Mainz 05 betrieb beim Debüt des neuen Trainers Bo Svensson ein laufintensives Spiel, lief im Mittelfeld viele Anspielstationen zu und verhinderte so, dass Frankfurt sich viele Chancen herausspielen konnte. Weil es spielerisch lange nicht so recht funktionierte, flankte Filip Kostic häufig aus dem linken Halbfeld. Doch seine Hereingaben waren selten gefährlich.
So blieb das Spiel lange chancenarm, bis Amin Younes mit einem starken Schnittstellenpass im Strafraum André Silva fand. Noch bevor der Stürmer an den Ball kommen konnte, wurde er durch das Trikotziehen von Mainz-Verteidiger Moussa Niakhaté zu Fall gebracht.
Den anschließenden Elfmeter verwandelte Silva souverän, indem er präzise in die rechte untere Ecke schoss und Keeper Robin Zentner verlud (24.). Danach gelang es Mainz bis zum Pausenpfiff nicht, eine gefährliche Abschlusssituation zu kreieren.
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In der zweiten Halbzeit hatte Mainz im Angriff mehr Durchschlagskraft und spielte zielstrebiger nach vorne. In der 54. Minute hatte Jonathan Burkardt eine große Chance, nachdem Jean-Paul Boëtius ihn stark in Szene gesetzt hatte. Sein Schuss ging aus guter Position weit am Tor vorbei. Kurz danach köpfte Burkardt eine Flanke von Kevin Stöger an den linken Pfosten (56.).
In der 60. Minute entschied Schiedsrichter Bastian Dankert zunächst auf Elfmeter für Mainz, nach einem Frankfurts Djibril Sow Leandro Barreiro vermeintlich getroffen hatte. Nachdem er sich die Szene auf dem Bildschirm angeschaut hatte, nahm Dankert die Entscheidung zurück.
Nach einer weiteren guten Chance für Burkardt - nach einem schönen Mainzer Angriff - gab es wieder Elfmeter für Frankfurt. Niakhaté hatte Frankfurts Martin Hinteregger daran gehindert, an den Abpraller eines Distanzschusses von Kostic zu kommen. Silva verwandelte den Strafstoß erneut sicher (72.).
In der Schlussphase gab Dankert Mainz dann erneut einen Elfmeter, um ihn wieder zurückzunehmen. Daniel Brosinski hatte einen Frankfurter angeschossen, der den Ball allerdings klar außerhalb des Sechzehners mit dem Arm blockte. Zum Anschlusstreffer kamen die 05 bis zum Schlusspfiff nicht mehr.

Die Stimmen:

Danny Latza (Mainz 05): "Wir haben uns gerade in der ersten Halbzeit keine großen Chancen erarbeitet. In der zweiten Halbzeit kommen wir wieder raus, haben aber auch nicht so große Chancen. Wir hatten einen guten Plan, wollten die Tiefe suchen, haben es aber schlecht umgesetzt. Heute war ein Derby, jeder wusste worum es geht, wir konnten es aber irgendwie nicht auf den Platz bringen. Gerade offensiv war es zu wenig."
Martin Hinteregger (Eintracht Frankfurt): "Wir sind wieder sehr gut ins Spiel gekommen, haben in der ersten Halbzeit sehr gut gespielt und den Gegner im Griff gehabt. Bis auf 15 Minuten in der zweiten Halbzeit haben wir nie das Gefühl gehabt, die Partie abzugeben. Es war vor dem 2:0 ganz klar Elfmeter, er (Moussa Niakhaté, Anm. d. Red.) hat mich festgehalten, ich hätte aber eh nicht einschieben können, daher war es unnötig. Der Blick geht ganz klar nach Europa. Wir wollen da wieder hin."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Mainz fehlt erst die Kreativität und dann die Kaltschnäuzigkeit

Zuletzt machte Mainz 05 bei der 2:5-Niederlage gegen den FC Bayern München ein gutes Spiel und träumte nach der Führung von der Sensation. Was gegen Frankfurt aber deutlich wurde: Bei eigenem Ballbesitz sind die Mainzer im Spielaufbau viel zu ungefährlich. Es scheitert nicht am Laufeinsatz, sondern an den Ideen und auch am Mut.
Symptomatisch war die Szene in der 41. Minute. Nach einem Ballgewinn hatten die Gastgeber Tempo und Platz auf der linken Seite, Jean-Paul Boëtius hatte einige Passoptionen, doch anstatt des Steilpasses in den Strafraum auf Jonathan Burkardt zu wagen, spielte er dem Stürmer den Ball in den Rücken. Dadurch wurde das Tempo verschleppt und der Angriff konnte keine Torgefahr entwickeln.
In der zweiten Halbzeit zeigte Mainz dann die Kreativität und das nötige Tempo im Angriffsspiel. Und so kamen die Gastgeber auch zu einigen sehr guten Möglichkeiten. Doch im zweiten Durchgang fehlte die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Vor allem Burkardt hatte drei sehr gute Torgelegenheiten, vergab aber alle. So wäre mindestens ein Punkt gegen Frankfurt drin gewesen.

Die Statistik: 2

Spielerisch war Frankfurt in der ersten Halbzeit besser, Mainz in der zweiten Halbzeit. Grundlage für den ersten Auswärtssieg von Eintracht Frankfurt in der Bundesliga-Geschichte in Mainz waren die Elfmetersituationen. Zweimal foulte der Linksverteidiger von Mainz 05, Moussa Niakhaté, ungeschickt. Im ersten Durchgang André Silva, im zweiten Durchgang Martin Hinteregger.
Beide Strafstöße verwandelte Silva sehr sicher. Mainz bekam von Schiedsrichter Bastian Dankert auch zwei Elfmeter zugesprochen, in beiden Fällen nahm der Unparteiische diese Entscheidung aber korrekterweise wieder zurück.
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