Als Erling Haaland und Co. vor der leeren Gästekurve Ringelreihen tanzten und sogar die Welle machten, waren die Schalker längst mit hängenden Köpfen in der Kabine verschwunden.
Mit einem deutlichen 4:0 (2:0) im 180. Revierderby hat Borussia Dortmund den Erzrivalen noch näher an den Abgrund gestoßen. Neun Punkte sind es mittlerweile bis auf Platz 16. Es könnte das letzte Derby für längere Zeit gewesen sein.
"Wir haben die Tore zum richtigen Zeitpunkt geschossen", sagte BVB-Kapitän Marco Reus bei "Sky". Man wollte nach dem 3:2-Erfolg in der Champions League gegen Sevilla "ein Zeichen setzen", meinte Emre Can: "Das ist das emotionalste Spiel der Saison. Wir wollten kämpfen. Das haben wir gut gemacht und verdient drei Punkte geholt."
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Auch Edin Terzic strahlte nach seinem ersten Derby als Cheftrainer: "Wenn man hier als Borusse gewinnt, dann tut das natürlich besonders gut."

BVB-Stars haben Mitleid mit Schalke

Dass das Ergebnis am Ende so hoch ausfiel, war für die Dortmunder, die selbst schwierige Wochen hinter sich haben und weiter um die erneute Qualifikation für die Champions League bangen müssen, natürlich eine Genugtuung.
Doch irgendwie schwang bei den Aussagen der Schwarz-Gelben auch ein bisschen Wehmut mit. Dortmund hatte fast Mitleid mit dem gedemütigten Rivalen. Ein Abstieg der Königsblauen wäre "schon schade", sagte Reus: "Die Bundesliga und auch wir leben von dieser Brisanz und von diesem Feuer. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich sie drin lassen."
"Ich wünsche ihnen alles Gute. Schalke ist ein guter Verein", meinte Can. Worte, die man so nach einem Derby nicht kennt, die aber widerspiegeln, wie es mittlerweile um Schalke bestellt ist.
Die Gelsenkirchener konnten nur eines der letzten 38 (!) Bundesligapartien gewinnen. Der vierte Abstieg nach 1981, 1983 und 1989 rückt immer näher. "Das ist eine bittere Sache, gegen den Erzrivalen so hoch zu verlieren", sagte ein enttäuschter Christian Gross nach Abpfiff. Zur ohnehin schon schwierigen Lage kam gegen Dortmund auch noch Pech dazu.

FC Schalke 04 - Borussia Dortmund | Erling Haaland

Fotocredit: Getty Images

Schalke am Boden: "Es lief vieles gegen uns"

Kurz vor dem Anpfiff verletzte sich Rio-Weltmeister Shkodran Mustafi, nach einer halben Stunde schied auch Torhüter Ralf Fährmann angeschlagen aus. Die Führung durch Jadon Sancho (42.) leitete der Schalker Benjamin Stambouli zudem mit einem kapitalen Fehler ein. S04 selbst vergab einige gute Chancen.
"Es lief vieles gegen uns", so Gross. Michael Langer, die Schalker Nummer drei im Tor, der zu seinem zweiten Bundesliga-Einsatz kam, weil die Frankfurter Leihgabe Frederik Rönnow ohnehin verletzt fehlte, war "traurig, enttäuscht und wütend. Es ist eine extrem beschissene Situation, um es mal auf den Punkt zu bringen."
Erling Haaland (45./79.) und Raphael Guerreiro (60.) besiegelten mit den weiteren Treffern die dritte Revierderby-Niederlage der Schalker in Folge. Wie tief der Frust danach saß, zeigt auch die Reaktion einiger S04-Fans, die sich nach Informationen von "Sport1" versammelten, um nach Abpfiff das Tor West am Haupteingang der Veltins-Arena zu stürmen. Die Polizei musste eingreifen. Die Nerven liegen blank.
In Brackel, wo sich das Trainingszentrum des BVB befindet, bereiteten indes rund 400 Fans den Spielern bei deren Rückkehr mit dem Mannschaftsbus einen Bengalo-Empfang.

Gross: "Wir werden bis zum Schluss fighten"

"Die Gesamtsituation macht etwas mit einem", meinte S04-Schlussmann Langer: "Aber wir stecken nicht auf und wollen weiterkämpfen." Auch Gross gab sich kämpferisch: "Wir glauben bis zum bitteren Ende, dass es vielleicht noch möglich ist. Wir werden bis zum Schluss fighten."
Mit "Zuspruch" wolle er die Knappen für das Duell gegen Stuttgart am kommenden Samstag wieder aufrichten: "Es gab auch gute Szenen." Parolen, die man auf Schalke aus den vergangenen Wochen bereits kennt. Aber was bleibt ihnen auch anderes übrig?
Zwölf Spiele bleiben, um das Unmögliche doch noch zu schaffen. Das würde sogar die Stars des BVB freuen.
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(mit SID)

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