Im letzten Spiel der Saison ging es für den 1. FC Köln im heimischen Rhein-Energie-Stadion gegen Schalke 04 um alles. Nur ein Sieg hätte dem Tabellen-17. im Abstiegskampf weitergeholfen, zudem musste man auf Schützenhilfe aus Mönchengladbach (gegen Werder Bremen) und Stuttgart (gegen Arminia Bielefeld) hoffen.
Köln startete sichtlich motiviert in dieses Endspiel, gewann viele Zweikämpfe und Laufduelle, hatte gegen tief stehende Schalker allerdings Schwierigkeiten, Torchancen zu kreieren.
Erst in der 23. Minute wurden die Hausherren einmal zwingend: Nach einem sehenswerten Angriff über die rechten Außenbahn bediente Marius Wolf Benno Schmitz, dessen Abschluss aus vier Metern von Ralf Fährmann im Schalker Tor vereitelt wurde.
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Drei Dinge, die auffielen: Warum sich Schalke schon wieder Sorgen machen muss
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Wenig später war es erneut Wolf, der über die rechte Seite einen Angriff initiierte. Seine Hereingabe landete bei Ondrej Duda, dessen Direktschuss aus zwölf Metern zunächst geblockt wurde. Köln blieb allerdings im Ballbesitz, Florian Kainz setzte nach, sein Schuss aus 14 Metern halblinker Position war aber kein Problem für Fährmann (26.).
Schalke blieb lange Zeit passiv, hätte nach einer halben Stunde aber beinahe für den Kölner Tiefschlag gesorgt. Matthew Hoppe kam 15 Meter rechts vor dem Tor zum Abschluss und visierte das lange Eck an – die Wade von Sebastiaan Bornauw verhinderte soeben noch den Einschlag (31.).
Auch im zweiten Durchgang suchte Köln den Weg in die Offensive. Zunächst scheiterte Kapitän Jonas Hector allerdings aus zehn Metern Torentfernung am stark reagierenden Fährmann (48.). Kurz darauf hatte Wolf das 1:0 auf dem Fuß, konnte Fährmann nach einem Fehlpass von Schalkes Florian Flick mit seinem flachen Versuch aus 14 Metern halblinker Position aber auch nicht gefährden (53.).
Aber auch Schalke setzte einmal mehr Nadelstiche. So blieb Amine Harit mit einem Abschluss aus drei Metern am rechten Außennetz hängen (55.).
Anschließend spielte aber ausschließlich der Gastgeber, der sich in der 71. Minute dann auch belohnte. Nach einem Freistoß von Hector traf Sebastian Andersson aus spitzem Winkel ins Tor. Der Jubel der Kölner war allerdings nur von kurzer Dauer. Schiedsrichter Daniel Siebert ahndete nach Videobeweis ein Foul des Kölners Özcan gegen Salif Sané, der Treffer zählte nicht.
Aber die Mannschaft von Friedhelm Funkel steckte nicht auf. Ein Schuss von Wolf aus 20 Metern zwang Fährmann zu einer weiteren Parade (77.) und auch der eingewechselte Ex-Schalker Max Meyer konnte Schalkes Schlussmann per Volleyversuch aus 14 Metern nicht überwinden (82.).
Kurz vor Schluss wurden die Kölner Angriffsversuche dann aber doch noch belohnt. Nach einer abermals von Fährmann vereitelten Großchance durch Andersson blieb der FC im Ballbesitz. Der eingewechselte Jan Thielmann flankte rechts im Strafraum an den zweiten Pfosten, wo der aufgerückte Abwehrmann Sebastiaan Bornauw am höchsten stieg und den Ball aus sechs Metern zum 1:0-Siegtreffer im Tor unterbrachte (86.).
Der 1. FC Köln rettete sich durch den 1:0-Sieg also in die Relegation und kann nun in zwei Extra-Spielen gegen den Tabellendritten der zweiten Liga den Verbleib im Oberhaus klarmachen.

Die Stimmen:

Timo Horn (1. FC Köln): "Es ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle gewesen. Am Ende haben wir den Sieg geholt. Fährmann hat heute das Spiel seines Lebens gemacht und einiges vereitelt. Da ist man hinten schon fast verzweifelt, da fällt unheimlich viel von einem ab. Jetzt geht es darum, in den letzten beiden Spielen alles rauszuhauen, was geht und den FC in der Liga zu halten."
Jonas Hector (1. FC Köln): "Wir sind froh, dass wir das Spiel gewonnen haben und haben unsere Hausaufgaben gemacht. Man weiß nicht so genau, wie man mit der Gefühlslage umgehen soll. Wir sind natürlich happy, dass es heute geklappt hat, aber wir hätten es auch gerne direkt geschafft. Jetzt haben wir zwei Bonusspiele und müssen es da richten."
Sebastiaan Bornauw (1. FC Köln): "Ja ich glaube, das war das wichtigste Tor meiner Karriere. Ich bin sehr happy, dass ich das Tor heute gemacht habe. Ich glaube, dass wir heute alle zusammen eine gute Partie gespielt haben."

Der Tweet zum Spiel:

Der 1. FC Köln hat bewiesen, dass er noch lebt und muss nun in der Relegation noch einmal alles riskieren.

Das fiel auf: Das Kölner Kämpferherz

Wie so oft in dieser Saison fiel es dem 1. FC Köln auch gegen den bereits abgestiegen FC Schalke 04 unheimlich schwer, das Spiel zu machen. Vor allem in der ersten Halbzeit blieb Köln gegen sehr passive Gäste zu ungefährlich, hatte trotz hoher Ballbesitzanteile kaum eine zwingende Tormöglichkeit. Allerdings schaffte es die Mannschaft von Friedhelm Funkel trotz Rückschläge wie dem nicht gegebenen Führungstreffer von Andersson immer wieder, die Moral aufrecht zu erhalten und zurückzuschlagen. Das ist wohl auch ein Verdienst von Friedhelm Funkel, der von der Seitenlinie immer wieder auf seine Mannschaft einwirkte und scheinbar im richtigen Moment die richtigen Worte fand.

Die Statistik: 16

Köln geht in die Relegation, dass Schalke 04 absteigt steht allerdings seit Wochen bereits fest. Zudem brechen die Gelsenkirchener auch noch einen Negativrekord. Noch nie seit Einführung der Drei-Punkte-Regel ist ein Absteiger mit weniger Punkten als Schalke 04 abgestiegen, nur 16 Zähler konnten die "Knappen" in dieser Spielzeit einfahren. Der Verein wird sich in der zweiten Liga komplett neu aufstellen und orientieren müssen.
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