Mainz agierte in Leverkusen von Beginn weg sehr defensiv und ließ den Gastgeber kommen. Leverkusener nutzte dies und ging mit der ersten Tormöglichkeit in Führung. Moussa Diaby tunnelte Danny da Costa an der Mittellinie und sprintete den linken Flügel hinunter. Der Franzose hatte den Kopf oben und brachte den Ball aus dem Halbfeld perfekt zur Mitte. Dort hatte sich Lucas Alario etwas abgesetzt und spitzelte die flache Hereingabe unter Robin Zentner hindurch ins Tor (14.).
Mainz hätte darauf um ein Haar die perfekte Antwort gefunden. Da Costa wollte seinen Fehler wieder gut machen und schaltete sich mit nach vorne ein. Der Außenverteidiger nutzte den vielen Platz, der sich ihm am rechten Flügel bot und zog den Ball schön nach innen. Dort verschätzte sich Jonathan Tah und so kam Karim Onisiwo völlig frei zum Kopfball. Der Österreicher köpfte gegen die Laufrichtung von Lukas Hradecky, traf aber nur den rechten Außenpfosten (16.).
Nach diesen beiden Highlights zeigte sich wieder das zuvor gesehene Bild. Leverkusen kontrollierte Ball und Spiel, aber durchdrang den Mainzer-Abwehrriegel einfach nicht. Deshalb versuchte Bayer es aus der Distanz. Kerim Demirbay (30.) scheiterte an Zentner und Diaby verzog nur denkbar knapp (31.).
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Wenn die Elf von Peter Bosz mal gefährlich wurde, dann meist über den sehr agilen Diaby. Er initiierte auch die letzte Chance der ersten Halbzeit. Der junge Flügelstürmer ging links bis zur Grundlinie durch und chippte den Ball in den Rückraum zu Leon Bailey. Der Jamaikaner stieg hoch und köpfte das Spielgerät aus fünf Metern an die Latte. Alario brachte den Abpraller noch mal per Kopf aufs Tor, aber Moussa Niakhaté konnte klären (40.).
So ging es mit 1:0 in die Halbzeit und in dieser gab es ein paar Veränderungen. Bei Leverkusen musste Hradecky, wegen Problemen an der Ferse in der Kabine bleiben und Mainz änderte seine Einstellung. Die Gäste legten ihre Zurückhaltung ab und spielten auf einmal munter nach vorne.
Doch Hradeckys Ersatzmann Niklas Lomb, der zu seinem ersten Bundesligaeinsatz kam, wurde erst mal noch nicht geprüft. Denn Leandro Barreiro verzog zweimal aus vielversprechender Position. Erst zielte er klar drüber (55.) und dann knapp links vorbei (56.).
Der junge Luxenburger setzte sich in der nächsten Szene rechts im Leverkusener Strafraum durch und bediente Onisiwo im Rückraum. Der Angreifer konnte sich die Ecke eigentlich aussuchen, aber sein Abschluss aus 13 Metern war zu zentral angesetzt und so konnte Lomb abwehren. Danny Latza kam noch zum Nachschuss, der war jedoch schwach und wurde von Timothy Fosu-Mensah abgeblockt (65.).
Dann trafen die Mainzer, in Person von Niakhaté, endlich ins Tor, aber der Verteidiger war zuvor mit dem Arm am Ball und so zählte es nicht (71.). Genauso erging es dem eingewechselten Demarai Gray auf der anderen Seite. Gray spielte zwar nicht selbst Hand, aber der Ball sprang ihm von Patrik Schicks Arm vor die Füße (74.).
Schick hatte Alario im Sturmzentrum ersetzt und zeigte dann, warum Peter Bosz ihn gebracht hatte. Der Stürmer wurde links am Strafraum von Gray bedient, stellt clever den Körper gegen Stefan Bell rein und wandte sich so am stürzenden Bell vorbei in den Sechzehner. Der Tscheche stand frei vor Zentner und schob den Ball durch dessen Beine zum 2:0 ein (84.).
Die Partie schien entschieden, doch die Mainzer gaben trotz des Zwei-Tore-Rückstands nicht auf. Niakhaté rückte mit auf und wurde 23 Meter zentral vor dem Tor einfach nicht angegriffen. Das nutzte der Verteidiger und löffelte den Ball perfekt auf den in den Strafraum startenden Robert Glatzel. Der Mainzer-Neuzugang blieb ruhig und legt den Ball an Lomb vorbei ins Tor (89.).
Glatzels erstes Bundesligator befeuerte den Mainzer Glauben und die 05er wurden für ihren Aufwand belohnt. Allerdings rückte Leverkusen auch zu weit auf und verlor dann den Ball. Das nutzte Bell und flankte aus dem rechten Halbfeld. Sven Bender wollte diese Hereingabe klären, aber legte den Ball genau vor die Füße von Kevin Stöger. Der Österreicher ließ sich nicht zweimal bitten und schob zum Ausgleich ein (90.+2).
Bayer probierte es noch mal, aber mehr als ein verzogener Schlenzer von Gray sprang dabei nicht heraus (90.+5).

