Die Etikette wahrte Marco Rose auch nach dem Sturz aus der oberen Tabellenhälfte wieder.
So wie vor zwei Wochen - als Gladbachs Trainer im Anschluss an die Heimpleite gegen Mainz wartete, bis der jubelnde Kollege Bo Svensson bereit war, seine Gratulation entgegenzunehmen.
Nun war auch die Partie gegen Leverkusen verloren - und Rose, der mit Bayers Sportdirektor Simon Rolfes bereits den coronakonformen Faust-gegen-Faust-Gruß vorgenommen hatte, blieb noch einige Sekunden geduldig stehen.
Bundesliga
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Bis ihn auch Peter Bosz entdeckte - dessen Mannschaft gerade 1:0 gewonnen hatte und dank einsetzender Schwäche bei den Konkurrenten Wolfsburg und Frankfurt wieder an den Champions-League-Plätzen schnuppern darf.

Die Angst der Gladbach-Stars vor Fehlern

Die Gladbacher dagegen haben ihren Instinkt für Erfolge und für den eigenen Spielstil momentan komplett verloren. Nach einem starken Januar, einem furchtbaren Februar und schon wieder zwei Niederlagen im frisch begonnenen März weist die Entwicklungskurve weiter nach unten - und die aktuelle Stimmungslage am Niederrhein verheißt keine baldige Trendwende.
"Wir müssen wieder dahin kommen, dass wir die Art, wie wir Fußball spielen und wie wir uns kennen und sehen, wieder auf den Platz bringen können", fordert Yann Sommer. Denn der Status quo sieht für den Schweizer Keeper so aus: "Wir erspielen uns im Moment keine positiven Aktionen, wir erzeugen zu wenig Power."
Sommer wünscht sich "mehr Leichtigkeit" im Team - und diese sportliche Sehnsucht hat Borussias Ballfänger Nummer eins keineswegs exklusiv. "Aktuell tun wir uns mit der Lockerheit in unserem Spiel schwer, wir sind ziemlich verkrampft", seufzte Offensivspieler Hannes Wolf.
Auch Sportdirektor Max Eberl fand das Spiel der Gastgeber gegen Leverkusen "ein bisschen angestrengt" - und vertrat dabei die These, dass die von Marco Rose instruierten Kicker wegen des anhaltenden Negativlaufs alles besonders gut und vor allem auf gar keinen Fall etwas verkehrt machen wollen.

Gladbach seit Bekanntgabe des Rose-Abgangs ohne Sieg

Das Ergebnis waren die siebte nicht gewonnene Partie in Folge - und im fünften Spiel nach Roses Verkündigung, im Sommer zum Ligarivalen Dortmund zu wechseln, die fünfte Niederlage. Damit ist der Rautenklub zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit aus der besseren Hälfte der Liga auf Rang zehn geplumpst.
Aktuell stehen Vereine wie Union Berlin, Freiburg oder Aufsteiger Stuttgart vor Gladbach. Und die Frage drängt sich auf, wie viele Spiele der Vorjahresvierte noch verlieren darf, ehe Eberl von seinem eisernen Bekenntnis, die Saison mit Marco Rose zu Ende zu spielen, abrückt.
Borussias amtierender Bank-Chef selbst sieht seinen vor drei Wochen verkündeten Abmarsch zum BVB jedenfalls nicht als Grund für die anhaltende Baisse. "Ich glaube, dass es in erster Linie an den Ergebnissen liegt. Denn wir trainieren gut, und so viel hat sich bei uns gar nicht verändert", berichtete der 44-Jährige.

Patrik Schick schießt Bayer Leverkusen zum Sieg

Fotocredit: Getty Images

Leverkusen als Vorbild

Was allerdings auch bleibt, ist die ausgesprochen hartnäckige Resultatskrise. Um die möglichst rasch aus der Welt zu schaffen, könnten die Gladbacher nun den von den Leverkusenern servierten Live-Unterricht nutzen.
"Die Jungs wollen unbedingt, das führt dann manchmal zu Verkrampfungen", stellte auch Rose beim eigenen Rasenpersonal soeben fest - und schlug vor: "Wir müssen nur zum Gegner gucken. Der war in einer ähnlichen Lage wie wir und freut sich jetzt wahrscheinlich schon auf das nächste Spiel - um auch das wieder zu gewinnen."
Das seien Dinge, die man sich laut Rose erstens "vorstellen können muss", um sie dann zweitens "auch umzusetzen". Die Freude auf das nächste Spiel, die die Werkself bei ihrem Besuch im Borussia-Park gerade zurückgewonnen hat, müssen sich die Gladbacher allerdings erst wieder mühsam erarbeiten. Zehn Ligabegegnungen hat ihnen die Saison noch zu bieten, die nächste am Freitag in Augsburg.
"Es ist ein komplizierter Tag, ein Tag, der wehtut", bekannte Sportchef Max Eberl nach der Niederlage im Rheinland-Derby aber zunächst, beklagte erneut den Spielplan mit zuletzt "extrem schweren Gegnern" - und verkündete schließlich tapfer: "Da gehen wir weiter durch."
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