So lief das Spiel:

Bei Borussia Dortmund fehlte Kapitän Marco Reus aufgrund eines Muskelfaserrisses, dafür stand Mario Götze erstmals seit dem 11. Spieltag in der Startelf. Dortmund übernahm sofort die Spielkontrolle, die erste gute Chance gab es in der 10. Minute nach Vorarbeit von Achraf Hakimi – im Zentrum verpasste Götze um eine Fußspitze die Führung. Ansonsten machte es Hoffenheim defensiv zunächst ordentlich, störte früh und ließ kaum Räume.

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Favre schwärmt von Doppelpacker Hummels
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Die Führung der Gäste war dennoch verdient: Thorgan Hazard schickte Hakimi rechts im Sechzehner, der nach innen legte, wo Götze nur noch einschieben musste (17.). Kurz darauf hatte Jadon Sancho den zweiten Treffer auf dem Fuß, vergab jedoch (20.). Für Hoffenheim sendete Robert Skov mit einem Lattentreffer per Freistoß aus 24 Metern ein Lebenszeichen (26.). Das Team von Alfred Schreuder bemühte sich nach dem Rückstand sichtbar um mehr Initiative, fand offensiv aber kaum Ansätze.

Die Chancen hatte hingegen Dortmund: Julian Brandt bediente im Sechzehner Hakimi, der aus spitzem Winkel an Schlussmann Oliver Baumann scheiterte (34.). Insbesondere über die rechte Seite stellte der BVB die TSG immer wieder vor Probleme. Ein Distanzschuss von Hazard streifte die Latte (39.).

Zur Halbzeit musste Mats Hummels mit einer Handverletzung vom Feld. Hoffenheim wirkte zunächst mutiger und zielstrebiger, die erste gute Chance hatte jedoch erneut der BVB durch Brandt (51.). Bei den Gastgebern fehlte es schlicht an offensiven Ideen und Mitteln, um Dortmund ernsthaft in Bedrängnis zu bringen – Abschlüsse: Fehlanzeige. Allerdings zeigte sich auch Dortmund zunehmend fahrig, wodurch das Spielniveau insgesamt litt.

Zudem verpasste es das Team von Lucien Favre, frühzeitig für die Entscheidung zu sorgen: Manuel Akanji verpasste nach Pass von Sancho knapp den zweiten Treffer (68.). Die Inkonsequenz vor dem Tor und die Passivität der Favre-Elf rächte sich: Einen weiten Ball auf den eingewechselten Jürgen Locadia bekam dieser nicht zum Abschluss verarbeitet, aus kurzer Distanz und im Getümmel stocherte aber schließlich Sargis Adamyan den Ball zum 1:1 über die Linie (79.). Und für Dortmund kam es noch bitterer – in der 87. Minute wuchtete Andrej Kramarić eine Flanke platziert zur 2:1-Führung ins Netz.

Die Stimmen:

Julian Brandt (Borussia Dortmund): „Jede Niederlage tut weh, gerade wenn man so viele Chancen hatte. Wenn man so viele Chancen hat wie in der zweiten Halbzeit, ist das schwer zu verdauen. Wenn du die Tore nicht machst, ist es im Fußball oftmals so, dass du am Ende noch einen frisst.Am Ende darf uns das aber nicht passieren.“

Julian Weigl (Borussia Dortmund): „Wir haben viele Offensivaktionen gehabt, haben es aber einfach schlecht zu Ende gespielt. Hoffenheim hat uns irgendwann immer weiter hinten reingedrückt. Sie hatten nicht mehr Chancen, als die beiden Tore, aber die haben sie genutzt. Dann ist es sehr ärgerlich.“

Favre sauer: Niederlage gegen Hoffenheim "ist dumm"

Das fiel auf: Fatale Leistungsschwankungen

Lucien Favre stand fassungslos und kopfschüttelnd nach Abpfiff an der Trainerbank. Seine Mannschaft scheint in dieser Saison von den Auftritten her nicht greifbar zu sein – auch nicht für den Übungsleiter. Gute und schlechte Phasen wechseln sich zu oft ab, nach Systemumstellung auf 3-5-2 und drei Siegen in Folge verspielte Dortmund zum Hinrundenabschluss nun innerhalb weniger Tage fünf Punkte in zwei Spielen.

Beim 3:3-Remis gegen Leipzig am Dienstag waren es individuelle Fehler, gegen Hoffenheim nun kollektives Versagen: Dortmund ließ zu früh die Konsequenz im Spiel vermissen, baute einen bis dahin schwachen Gegner auf und begnügte sich damit, mit halber Kraft den Sieg über die Zeit zu bringen. Eine fatale Fehlleistung. Statt besinnlicher Weihnachtstage stehen den Dortmundern nun hitzige Diskussionen bevor.

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 7

Seit sieben Partien ist die TSG Hoffenheim zuhause gegen Borussia Dortmund ungeschlagen. Die Bilanz: zwei Siege, fünf Remis.

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