Das gemeinsame Glas Rotwein, zu dem ihn Pep Guardiola eingeladen hat, wird Marco Rose trinken können. Der angeschlagene Trainer von Borussia Mönchengladbach darf seine taumelnde Mannschaft auch am Dienstag in der Champions League gegen Manchester City betreuen - und auch danach weitermachen, wenn es nach dem Sportdirektor geht. "Ich wüsste heute nicht, was nicht dazu führen würde, dass er nicht bis zum 30. Juni bei uns Trainer ist", sagte Max Eberl am Samstag ein wenig verschwurbelt im Aktuellen Sportstudio des "ZDF".
Das bedeutet wohl: Augen zu und durch, denn auch Rose selbst ist ja nicht bereit, das Handtuch zu werfen. "Nein", betonte er auch nach dem demoralisierenden 1:3 (0:0) beim FC Augsburg am Freitagabend, er werde aus der ungebremsten Talfahrt seiner Mannschaft keine persönlichen Konsequenzen ziehen.
Er könne freilich "verstehen", ergänzte Rose, "dass die Fragen kommen". Auch ihm ist ja nicht entgangen, dass "wir keine Ergebnisse holen", seit er am 15. Februar seinen Wechsel zu Borussia Dortmund bekannt gegeben hat.
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Die Aussicht auf ein Glas Rotwein mit Guardiola kommt daher eher zur Unzeit für Rose. Das Achtelfinal-Rückspiel (Hinspiel 0:2) passt ihm nicht in den Kram. Es werde "nicht einfach, weil wir momentan andere Themen haben", sagte er und betonte: "Wir sollten keine Wunderdinge erwarten." Nur ein Lichtblick bleibt deshalb einstweilen für Gladbach: Eberl wähnt sich bei seiner Suche nach einem Nachfolger für Rose "schon auf der Zielgeraden, wir haben eine klare Vorstellung".

Borussia Mönchengladbach: Absturz scheint nicht mehr zu stoppen

Am Absturz unter Rose ändert dies aber nichts. Dessen Bilanz ist schon seit dem 22. Januar und einem 4:2 gegen Borussia Dortmund niederschmetternd: kein Sieg in der Bundesliga, kein Sieg in den vergangenen acht Pflichtspielen - dafür nun sechs Niederlagen in Serie.
Der Absturz scheint nicht zu stoppen, der Trainer als Fallschirm nicht mehr zu taugen, auch wenn er behauptete, die jüngsten Leistungen seiner Mannschaft zeigten, "wie wir zusammenarbeiten und zusammenstehen". Mag sein.
Auch Rose kann freilich nicht wegreden, dass die Ergebnisse seiner Einschätzung widersprechen. Wobei die Niederlage beim biederen FC Augsburg in der Tat unnötig war: Die Borussia war die bessere Mannschaft, erspielte sich zahlreiche Großchancen, vergab dann aber einen Elfmeter durch Lars Stindl (38.) und ließ sich vor und nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Florian Neuhaus (68.) von Ruben Vargas (51.), Marco Richter (76.) und André Hahn (89.) dreimal bös überrumpeln.
Was jetzt? "Wir dürfen nicht aufstecken und müssen weitermachen", sagte der untröstliche Kapitän Stindl, der beim Elfmeter den großartigen Augsburger Torhüter Rafal Gikiewicz verlud, den Ball aber weit am linken Pfosten vorbeischoss. Am Spielfeldrand blickte nicht nur Rose konsterniert drein. "Die Jungs", berichtete er nachher bei "DAZN", hätten im Verlauf der Woche festgestellt, "dass uns eine gewisse Lockerheit fehlt". Sie kehrte auch in Augsburg nicht zurück.
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