Beide Teams starteten recht intensiv und körperbetont in die erste Halbzeit. Eine ruppige Anfangsphase, in der die Gäste aus Berlin dann auch zu zwei Halbchancen durch Jhon Córdoba kamen. Beide Male (7., 10.) traf der Hertha-Stürmer die Kugel jedoch nicht richtig, sodass Arminia-Schlussmann Stefan Ortega jeweils sicher zupacken konnte.
Aber auch die Gastgeber fanden ordentlich in die Partie und versuchten immer wieder ihren Kapitän Fabian Klos mit langen Bällen auf die Reise zu schicken. Klos war es dann auch, der im Mittelpunkt stand, als es zur aufregendsten Situation der ersten Halbzeit kam. Bei einem Angriff der Bielefelder gab es im Strafraum eine Berührung zwischen Hertha-Kapitän Niklas Stark und seinem Pendant Klos.
Schiedsrichter Guido Winkmann zeigte zunächst unmissverständlich auf den Punkt. Im Anschluss schaltete sich dann der Videoschiedsrichter aus Köln ein und so sah sich der Unparteiische die Situation nochmals am Spielfeldrand an. Insgesamt vier Minuten vergingen, ehe Winkmann seine Entscheidung revidierte und den Elfmeter sowie die Gelbe Karte für Stark zurücknahm - Glück für die Hertha.
The Emirates FA Cup
Nach 827 Minuten: Werner beendet Torflaute bei Chelseas Kantersieg
10/01/2021 AM 18:46
Das Spiel war nach der langwierigen Elfmeterpolemik noch zerfahrener als es zuvor schon war und so plätscherte die Partie wenig unterhaltsam der Pause entgegen.
Die Minuten nach dem Wiederanpfiff gehörten dann klar der Arminia. Nach einer schönen Hereingabe von Joakim Nilsson ins Zentrum flutschte Omar Alderete der Ball durch die Beine und so kam Sergio Córdova aus spitzem Winkel zum ersten gefährlichen Abschluss für sein Team (48.). Sein Versuch ging jedoch lediglich an den Außenpfosten.

Fabian Klos (Arminia Bielefeld) gegen Hertha BSC Berlin

Fotocredit: Getty Images

Es war eine Art Fingerzeig, in welche Richtung es fortan gehen sollte. Die Elf von Uwe Neuhaus investierte infolge viel mehr in die Partie und setzte die Hertha ordentlich unter Druck. Klos hatte dann auch zweimal den Führungstreffer auf dem Fuß (54., 59.), scheiterte jedoch einmal an Hertha-Keeper Alexander Schwolow sowie am Außenpfosten.
Hertha spielte kurzzeitig in Unterzahl, da sich Jessic Ngankam, der erst zur Halbzeit gekommen, scheinbar wehgetan hatte. Bielefeld nutzte diese Überzahlsituation gekonnt aus und warf alles nach vorne. Cédric Brunner machte das Spiel auf der rechten Außenbahn schnell und brachte eine lange Flanke in den Sechzehner. Lucas Tousart stieg zum Klärungsversuch per Kopf hoch und verlängerte so unfreiwillig für Reinhold Yabo. Der Mittelfeldspieler ließ sich aus kurzer Distanz nicht zweimal bitten und hämmerte den Ball per Volley unter die Latte. Das verdiente 1:0 für Bielefeld und das erste Bundesligator für Yabo.
Die Berliner wirkten nach dem Gegentreffer geschockt - aus heiterem Himmel kam der Treffer jedoch nicht. Es war schlichtweg zu wenig, was die Labbadia-Elf nach vorne machte und auch im Anschluss an das 1:0 hoffte man vergebens auf eine Reaktion. Im Gegenteil: Durch Ritsu Doan hatte die Arminia dann auch noch die Chance zum 2:0, der Innenpfosten hatte hier jedoch etwas dagegen (70.).
In der Schlussphase kam die Hertha nochmals zu einer guten Gelegenheit. Nach einem Eckball kam der Ball zu Krzysztof Piatek, der zum vermeintlichen Ausgleich traf, jedoch war die Fahne oben (84.). Winkmann sah sich die Situation nochmals an, da auch ein mögliches Handspiel von Piatek im Raum stand. Die Wiederholung zeigte: Der von Maximilian Mittelstädt abgefälschte Eckball wurde von Piatek regelwidrig angenommen und so nahm der Unparteiische den Treffer zurecht zurück.
Durch eine konstant starke Leistung in der zweiten Hälfte brachte Arminia Bielefeld das 1:0 über die Zeit und feierte einen verdienten und wichtigen Sieg im Abstiegskampf.

Die Stimmen zum Spiel:

Uwe Neuhaus (Trainer Arminia Bielefeld): "Über 90 Minuten betrachtet war es ein verdienter Sieg. Hertha ist besser ins Spiel gekommen und hatte zwei bis drei Möglichkeiten. Wir haben uns ins Spiel reingebissen und reingefightet. Mit Beginn der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft an sich geglaubt und war immer einen Schritt schneller. Von Minute zu Minute haben wir mehr Selbstvertrauen bekommen und hatten einige ansehnliche Ballpassagen. Das Tor war dann eine Erlösung. Die letzten Minuten kamen mir vor, als wenn die Zeit stehengeblieben wäre."
Bruno Labbadia (Trainer Hertha BSC): "Heute können wir von einer Enttäuschung sprechen. Es war nicht zu erwarten, dass wir so viele Ausfälle auf dem Platz haben. Wir haben keinen Zugriff bekommen, konnten uns vorne schwer durchsetzen und haben zu viele Bälle verloren. Leider ist es dann in der zweiten Halbzeit weniger geworden. Nach dem Tor haben wir mehr nach vorne probiert und haben uns die ein oder andere 'Fastmöglichkeit' erspielt. Dass wir Dinge besser machen müssen, wissen wir."

Das fiel auf: Motivierende Halbzeitansprache

Nachdem beide Teams in den ersten 45 Minuten wenig an Spektakel und Highlights parat hielten, dürften wohl beide Trainer in der Pause eine deutliche Leistungssteigerung von ihren Spielern gefordert haben. Die besseren Worte hierfür fand scheinbar Uwe Neuhaus. Sein Team spielte im zweiten Durchgang wie ausgewechselt und hatte den Gegner stets unter Kontrolle. Dass die Arminia den Platz letztlich als Sieger verlassen konnte, war der verdiente Lohn für eine deutliche Leistungssteigerung in der zweite Hälfte.

Der Tweet zum Spiel:

Hertha-Coach Bruno Labbadia war in seiner aktiven Fußballer-Karriere von 1998 bis 2001 selbst für die Arminia im Einsatz und erzielte dabei 52 Tore.

Die Statistik zum Spiel: 35,56

Mit 35,56 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit war Arminias Kapitän Fabian Klos heute der schnellste Spieler auf dem Platz.
Das könnte Dich auch interessieren: Drei Dinge, die auffielen: Bedenkliches Fehlerfestival der Bayern

Guariola adelt Gündogan: Superlative in Serie

Bundesliga
Sieg im Schwaben-Derby: Stuttgart entzaubert Augsburg
10/01/2021 AM 16:22
Bundesliga
Fluthilfe-Aktion: Herthas Klünter versteigert selbstgemaltes Bild
GESTERN AM 05:26