An Selbstvertrauen mangelt es Sebastian Kehl nicht. Das war schon zu seiner Zeit als Profi so, und daran hat sich auch in seiner neuen Rolle nichts geändert. "Ich habe schon mehrfach betont, dass ich Interesse daran habe, mehr Verantwortung zu übernehmen. Insgesamt traue ich mir die Aufgabe natürlich zu und bin überzeugt, dass ich das gut regeln kann", sagte Kehl schon vor einigen Wochen über seine mögliche neue Aufgabe als Sportdirektor bei Borussia Dortmund.
Davon hat der Lizenzspielerchef inzwischen auch die Verantwortlichen beim Vizemeister überzeugt. Kehl wird im Sommer 2022 die Nachfolge von Michael Zorc (58) antreten - auch wenn der Vertrag noch nicht unterschrieben ist. "Er bringt sehr viel mit, um diese Position auszufüllen", sagte Zorc.
Die Wahl von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ist logisch, sie birgt aber auch gewisse Risiken. Kehl muss große Fußstapfen ausfüllen. Seit seinem Wechsel in die BVB-Führungsetage 1998 hat sich Zorc ein großes Netzwerk aufgebaut.
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Sein Abgang bedeutet eine gewaltige Zäsur. Seine Erfahrung und seine Verbindungen kann Kehl logischerweise noch nicht besitzen. Als Gesicht des Vereins gilt der 41-Jährige aber ebenso wie Zorc als Identifikationsfigur - das verschafft ihm Kredit im Umfeld.

Borussia Dortmund: Kehl überzeugt als Leiter der Lizenzspielerabteilung

Als Leiter der Lizenzspielerabteilung hat sich Kehl profiliert. Er kann führen und strategisch denken. Doch die Erwartungen sind riesig. Zorc hat den zwischenzeitlich finanziell schwächelnden BVB an die nationale Spitze geführt und zu einer ersten Adresse für europäische Top-Talente gemacht. In seine Ära fielen der Gewinn von drei Meisterschaften, zweimal holte der Klub den DFB-Pokal und erreichte 2013 das Finale der Champions League.
Der ehemalige Nationalspieler Kehl muss diese Erfolge bestätigen. Doch ganz so einfach ist das nicht. In Dortmund ist die Sehnsucht nach Titeln groß. Und die Rolle als Nummer zwei im deutschen Fußball hinter dem Rekordmeister Bayern München macht dem BVB gerade RB Leipzig strittig.
Kehl hat sich als schneller Lerner erwiesen. Jetzt muss die Übergabe durch Zorc Schritt für Schritt erfolgen. Kehl wird schon in den nächsten Monaten mehr Verantwortung übernehmen müssen. Er ist dazu bereit und genießt die Rückendeckung seiner Bosse. "Sebastian und ich arbeiten sehr eng, gut und vertrauensvoll zusammen. Er sammelt gerade Erfahrungswerte und hat natürlich eigene Ideen", betonte Zorc.
Auch Watzke äußerte sich zuletzt positiv über Kehl. "Die Abwicklung von Transfers beispielsweise ist ein wichtiges und großes Feld. Aber er ist da dran, er ist ja auch extrem ehrgeizig. Ich glaube, dass er sich sehr stark reinfuchsen wird, alles andere würde mich überraschen", sagte der BVB-Boss.
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(SID)

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