Nach der Last-Minute-Niederlage im Topspiel gegen den FC Bayern München, visierte die Werkself im Auswärtsspiel gegen Frankfurt die zwischenzeitliche Tabellenführung an. B04-Coach Peter Bosz hatte allerdings herbe personelle Probleme zu beklagen: Insgesamt fehlten acht Akteure - unter anderem die Bender-Zwillinge.
Die Hausherren planten mit einer zweikampfintensiven und kompakten Taktik dagegenzuhalten. Vor der Dreierkette agierten Makoto Hasebe und Djibril Sow als Sechser zwischen zwei variablen Außenspielern – Erik Durm und Filip Kostic. In der Offensive musste Eintracht-Trainer Adi Hütter auf den zum FC Brügge abgewanderten Bas Dost verzichten.
Offensiv traten die Leverkusener in der 10. Minute das erste Mal gefährlich in Erscheinung. Nadiem Amiri und Florian Wirtz kombinierten wunderschön - Amiri passte auf Wirtz an die Strafraumgrenze, Wirtz bediente den startenden Amiri per Lupfer im Strafraum. Vor Kevin Trapp packte der Offensivmann die Hacke aus und verwandelte sehenswert zur 1:0-Führung.
Bundesliga
Verletzungssorgen: Leverkusen muss auf Offensiv-Duo verzichten
VOR 21 MINUTEN
Die Frankfurter zeigten sich vom Rückstand jedoch nicht beeindruckt und suchten nach der schnellen Antwort. In der 22. Minute passte Sow perfekt in die Schnittstelle der Abwehr auf den einlaufenden Amin Younes. Der Angreifer ging auf Lukáš Hrádecký zu und schoss den Ball sicher ins linke Eck.
Der Ausgleich war verdient, beide Mannschaften investierten viel und machten eine gute Partie. Leverkusen hatte mehr vom Spiel, Frankfurt war in den Zweikämpfen präsenter und verbuchte zudem die besseren Torchancen. In der 39. Minute verpasste Younes die Riesenchance zur Führung. Aus elf Metern schoss er den Ball freistehend meterweit über das Tor.
Im zweiten Durchgang machten die Frankfurter es vor dem Tor besser - allerdings mit Leverkusener Hilfe. Nach einem weiten Ball von Younes auf die rechte Seite – den Mitchell Weiser unterschätzte – passte Daichi Kamada die Kugel flach in die Mitte. Im Zentrum wartete André Silva, doch Edmond Tapsoba erledigte den Job und grätschte den Ball unglücklich selbst über die Linie (54.).
Die Frankfurter verteidigten in der Folge sicher und kompakt, Leverkusen versuchte Mittel zu finden, wurde offensiv jedoch nicht mehr gefährlich. Die Eintracht war deutlich näher dran am nächsten Treffer, blieb der Abschlussschwäche aus dem ersten Durchgang allerdings treu. Dennoch reichte es zum knappen und verdienten 2:1-Heimerfolg.

Die Stimmen:

Martin Hinteregger (Eintracht Frankfurt): "Es war eine ganz starke erste Halbzeit von uns. Wir haben genauso weitergemacht, wie die letzten Spiele im letzten Jahr. Wieder mutig Fußball gespielt, gut gekontert und gegen einen richtig guten Gegner hervorragend verteidigt."
Adi Hütter (Trainer Eintracht Frankfurt): "Ein absolut verdienter Sieg. Wir hatten tolle Ballstafetten dabei, haben richtig gut verteidigt, die Balance hat gut funktioniert. Die Art und Weise hat mir imponiert. Wenn wir so spielen wie heute, sind wir in der Lage, einigen Mannschaften wehzutun. Wir sollten die Kirche nichtsdestotrotz im Dorf lassen."
Julian Baumgartlinger (Bayer 04 Leverkusen): "Wir haben verdient verloren - so hat es sich zum Ende auch auf dem Platz angefühlt. Wir haben den letzten Schritt vermissen lassen. Wir waren nach einem guten Beginn und der Führung einen Schritt zu locker und zu entspannt in den zweiten Bällen."
Peter Bosz (Trainer Bayer Leverkusen): "Wir haben verdient verloren. Frankfurt war viel besser, wir waren schlecht. Wir sind das ganze Spiel hinterhergelaufen. Kein Spieler hat das Niveau erreicht. Das darf nicht passieren. Nächste Woche werden wir das besser machen."

Der Tweet zum Spiel:

Eintracht Frankfurt agiert geschlossen als Team - auf und neben dem Feld.

Das fiel auf: Systemabhängigkeit

Hütter und seiner Eintracht gelang es nicht nur, das Spiel der Werkself zu encodieren, sondern gleichzeitig Mittel zu finden, um der taktischen Ausrichtung entgegenzuwirken. Bayer forciert das vertikale Spiel über die Außen und das vertikale Passspiel kurz - lang über das Zentrum in die Tiefe. Frankfurt machte die Räume sehr eng, sorgte auf den Flügeln zudem für personelle Überzahl und zweikampf- und mannorientiertes Spiel gegen den Ball. So gelang es Leverkusen sehr selten, Räume im letzten Spielfelddrittel zu finden. Das Offensivspiel lahmte, Chancen waren die Ausnahme.

Die Statistik: 1

Siebenmal traten die Leverkusener in dieser Saison auswärts an und wahrten bis zuletzt ihre weiße Weste. Im achten Spiel in der Fremde kassierte die Werkself jedoch die erste Niederlage in dieser Spielzeit. Insgesamt holten sie fünf Siege, zwei Unentschieden und nun eine Niederlage gegen Frankfurt.
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