Die Stimmen:

Peter Bosz (Trainer Bayer Leverkusen): "Ich habe zwei schlechte Halbzeiten von uns gesehen. Auch in der ersten Halbzeit haben wir nicht gut gespielt. Wir waren schlecht im Ballbesitz, in den Pässen, im Positionsspiel, in der Verteidigung, in den Zweikämpfen. So kann man nicht gewinnen."
Sven Bender (Bayer Leverkusen): "Wir haben es in der zweiten Halbzeit nicht geschafft, als Team kompakt zu verteidigen und somit das bekommen, was wir uns im negativen Sinne erarbeitet haben."
Danny da Costa (Mainz 05): "Wir sind auch nach dem 0:2 weiter gut angelaufen und das war der ausschlaggebende Punkt. Dieses nie aufgeben und alles gegeben und daran glauben, dass wir hier noch was reißen können."
Robert Glatzel (Mainz 05): "Klar freut man sich, aber es war nur das 1:2 in dem Moment und dann schaut man eher, dass noch was geht. Aber jetzt nach dem Spiel ist die Freude über meinen ersten Bundesligatreffer natürlich riesig!"
Kevin Stöger (Mainz 05): "Ein Punkt, der denke ich sehr wichtig für uns in der aktuellen Situation ist. Einfach hier noch das 2:2 nach einem 0:2 Rückstand zu machen, ist natürlich sensationell, grade weil Leverkusen das normalerweise nicht mehr aus der Hand gibt!"

Der Tweet zum Spiel:

Die Mainzer Fans hätten dieses Comeback nur allzu gerne verkleidet im Gästeblock gefeiert.

Das fiel auf: Mainzer Mut wurde belohnt

Mainz 05 ging die Partie sehr zurückhaltend an. In der ersten Halbzeit attackierten die Gäste erst ab der Mittellinie, agierten sehr abwartend und warteten fast ausschließlich auf Konter.
Diese Herangehensweise gaben die Mainzer nach der Halbzeitpause auf, sie spielten mit Nachdruck nach vorne und waren ab dann die klar bessere Mannschaft. Allerdings machten sie die Tore nicht und so wäre es beinahe schief gegangen, doch in der Schlussphase belohnten die Mainzer sich für ihren Mut.

Die Statistik: 25

Florian Wirtz absolvierte gegen Mainz sein 25. Bundesligaspiel, damit ist er jetzt er Spieler mit den meisten Bundesligaeinsätzen vor seinem 18. Geburtstag. Zuvor teilte er sich diese Bestmarke mit Nuri Sahin, der vor der Volljährigkeit ebenfalls 24-mal in der Bundesliga auflief.
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