Die Anfangsphase des Aufsteiger-Duells gestaltete sich unspektakulär, wenngleich der Favorit aus Stuttgart das Geschehen dominierte und sich in der gegnerischen Hälfte festsetzte. Bis zur ersten guten Torchance dauerte es 15 Minuten.
Borna Sosas Hereingabe von der linken Seite rutschte zu Sasa Kalajdzic durch, der sich um Jacob Laursen herumdrehte und die Kugel in der linken Ecke unterbringen wollte. Stefan Ortega hatte jedoch etwas dagegen, machte sich breit und parierte den Schuss des zwei Meter großen Österreichers, der für den gelb-gesperrten Nicolás González in die Startelf gerückt war (16).
Acht Minuten später lag erneut die VfB-Führung in der Luft: Mateo Klimowicz umkurvte mit einem sehenswerten Solo erst Cédric Brunner und anschließend Ortega um schließlich Philipp Förster im Zentrum zu suchen. Der einschussbereite Stuttgarter wurde jedoch in letzter Sekunde entscheidend von Amos Pieper gestört (24.).
Bundesliga
Dieser Bundesliga-Stürmer ist wohl Tuchels Haaland-Alternative
20/07/2021 AM 21:43
Stuttgart setzte Bielefeld immer wieder mit agressivem und frühem Pressing unter Druck und gewann auf diese Weise immer wieder das Leder. Der DSC schien kein Bein auf den Boden zu bekommen. Mitten hinein in diese Phase stellten die Hausherren den Spielverlauf dann aber auf den Kopf: Nach einer flachen Hereingabe von Laursen verpasste Ritsu Doan in der Mitte den Ball knapp, doch DSC-Torjäger Fabian Klos lauerte am zweiten Pfosten und drückte den Ball zur überraschenden Führung über die Linie (27.).
Nur zwei Minuten später wäre es fast noch dicker für die Gäste gekommen: Sergio Córdova behauptete sich im Duell mit Waldemar Anton, verpasste dann aber das untere linke Eck nur haarscharf (29.). Dennoch ging es für Bielefeld mit einer 1:0-Führung in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel erwischten die Hausherren den perfekten Start: Nach einem Cordova-Zuspiel verschaffte sich Doan auf der rechten Seite mit einem kleinen Wackler raum gegen Sosa und brachte den Ball scharf ins Zentrum, wo Marc-Oliver Kempf zur falschen Zeit am falschen Ort stand und das Spielgerät unabsichtlich mit dem Bauch ins eigene Tor bugsierte (46.).
Euphorisiert vom 2:0 wollte Bielefeld nachlegen. Der VfB wirkte kurzzeitig geschockt und schluckte beinahe das 3:0, doch Gregor Kobel parierte glänzend gegen Klos (59.). Matarazzo reagierte und brachte u.a. Roberto Massimo für Tanguy Coulibaly. Der Deutsch-Italiener belebte die Offensive und verpasste in der 70. Minute nur knapp den Anschluss. 120 Sekunden später vereitelte Ortega mit einer Wahnsinns-Hackenabwehr erneut das 2:1 durch Kalajdzic (72.).
Ohne die etablierten Torjäger mangelte es dem VfB heute an Effizienz vor dem gegnerischen Kasten. Dies bestrafte der Mann des Spiels kurz vor Schluss mit dem 3:0-Endstand. Im Rahmen eines Konters nahm Doan an der Mittellinie Fahrt auf, ließ Gegenspieler Philipp Klement stehen und setzte das Leder punktgenau ins Eck (86.).

Die Stimmen:

Fabian Klos (Arminia Bielefeld): "Das war unser bestes Spiel der Saison, vor allem was die Chancenverwertung angeht – das war in den letzten Wochen unser Manko. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass wir als Mannschaft in der Lage dazu sind, drei Tore in einem Spiel zu schießen. Wir sind mit unserer Punkteausbeute nun den halben Weg zum Klassenerhalt gegangen. (...) Die Chance zum 3:0 hätte ich machen müssen, da bin ich selbstkritisch mit mir - Kobel hat aber auch stark gehalten. Wir freuen uns jetzt natürlich über den Sieg, aber am Wochenende geht es mit Eintracht Frankfurt und Luka Jovic gegen einen weiterer starker Gegner."
Philipp Förster (VfB Stuttgart): "Wir sind gut ins Spiel gekommen und haben eine gute erste Halbzeit gespielt. Wir hätten da mehr aus unseren Chancen machen müssen, haben aber stattdessen ein dummes Gegentor bekommen. Nach der Halbzeitpause kassieren wir dann direkt das Eigentor. Ich denke, das war der Knackpunkt des Spiels. Aber wir hätten mehr aus unseren Chancen machen müssen. Daran gilt es zu arbeiten und die Dinger das nächste Mal reinzumachen."

Der Tweet zum Spiel:

Die Arminen waren als Außenseiter in das Aufsteiger-Duell gegen den VfB Stuttgart gegangen, riefen jedoch ihre beste Saisonleistung ab und ließen es drei Mal krachen! Zudem sorgte Ortega mit einigen Glanzparaden dafür, dass die Null steht.

Das fiel auf: Doan und Ortega bärenstark

Stuttgart beherrschte in Durchgang eins über weite Strecken das Spielgeschehen. Besonders über Sosas linke Seite versuchte der VfB immer wieder, Zielspieler Kalajdzic im Zentrum zu finden – mit überschaubarem Erfolg. Wenn der Stürmer dann aber Mal zum Abschluss kam, war Ortega zur Stelle, der Bielefelds Garant für den heutigen Dreier war.
In Abwesenheit von Silas Wamangituka (neun Tore, drei Vorlagen) und Nicolás González (sechs Tore, zwei Vorlagen) mangelte es dem VfB an Konsequenz im Abschluss. Bielefeld setzte dagegen immer wieder Nadelstiche nach vorne, besonders Doan war ein nicht zu bändigender Aktivposten auf dem rechten Flügel.
Die Arminia gewann ein sehr ansehnliches Aufsteiger-Duell letztendlich verdient und absolvierte zugleich das bisher beste Spiel des laufenden Saison.

Die Statistik: 3

Das 3:0 über den VfB Stuttgart ist Bielefelds höchster Saisonsieg. Bisher trafen die Arminen höchstens zwei Mal in einer Partie – am zehnten Spieltag gegen Mainz. Drei Treffer in 90 Minuten gelangen dem DSC letztmals 2007 in der Bundesliga, damals gegen den 1.FC Nürnberg.
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