahr, gereift, auch geläutert.

Sechs Tore und eine Vorlage lieferte Lewandowski in drei Bundesligasaisons und zwei Pokalspielen gegen die Sachsen, bei denen in Timo Werner ein echter Lewandowski-Bewunderer spielt. Für Werner, so sagte er der "Sport Bild", verkörpere Lewandowski anno 2019 "definitiv Weltklasse":

"Wenn ich über Robert Lewandowski nachdenke, gibt es Einiges, was ich mir von ihm abschauen kann. Er ist ein Super-Stürmer, er ist nicht nur aus dem Spiel, sondern auch bei Standards stark: Wie souverän er die Elfmeter schießt, fällt oftmals gar nicht auf. Zudem kann er mittlerweile Freistöße schießen, genauso wie Paco Alcácer (vom BVB, Anm. d. Red.)."
Robert Lewandowski - FC Bayern München vs. RB Leipzig

Robert Lewandowski - FC Bayern München vs. RB LeipzigGetty Images

Lewandowski verspricht: Da geht noch mehr

In der Tat hat der Bayern-Angreifer sein Portfolio in den vergangenen Jahren komplettiert, scheut sich aber auch nicht vor neuen Reizen, wie er "Sport1" verriet. Unter Trainer Niko Kovac entwickle sich der Stürmer nach eigener Aussage "immer noch weiter. Wir probieren in jeder Vorbereitung Neues aus, haben spezifische Übungen für die offensiven Spieler im Trainingsprogramm".

Die Saison-Vorbereitung sei entsprechend gelungen gewesen, sagt er - die Ergebnisse sähe man auf dem Platz (zuletzt 3:0 auf Schalke und 6:1 gegen Mainz). "Wie wir unser Spiel aufbauen und welche Aktionen wir in der Offensive haben, sieht schon alles sehr gut aus. Davon profitiere ich auch", so Lewandowski, der nach sechs Treffern in den ersten drei Liga-Spielen verspricht:

"Ich werde in den nächsten Wochen sogar noch besser spielen."

Lewandowski legt Wechselgedanken ad acta

"Ich bin mir sicher, dass der FC Bayern für mich genau der richtige Ort ist", meinte er nach Unterschrift zur "Bild", wenngleich er sich eine kleine Hintertür offenließ:

"Es war aber auch sicher nicht mein letzter Vertrag, den ich unterschrieben habe in meiner Karriere."

Vielleicht unterschreibt er seinen Rentenvertrag aber auch bei Bayern.

Robert Lewandowski - FC Bayern München

Robert Lewandowski - FC Bayern MünchenGetty Images

Ewige Torjägerliste: Holt Lewandowski noch Fischer ein?

Ziele gibt's für den Angreifer genug: sieben Mal war er mit Dortmund und Bayern schon deutscher Meister, den Rekord hält - da haben wir ihn wieder - Ribéry (9). "Franck ist ein guter Freund von mir. Er wäre sicher nicht sauer, wenn ich das schaffen würde", so Lewandowski.

Mit nunmehr 208 Bundesliga-Toren braucht er nur noch 13, um Jupp Heynckes auf Platz drei der ewigen Bestenliste zu verdrängen. Am Horizont scheinen sogar die 268 Treffer von Klaus Fischer noch möglich - 61 Liga-Treffer bräuchte Lewandowski dazu noch. Dann läge nur noch "Bomber" Gerd Müller (365) vor ihm.

Jupp Heynckes; Robert Lewandowski

Jupp Heynckes; Robert LewandowskiGetty Images

Den wiederum könnte er in Sachen Torjägerkanonen noch übertrumpfen: vier Mal lag Lewandowski bisher am Ende einer Bundesliga-Saison vorne, Müller sechsmal.

Lewandowski will den Champions-League-Titel

Über allem steht jedoch nach wie vor Lewandowskis Verlangen nach dem wohl größten aller Klubtitel: dem Sieg in der Champions League.

Deshalb wurde der Pole im Sommer auch verbal aktiv, als Bayerns Mühen auf dem Transfermarkt zu versanden drohten. Zwei Transfers (Ivan Perisic, Philippe Coutinho) später ist Lewandowski besänftigt. "Ich habe meine Meinung gesagt. Wichtig ist aber immer, welches Ergebnis am Ende herauskommt", sagte er zu "Sport1", lobte sogar:

"Die Verantwortlichen haben auf dem Transfermarkt einen guten Job gemacht. Wir können froh sein, dass wir jetzt so starke Neuzugänge in unserer Mannschaft haben."

Kein Backup, kaum K.o.-Spiel-Tore

Um seinem Traum näher zu kommen, hat Lewandowski im Sommer erneut wie ein Musterprofi gearbeitet. Nicht nur laut Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge hat der Mittelstürmer den definiertesten Körper aller Bayern-Profis.

Lewandowski pflegt sein Kapital wie kein Zweiter, achtet penibel auf Ernährung und Ruhezeiten und ist deswegen fast allzeit einsatzbereit.

Seiner überragenden Physis ist es jedenfalls zu verdanken, dass Bayern nach dem Abgang von Sandro Wagner im Winter davon absah, einen weiteren klassischen Mittelstürmer zu beschäftigen - für die wenigen Male, an denen Lewandowski eine Pause braucht, genügen Alternativen wie Thomas Müller und Serge Gnabry (bzw. evtl. auch Jann-Fiete Arp).

In der Bundesliga trifft Lewandowski im Schnitt alle 99 Minuten für Bayern, 134 Treffer sind es national im Bayern-Trikot, 198 in 247 Pflichtspielen insgesamt - beeindruckende Zahlen.

Als großer Makel bleibt jedoch die K.o.-Spiel-Bilanz des Angreifers in der Champions League bis mindestens Frühjahr 2020 bestehen: hier traf er "nur" elfmal in 23 Spielen, auswärts davon nur ein einziges Mal und ab dem Viertelfinale insgesamt nur fünfmal.

Robert Lewandowski

Robert LewandowskiGetty Images

Lewandowski träumt von Abschied wie bei Ribéry und Robben

Zum neuen Kuschelkurs mit Bayern passt derweil, dass Lewandowski unlängst sehr schmeichelhaft davon sprach, wie es sich 2014 anfühlte, das erste Mal das Bayern-Dress zu tragen. "Ich habe das erste Mal ein Trikot auf meinem Körper gespürt, das zu einem richtig großen Verein gehört. Da war ich sehr stolz", sagte der Pole.

Und weil kein Anfang ohne Ende, dachte er mittlerweile auch schon mal laut über sein Karriere-Ende nach. Bei Bayern, versteht sich. Der Abschied der verdienten Kollegen Ribéry und Arjen Robben im Sommer hatte offenbar großen Eindruck auf Lewandowski gemacht. So sagt er:

"In diesem Verein so verabschiedet zu werden, ist definitiv ein Traum von mir."

Video - Mit Coutinho oder Müller gegen Leipzig? Kovac gibt vielsagenden Hinweis

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