Seinen Humor hatte Marco Rose schnell wiedergefunden. "Ich glaube nicht, dass er ein Baby-Jahr macht", antwortete der Trainer von Borussia Mönchengladbach auf die Frage, ob der frischgebackene Vater Alassane Plea zum Champions-League-Start bei Inter Mailand wieder zur Verfügung stehe.

Doch die Vorfreude auf den Königsklassen-Knaller am Mittwoch (21:00 Uhr im Liveticker) wurde durch den verspielten Sieg gegen den VfL Wolfsburg auch bei Rose getrübt. "Wenn du spät in Führung gehst, musst du das zu Ende fighten, zu Ende verteidigen", sagte der 44-Jährige nach dem mageren 1:1 (0:0) und monierte: "Wir schaffen es zu wenig, solche Führungen nach Hause zu bringen. Daran müssen wir arbeiten, die Kritik müssen wir uns gefallen lassen."

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Gladbach tritt auf der Stelle

Trotz einer durchschnittlichen Leistung hielt der fünfmalige deutsche Meister nach dem Führungstreffer durch Neu-Nationalspieler Jonas Hofmann (78., Foulelfmeter) alle Trümpfe in der Hand. Doch beim Ausgleich hatte Wout Weghorst (85.) erstaunlich viel Freiraum im Gladbacher Strafraum. "Es wäre nach dem späten 1:0 gut, wenn man das auch über die Zeit bringt. Dementsprechend sind wir enttäuscht", sagte Hofmann bei "DAZN".

Mit fünf Punkten nach vier Spielen treten die Fohlen ein wenig auf der Stelle, das Selbstvertrauen der vergangenen Saison ist noch nicht wieder da. "Es kommt Vieles zusammen. Beim ersten Fehlpass fängt der Kopf an zu rattern. Die paar Prozent fehlen dann, dann lässt du dich hinten reindrücken", stellte Hofmann fest.

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Aber auch spielerisch sind die Gladbacher noch nicht auf dem Niveau des Vorjahres. Viel Zeit bleibt allerdings nicht, um im Training an den Defiziten zu arbeiten. Das Spiel gegen die laufstarken Wolfsburger war das erste von sieben binnen 23 Tagen. Die schwächere zweite Halbzeit sei aber noch "kein Fitnessproblem" gewesen, so Nationalspieler Matthias Ginter. Es habe einfach "die Körperlichkeit gefehlt".

Vorfreude auf Inter

Die selbstkritischen Stimmen aus der Mannschaft nahm Rose wohlwollend zur Kenntnis. Er selbst fand noch einen weiteren Ansatzpunkt. "Wenn du 1:0 führst, musst du noch einmal alle Reserven raushauen. Möglicherweise ist es auch eine Frage von Cleverness, an der wir arbeiten können", sagte Rose, dessen Team schon gegen Union Berlin (1:1) eine Führung im Borussia-Park verspielt hatte.

Noch gar nicht in Führung war Wolfsburg in dieser Saison, Oliver Glasner kann mit dem vierten Unentschieden aber leben. "Von der Leistung in der zweiten Halbzeit bin ich angetan", sagte der VfL-Coach, aber: "Mit der Punkteausbeute bin ich nicht zufrieden."

Das gilt auch für Rose, der jedoch schnell den Blick nach vorne richtete. "Jetzt freuen wir uns einfach auf das Champions-League-Spiel. In Mailand ist es wichtig, dass wir extrem mutig Fußball spielen", sagte er. Zum Glück legt Torjäger Alassane Plea kein Baby-Jahr ein.

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(SID)

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