Der Abstiegsgipfel zwischen dem 1. FSV Mainz 05 und Arminia Bielefeld begann munter und vielversprechend. Bereits nach drei Minuten vergaben die vor der Länderspielpause sehr erfolgreichen Mainzer eine Doppelchance. Nach einer Kopfballverlängerung von Jonathan Burkardt verpasste Jean-Paul Boetius im Zentrum nur knapp, auch beim anschließenden Nachschuss von Leandro Barreiro war mehr drin, doch Anderson Lucoqui klärte auf der Linie.
Nur drei Minuten später probierte es Daniel Brosinski mit einem direkten Freistoß, traf aber nur das Außennetz (6.). Wenig später kam offensiv dann auch die Arminia ins Spiel, doch Voglsammer verpasste per Kopf den rechten Pfosten nur denkbar knapp (9.).
Die letzte Chance im ersten Durchgang hatte bereits nach einer guten Viertelstunde erneut Barreiro, doch nach erneuter Vorlage von Burkardt schloss er etwas zu hastig ab und scheiterte an Stefan Ortega (16.).
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Anschließend passierte bis zur Pause offensiv auf beiden Seiten nichts mehr. Viele Unterbrechungen und Fehler auf beiden Seiten sorgten für die von Beginn an erwartete umkämpfte Begegnung im Abstiegskampf.
Die Gastgeber kamen dann deutlich engagierter aus der Kabine und bekamen früh die große Chance auf die wichtige Führung. Burkardt wurde im Strafraum von Mike van der Hoorn zu Fall gebracht - Deniz Aytekin zeigte sofort auf den Punkt. Brosinski blieb cool und schob platziert und unhaltbar für Ortega zum verdienten 1:0 ein (56.).
Mainz blieb in einem immer hektischer werdenden Spiel die bessere Mannschaft und vergab unter anderem durch Barreiro und der kurz vorher eingewechselte Philipp Mwene die Chance zur Vorentscheidung (70., 72.). So bestätigte sich eine alte Fußballregel und Bielefeld kam durch einen kuriosen Treffer zum überraschenden Ausgleich: Voglsammer blieb zunächst mit seinem schwach getretenen direkten Freistoß noch in der Mauer hängen, doch der Ball landete erneut von Stefan Bells Bauch vor seinen Füßen. Voglsammer probierte es direkt per Dropkick und traf genau ins rechte Eck zum 1:1 (76.).
Mainz rannte in der Schlussphase erneut an und versuchte noch zum insgesamt verdienten Sieg in einer hart umkämpften Partie zu kommen, doch Adam Szalai und Danny da Costa vergaben die letzten Chancen für die Rheinhessen (82., 88.).
Mainz bleibt mit der Punktteilung zum vierten Mal in Folge ungeschlagen, Bielefeld holt erstmals noch Punkte nach Rückstand in der laufenden Saison.

Die Stimmen:

Phillipp Mwene (Mainz 05): "Wir haben vorne viele Nadelstiche setzen können, machen aber nur ein Tor, das ist ärgerlich. Wir müssen unsere Chancen nutzen."
Jonathan Burkardt (Mainz 05): "Wir waren insgesamt gefährlicher und haben uns mehr Chancen erspielt. Das ist dann ärgerlich, dass wir nur einen Punkt mitnehmen."
Martin Schmidt (Sportdirektor Mainz 05): "Wir hatten Chancen, das Spiel zu gewinnen. Verlieren darfst du das Spiel aber nicht und das haben wir geschafft. Wir haben das vierte Spiel in Folge nicht verloren und nichts von unserem Vorsprung eingebüßt. Man muss auch mal mit einem Punkt zufrieden sein, wenn man nicht gewinnen kann.“
Andreas Voglsammer (Arminia Bielefeld): "Es ist schwer einzuordnen. Wir wollten unbedingt gewinnen, da ärgern wir uns drüber, dass wir das nicht geschafft haben. Man muss trotzdem erstmal zurückkommen. Wir müssen dennoch mehr Chancen herausspielen und hinten sattelfester stehen. Natürlich freut es mich, mein erstes Bundesligator gemacht zu haben, aber ich wollte das Spiel heute gewinnen und das haben wir nicht geschafft, deshalb bin ich nicht voll zufrieden.“
Manuel Prietl (Arminia Bielefeld): "Wir wussten, dass das für den neutralen Zuschauer kein richtig schönes Spiel wird. Aber die Mainzer sind eine gute Mannschaft und mit dem Punkt können wir zufrieden sein. Es geht für uns Schritt für Schritt voran."
Frank Kramer (Trainer Arminia Bielefeld): "Es war ein sehr intensives Spiel, wie es von zwei Teams im Kampf um den Klassenerhalt erwartbar war. Wir müssen in der Bundesliga für jeden Punkt hart arbeiten und die richtige Einstellung an den Tag bringen. Das haben wir heute getan."

Der Tweet zum Spiel:

Der Social-Media-Abteilung der Arminia war die Wichtigkeit des Ausgleichtreffers wohl durchaus bewusst. Mit einer Niederlage hätte der Rückstand auf Mainz fünf Punkte betragen.

Das fiel auf: Abstiegskampf pur

Nach einer munteren Anfangsphase trauten sich beide Mannschaften wenig zu, agierten nervös und machten insgesamt viele Fehler. Die zweite Halbzeit war dann von viel Kampf bestimmt. Auch viele Rufe der beiden Bänke waren deutlich im TV zu hören. Insgesamt zeigte Deniz Aytekin acht gelbe Karten. Fünf für die Spieler auf dem Platz. Außerdem sahen beide Trainer und ein Mainzer-Betreuer Gelb.

Die Statistik: 17

In 17 Spielen ging Arminia Bielefeld in der laufenden Saison in Rückstand. Heute konnten die Bielefelder erstmals einen Punkt nach Rückstand mitnehmen, zuvor gab es 16 Niederlagen.
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