Chancentod Breel Embolo sank in die Knie, Torschütze Florian Neuhaus diskutierte angeregt mit Rückkehrer Denis Zakaria: Bei Borussia Mönchengladbach schwankte die Stimmung nach der erneuten "Führungsschwäche" zwischen Enttäuschung und Ärger. "Das ist ein schmerzhafter Lernprozess", sagte Trainer Marco Rose nach dem in Überzahl leichtfertig verspielten Sieg beim 1:1 (1:0) gegen den FC Augsburg.

Zum dritten Mal in dieser Saison ließ der Champions-League-Teilnehmer im heimischen Borussia-Park nach einer Führung Punkte liegen. Die Spieler standen nach dem Abpfiff ein wenig ratlos auf dem Rasen herum und betrieben Ursachenforschung. "Wir sind ein bisschen schläfrig geworden", betonte Rio-Weltmeister Christoph Kramer bei "Sky": "Dieses Spiel spielst du so 100-mal und spielst nur einmal Unentschieden."

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Nach der frühen Führung durch Nationalspieler Neuhaus (5.) und Gelb-Rot gegen den eingewechselten Raphael Framberger (66., wiederholtes Foulspiel) hatten die Gastgeber eigentlich alles im Griff, doch Daniel Caligiuri (88.) bestrafte kurz vor dem Ende die Nachlässigkeiten.

Es war bereits der sechste Gegentreffer der Borussia in der Schlussviertelstunde. "Es ist ein Muster zu erkennen. Daran müssen wir arbeiten", sagte Rose und klagte über die "Passivität" seiner Mannschaft am Ende: "Wir haben die Nerven verloren."

So weit hätte es allerdings erst gar nicht kommen dürfen. Embolo vergab zwei Hochkaräter und hätte für die Entscheidung sorgen müssen. "Wenn du das 2:0 machst, dann stehen wir jetzt hier nicht so", sagte Kramer. Für Hannes Wolf hätte das Spiel "genauso gut 5:0 ausgehen" können.

Rose verteidigt Embolo

So groß war die Gladbacher Dominanz allerdings nicht. Und Rose nahm den deprimierten Embolo in Schutz. Seine Leistung sei "in Ordnung" gewesen. Er habe sich die "Chancen herausgearbeitet". Aber auch der Coach monierte, dass er "den einen oder anderen hätte machen müssen".

Da er die Tore nicht gemacht hat, beträgt der Rückstand auf einen Champions-League-Platz fünf Zähler. "Wir geben wieder Punkte ab, die uns gut getan hätten", sagte Rose. Schon bei den Spielen gegen Union Berlin und den VfL Wolfsburg (jeweils 1:1) hatte sein Team einen Vorsprung hergeschenkt.

"Wir sind auch nur Menschen. Wir müssen an unsere Qualität glauben", forderte Rose mit Blick auf die Terminhatz in Liga, Champions League und DFB-Pokal in den kommenden Wochen.

Wann Alassane Plea und Ramy Bensebaini nach ihren COVID-19-Erkrankungen wieder eingreifen können ist offen. Nationalspieler Jonas Hofmann (Muskelbündelriss im Oberschenkel) wird noch ein bisschen länger ausfallen.

Das Kurz-Comeback von Zakaria nach über acht Monaten macht aber Mut. "Es ist wichtig, dass er wieder da ist. Er ist ein Schlüsselspieler in unserem System", sagte Rose.

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(SID)

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