Axel Witsel spielte die Social-Media-Klaviatur gekonnt durch.

Foto aus dem Krankenbett, breites Grinsen, gehobener Daumen. Alles verbunden mit dem Dank an die Fans für die Unterstützung und dem Versprechen, bald wieder auf dem Platz zurück zu sein. "Ab jetzt werde ich hart an meiner Rückkehr arbeiten", versprach er.

Bundesliga
BVB-Star Witsel nach Achillessehnenriss erfolgreich operiert
11/01/2021 AM 18:22

Der "Instagram"-Post des Dortmunder Mittelfeldspielers sollte - so kurz nach der erfolgreichen Operation an der gerissenen Achillessehne - natürlich Zuversicht verbreiten. Das ist der gewohnte Gang im Profifußball.

Und obwohl man dem Belgier von Herzen selbstredend alles Glück der Welt beim Weg zurück auf den Platz wünscht, ist nicht gesagt, dass er nach monatelanger Reha tatsächlich "stärker als je zuvor" sein wird, so wie er es in Aussicht stellte.

Das allerdings ist Zukunftsmusik.

Derzeitiger Fakt ist: Dem BVB wird in den kommenden Monaten ein wichtiger Mittelfeldspieler nicht zur Verfügung stehen. Für die Borussia ist das ein harter Schlag. Hart, aber nicht unüberwindbar.

BVB sucht keinen Witsel-Ersatz auf dem Transfermarkt

Denn war Witsel nach seiner Verpflichtung im Sommer 2018 mindestens ein Jahr lang der unangefochtene Chef in der Schaltzentrale des Dortmunder Spiels, ist er heutzutage zwar auch noch meistens Teil der Stammelf, aber eben auch leichter ersetzbar.

Und das sogar ohne externe Hilfe.

Dementsprechend reagierte Michael Zorc verhältnismäßig gelassen und kündigte auf Nachfrage von "Sport1" an, das laufende Transferfenster nicht nutzen zu wollen: "Wir werden diese Lücke mit dem eigenen Personal schließen", so der Manager, der sogleich zwei Stars als logische Witsel-Vertreter benannte.

"Emre (Can, Anm. d. Red.) hat das sehr gut gemacht und ist Eins-zu-Eins für Axel eingesprungen, Jude (Bellingham, Anm. d. Red.) kommt nächste Woche wieder zurück. Da haben wir keine Sorge", sagte der 58-Jährige weiter.

Emre Can (r.) von Borussia Dortmund

Fotocredit: Getty Images

Can deutlich in der Pole-Position

Allererste Wahl für Edin Terzic dürfte im zentralen defensiven Mittelfeld nun also Can sein. Der deutsche Nationalspieler wurde schon in Leipzig für Witsel eingewechselt und riss das Spiel ohne Anlaufschwierigkeiten an sich.

Der 27-Jährige hatte großen Anteil daran, dass der BVB das richtungweisende Topspiel beim Tabellenzweiten am Ende deutlich gewann. Seine Aggressivität in der Pressingbewegung und Kompromisslosigkeit in der Zweikampfführung belebten das Spiel der Dortmunder enorm.

"Das war ein sehr gutes Spiel von Emre", lobte Terzic hinterher. Der Trainer hatte offenbar genau das gesehen, was er auch in naher Zukunft von seiner Nummer 23 erwartet. Can selbst nahm die Rolle als Führungsspieler gern an und gab die Richtung vor:

"Jetzt wollen wir wieder voll angreifen und von Spiel zu Spiel schauen. Wir haben extrem viel Qualität und das müssen wir immer wieder abrufen", sagte er.

Can hatte sich im Laufe der Saison immer wieder auch als Lückenfüller in der Innenverteidigung wiedergefunden. Nun dürfte er auf der Sechs gesetzt sein.

Bayerns Thomas Müller (r.) im Zweikampf mit BVB-Jungstar Jude Bellingham (l.)

Fotocredit: Getty Images

Delaney und Bellingham mit guten Karten

Dort spielte in den vergangenen Spielen unter Neu-Coach Terzic vornehmlich Thomas Delaney neben Witsel - und machte seine Sache sehr gut.

Der Däne wird sich nun mit dem 17-Jährigen Bellingham um die Can-Partnerschaft bewerben. Vermutlich aber wird der junge Engländer in diesem Duell die Nase vorn haben, weil er sowohl offensiv auch als defensiv der ideale Komplementärspieler zum deutschen Nationalspieler ist.

Die besondere Gabe, das Spiel mit einem klugen Pass im Handumdrehen schnell zu machen, hat er Delaney voraus.

Guerreiro, Brandt und Dahoud als Möglichkeiten

Eine Option wäre auch "Alleskönner" Raphael Guerreiro. Der Portugiese gilt als fußballerisch unantastbar und kam dementsprechend schon oft zentraler als auf seiner angestammten Linksverteidigerposition zum Einsatz.

Gut möglich, dass Terzic ihn gegen besonders tief stehende Gegner als Sechser/Achter testet, um ein weiteres spielerisches Element zu haben.

Eher außen vor scheinen derzeit die deutschen Nationalspieler Mo Dahoud und Julian Brandt.

Während sich um Brandt Wechselgerüchte ranken, hat sich Dahoud - nach eigentlich guten Saisonstart - seit mehr als einem Monat aus dem Dunstkreis der ersten Elf verabschiedet.

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