"Statistiken über meine Person interessieren mich nicht", behauptete Baum trotzig, über ihn müsse man sich "keine Sorgen machen". Vier magere Unentschieden, 7:24 Tore, letzter Tabellenplatz, allerhöchste Abstiegsgefahr: Eine solch katastrophale Ausbeute hatte selbst der alte Rekordhalter Karl-Heinz Marotzke vor 53 Jahren nicht vorzuweisen - er gewann sein zehntes Spiel, wurde dennoch drei Niederlagen später entlassen.
Ob Baum das gleiche Schicksal droht, ist fraglich. Selbst wenn der 41-Jährige auch am Samstag (ab 15.30 Uhr im Eurosport Liveticker) im Kellerduell gegen den Aufsteiger Arminia Bielefeld nicht gewinnt und Schalkes Sieglos-Serie sich auf 29 Spiele verlängert, könnte er allein aus finanziellen Zwängen seinen Job behalten.
Denn zusätzlich zum Ende September gefeuerten David Wagner und Baum noch einen dritten Trainer zu bezahlen, wäre für die hochverschuldeten Königsblauen wohl zu teuer. Zumal jeder verfügbare Euro im Januar eigentlich für ein oder zwei neue Spieler ausgegeben werden müsste.
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Außerdem wäre bei einem Rauswurf seines zweiten Wunschtrainers auch Sportvorstand Jochen Schneider nicht mehr zu halten - eine Neubesetzung des Postens würde weitere Kosten verursachen. Geld, das Schalke bei über 200 Millionen Euro Schulden nicht hat.

FC Schalke 04: Baum findet keine Mittel

Offensichtlich war nach dem leblosen Auftritt gegen den vermeintlichen Konkurrenten Freiburg jedoch: Baum bekommt keinen Zugriff auf diese Schalker Mannschaft. Nach jedem Spiel bemängelt er dieselben individuellen Fehler, klagt über Spieler, die "nicht an ihre 100 Prozent kommen", hat dann im Training das Gefühl, "jetzt haben sie es verstanden".
Um im nächsten Spiel wieder vom Gegenteil überzeugt zu werden. Wie gegen ebenfalls verunsicherte Freiburger, als die Königsblauen trotz der Leistungssteigerung beim 2:2 in Augsburg am vergangenen Sonntag völlig unverständlich wie das Kaninchen vor der Schlange erstarrten.
Auch die "Erziehungsmaßnahme" für den Egozentriker Amine Harit, der nach zweiwöchiger Suspendierung begnadigt worden war, fruchtete nicht: Der hochbegabte Marokkaner dribbelte sich immer wieder fest, verlor den Ball, tauchte von Minute zu Minute mehr ab. Von der erhofften Trotzreaktion keine Spur.
Ob Harit gegen die Bielefelder, die neun der letzten zehn Spiele verloren haben und laut Torjäger Fabian Klos "mit Trotz" nach Gelsenkirchen fahren, eine weitere Chance bekommt, ist offen. Denn Baum will nur noch auf die Spieler setzen, "die alles für den Verein geben wollen". Auch diesen Satz wiederholt er schon seit Wochen.
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(SID)

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