Eintracht Frankfurt nahm die Favoritenrolle an. Die Hütter-Elf dominierte in den ersten Minuten und ging verdient in Front. Die Gäste führten in der neunten Minute eine Ecke auf der linken Seite kurz aus. Filip Kostić flankte nach Zuspiel von Amin Younes an den Fünferrand, wo sich André Silva klasse absetzte und rechts oben zum 1:0 einnickte. Allerdings: Djibril Sow war vor dem betreffenden Eckstoß zuletzt am Ball, weswegen es diese Standardsituation nicht hätte geben dürfen.
Dann, als etwa die Hälfte des ersten Durchgangs absolviert war, tauchten die Gäste nur noch selten nennenswert in der Offensive auf. Zeitgleich wurde Bremen zunehmend aktiver und erarbeitete sich einige gute Möglichkeiten. Besonders knapp wurde es in der 38. Minute, als sich Milot Rashica nach einem langen Schlag von Miloš Veljković rechts in Strafraum klasse gegen Makoto Hasebe sowie Martin Hinteregger durchsetzte und den Ball aus leicht spitzem Winkel aus etwa 13 Metern Torentfernung links an die Latte schlenzte.
Zwar hatten die Adler in den ersten 45 Minuten ein Plus an Schüssen, doch der Bremer Ausgleichstreffer wäre vor allem aufgrund der Chancenqualität durchaus verdient gewesen.
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Florian Kohfeldts Halbzeitansprache fruchtete scheinbar, denn Werder Bremen bot nach dem Seitenwechsel eine Leistungssteigerung. Es war in der zweiten Halbzeit erst eine Minute gespielt, ehe Theodor Gebre Selassie den Ausgleich besorgte. Rashica gab aus dem linken Halbfeld per scharfem Flachpass in die rechte Strafraumhälfte. Dort erreichte Kostić den Ball zwar per Grätsche, lenkte diesen aber in den Lauf von Gebre Selassie, der auf Höhe des Elferpunktes flach zum 1:1 ins lange Eck schoss.
Anschließend drückten die Werderaner auf den Führungstreffer, der ihnen in der 62. Minute gelang. Romano Schmid legte in halbrechter Position quer nach innen auf Maximilian Eggestein, der mit tollem Timing auf Joshua Sargent in die rechte Sechzehnerhälfte durchsteckte. Dort zog der US-Amerikaner flach ab. Keeper Kevin Trapp kam zwar mit den Fingerspitzen an den Ball, konnte den Einschlag zum 2:1 aber nicht verhindern.
Frankfurt tauchte nur noch selten gefährlich in Tornähe auf. Die Adler schraubten nach dem Pausentee zwar ihren ohnehin schon hohen Ballbesitzanteil nach oben, doch die vielen Aktionen mit dem Spielgerät am Fuß wurden nur selten in zwingende Chancen umgemünzt. Die Hanseaten waren ihrem dritten Tor näher als die Eintracht dem Ausgleich. Eine Schlussoffensive der Gäste blieb aus - es blieb beim 2:1.

Die Stimmen:

Theodor Gebre Selassie (Kapitän SV Werder Bremen): "Unsere Taktik war gut. Wir waren in der ersten halben Stunde etwas passiver, aber wir hatten auch unsere Möglichkeiten. Natürlich hatte Frankfurt mehr Ballbesitz, aber aufgrund der zweiten Hälfte haben wir verdient gewonnen."
Romano Schmid (SV Werder Bremen): "Es war für uns sehr wichtig, wieder zu punkten. Damit haben wir die Leistung aus dem letzten Spiel wieder gut gemacht. Es war heute von A bis Z eine super Teamleistung. Auch wenn nicht immer alles funktioniert, haben wir uns gegen einen überragenden Gegner ins Spiel gekämpft - deshalb bin ich stolz auf uns."
Makoto Hasebe (Kapitän Eintracht Frankfurt): "Werder stand hinten sehr tief, deswegen haben wir uns schwergetan. Wir hatten viel Ballbesitz, aber trotzdem hat die letzte Konsequenz gefehlt."
Djibril Sow (Eintracht Frankfurt): "Wir wussten, was Werder für einen Fußball spielt und darüber haben wir auch gesprochen. Wir hatten einen guten Start, aber weshalb wir unsere Linie dann verlieren, ist mir ein Rätsel. Jeder Einzelne hat ein paar Prozente weniger gegeben und war ein bisschen unkonzentriert - dann wird es in Bremen sehr schwer. Die Niederlage müssen wir erstmal verdauen und analysieren. Heute haben wir drei Punkte verloren - das müssen wir uns selbst ankreiden."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Kostić tut es Misimović gleich

Kostić befindet sich in einer beeindruckenden Form. Der 28-jährige serbische Nationalspieler war in seiner sechsten Bundesligapartie in Folge direkt an einem Treffer beteiligt. Gleiches gelang zuvor zuletzt Zvjezdan Misimović im Dress des VfL Wolfsburgs (2009). Kostić netzte in diesem Zeitraum zweimal selbst und bereite acht Treffer vor. Gegen Bremen glänzte er wieder mal als Vorbereiter für seinen kongenialen Offensivpartner Silva. Insgesamt legte Kostić in der laufenden Saison bereits elf Tore auf, womit ihm nur noch ein Assist fehlt, um seine Bestmarke aus der Saison 2019/20 einzustellen.

Die Statistik: 11

Nach elf ungeschlagenen Partien war es soweit: Das Team von SGE-Coach Adi Hütter kassierte im deutschen Fußball-Oberhaus die erste Pleite seit dem zwölften Spieltag (neun Siege, zwei Unentschieden). Es war Frankfurts erste Bundesliga-Niederlage seit dem 11. Dezember des Vorjahres (1:2 in Wolfsburg).
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