So lief das Spiel:

In der ersten Halbzeit achteten beide Mannschaften darauf, keine Fehler zu machen. Gladbach war etwas bemühter, in den Strafraum der Wolfsburger zu kombinieren, und hatte ein paar Umschaltsituationen nach Ballgewinnen im Mittelfeld. Wolfsburg dagegen arbeitete sehr diszipliniert nach hinten.

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Aus diesem Grund gab es für die Gastgeber nur zwei Torchancen im ersten Durchgang. In der 21. Spielminute kam Florian Neuhaus zentral im Strafraum zum Kopfball, die Kugel klatschte aber an den linken Pfosten.

In der 35. Minute schickte Christoph Kramer Jonas Hofmann über die rechte Seite in den Strafraum. Hofmann zog aus etwa neun Metern ab, sein Flachschuss rauschte aber am linken Torpfosten vorbei.

Ansonsten neutralisierten sich die beiden Teams im ersten Durchgang aber weitestgehend. Josip Brekalo hatte eine Abschlusssituation an der Strafraumkante (19.), ansonsten gab es in der ersten Halbzeit keine nennenswerten Möglichkeiten.

Das änderte sich aber in der zweiten Halbzeit, die Partie wurde deutlich ansehnlicher. Waren in der ersten Halbzeit die Gladbacher das bessere Team, dominierten nun die Wölfe. Einen Distanzschuss von Maximilian Arnold konnte Yann Sommer entschärfen, der Nachschuss von Ridle Baku zog links am Tor vorbei (63.).

Je länger die Partie dauerte, desto ungenauer spielte Gladbach. Brekalo hatte die Chance auf den Führungstreffer nach einem Pass von Arnold (66.), doch vergab. Genau in die Drangphase der Gäste machte VfL-Verteidiger Maxence Lacroix einen folgenschweren Fehler. Sein Rückpass zum eigenen Torwart geriet zu kurz, Marcus Thuram spitzelte dazwischen und der herauseilende Koen Casteels stieß mit Thuram zusammen (74.). Den anschließenden Elfmeter verwandelte Hofmann (78.).

In der Schlussphase belohnten sich die Wölfe aber für ihre Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit. Baku stocherte den Ball in den Strafraum, wo am Elfmeterpunkt Wout Weghorst freistand und den Ball wuchtig in die linke Ecke schoss (85.). In der Nachspielzeit hatte der Niederländer noch eine Chance, seinen Distanzschuss wehrte Sommer aber problemlos ab (90.+4). So blieb es bei der Punkteteilung.

Die Stimmen:

Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach): "Ich finde, dass wir gerade in der ersten Halbzeit gute Chancen hatten, in der zweiten Halbzeit ist Wolfsburg besser aus der Kabine gekommen. Das 1:1 geht in Ordnung, aber zufrieden sind wir damit nicht. Uns hat in der zweiten Halbzeit die Körperlichkeit in dem einen oder anderen Zweikampf gefehlt. Wir wollten defensiv weiter gut stehen und offensiv ein bisschen aktiver sein, das ist uns leider nicht gelungen. Wir haben zu viele einfache Bälle verloren."

Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach): "Wir sind mit dem Unentschieden überhaupt nicht zufrieden, wir waren in der ersten Halbzeit klar besser, in der zweiten Halbzeit haben wir es aber nicht mehr so gut hinbekommen. Wir hatten Ballverluste in der eigenen Hälfte und haben unsauber gespielt. Wenn man dann trotzdem in Führung geht, wäre es gut, wenn man das über die Zeit rettet, auch wenn es nicht schön aussieht."

Ridle Baku (VfL Wolfsburg): "Wir haben uns natürlich vorgenommen, drei Punkte aus Gladbach mitzunehmen. Das ist uns nicht gelungen. Es war ein intensives Spiel, mit dem Punkt können wir zufrieden sein."

Wout Weghorst (VfL Wolfsburg): "In der zweiten Halbzeit war mehr drin für uns, wir waren die bessere Mannschaft und hatten die besseren Möglichkeiten. Wir sind aber leider nicht in Führung gegangen. Dass wir nach dem Rückstand noch zum Ausgleich gekommen sind, ist absolut verdient. Dass ich meine erste hundertprozentige Chance reinhaue, war wichtig für mich."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Gladbach zeigt zwei unterschiedliche Halbzeiten

Die Aussagen der Gladbacher nach dem Spiel zeigen eindeutig die Unzufriedenheit mit der zweiten Halbzeit. Spielte die Borussia im ersten Durchgang noch ballsicher und organisiert, unterliefen den Gastgebern im zweiten Durchgang viele einfache Ballverluste. Und zwar in allen Mannschaftsteilen. So spiele Torwart Yann Sommer einem Wolfsburger einmal den Ball in den Fuß, im Mittelfeld wurden ebenso ohne größere Bedrängnis einfache Fehler produziert. Zudem fehlte die Aggressivität in den Zweikämpfen und auch das Rückzugsverhalten nach Ballverlusten war nicht optimal. Auch wenn Jonas Hofmann nach dem Spiel den Faktor Müdigkeit aufgrund der Belastung der vergangenen Wochen nicht gelten lassen wollte, Wolfsburg wirkte wacher und fitter.

Die Statistik: 4

Vier Spiele, vier Punkte, vier Unentschieden. Die Wolfsburger bleiben noch immer ohne Sieg in dieser Bundesliga-Saison, aber eben auch ohne Niederlage. Mit nur zwei Toren gelingt es der Mannschaft von Oliver Glasner die doppelte Zahl an Punkten einzufahren. So offensiv ungefährlich wie diese Zahlen scheinbar ausdrücken, spielen die Wolfsburger aber nicht. Gerade die zweite Halbzeit gegen Gladbach zeigte, dass der VfL keinen reinen Mauerfußball spielt.

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