Die letzten 30 Minuten im Spiel gegen Union Berlin (2:0) dürften den BVB hoffnungsvoll gestimmt haben: Jadon Sancho kehrte nach rund eineinhalb Monaten Verletzungspause nach einer mittelschweren Muskelverletzung zurück.
So gab es gegen die Eisernen neben drei Punkten eben auch die Reunion eines Traumduos zu feiern, das in der Vergangenheit schon für Furore bei Schwarz-Gelb sorgte, und dem nun im Bestfall noch sechs Spiele bleiben, den BVB in die Champions League und zu einem Titel zu schießen.
35 Tore hat Erling Haaland in seiner ersten vollen Saison für Borussia Dortmund wettbewerbsübergreifend geschossen - sieben dieser Treffer ging eine Vorarbeit Jadon Sanchos voraus. Wie gut beide Spieler miteinander harmonieren, ist ligaweit bekannt.
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"Ich glaube keiner Mannschaft der Welt würde ein Jadon Sancho in so einer Form nicht helfen", sagte Trainer Edin Terzic auf der Pressekonferenz am Freitag, angesprochen auf die Rückkehr seines besten Vorbereiters (elf Assists) und zweitbesten Torschützen (sechs Treffer). "Ob das jetzt Auswirkungen auf Erling hat, weiß ich nicht. Aber uns als Team tut es gut, wenn Jadon so performt."

Jadon Sancho

Fotocredit: Getty Images

Gegen Union Berlin war jedoch schon zu erkennen, dass der norwegische Sturmtank sehr wohl vom Spielwitz seines kongenialen Partners profitiert. Sancho brachte auf dem linken Flügel sofort das gewisse Etwas, gewann Dribblings, vernaschte seine Gegenspieler (Tunnel gegen Andrich) und belebte das Offensivspiel.
Drei der sieben Torschüsse Haalands (Saisonbestwert für den Norweger) leitete Sancho ein, der durch seinen Ballgewinn in der eigenen Hälfte auch seien Anteil am entscheidenden 2:0 hatte.

Matchwort bei Haaland, Sancho wohl vor Abschied

Beim BVB hofft man nun, sich im Saisonendspurt mit vier Endspielen in der Bundesliga, dem Pokalhalbfinale gegen Holstein Kiel, sowie einem möglichen Finale gegen Werder Bremen oder RB Leipzig auf sein Traumduo verlassen zu können. Schließlich muss man davon ausgehen, dass dieses in der kommenden Saison in dieser Form nicht mehr existieren wird.
Schon in der vergangenen Spielzeit deutete einiges daraufhin, dass Sancho den Verein in Richtung England verlässt. Letztlich erfüllte jedoch kein Klub die Forderungen der Borussia von über 120 Millionen Euro. Der 20-Jährige verlängerte daraufhin heimlich um ein weiteres Jahr bis 2023 - wohl aber samt der Vereinbarung, den Verein im Sommer 2021 verlassen zu dürfen. Die beiden großen Klubs aus Manchester gelten weiterhin als sehr interessiert.

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Auch ein Wechsel Haalands steht seit Wochen im Raum. Berater Mino Raiola und Vater Alf Inge heizten die Gerüchteküche mit einer inszenierten Reise nach Spanien und England, während der man sich unter anderem am Flughafen in Barcelona ablichten ließ, an. Der Tenor lautet: Verpasst die Borussia die Champions League, verlässt der Norweger den Verein im Sommer.
Aus Dortmund hört man nun jedoch selbstbewusste Töne. "Wir haben uns klar zur Causa Haaland geäußert. Die Entscheidung wird nicht ohne Borussia Dortmund getroffen. Egal, wo wir am Ende landen, Erling wird weiter bei uns spielen", sagte Zorc zuletzt gegenüber "Sky".

Traumduo Sancho und Haaland: Es bleiben maximal sechs Spiele

Der BVB hat in der jüngeren Vergangenheit bewiesen, dass solchen, durchaus mutigen Ansagen Taten folgen lassen kann. Die Standhaftigkeit im Fall von Sancho im vergangenen Jahr ist ein Beispiel, die Causa rund um Robert Lewandowski, den man 2014 sogar ablösefrei zum FC Bayern ziehen ließ, weil man auf die Einhaltung der Vertragslaufzeit bestand, ein weiteres.
Es gab aber anno 2016 auch den gegenteiligen Fall. Damals schloss Hans-Joachim Watzke bei "Sky" aus, mit Ilkay Gündogan, Henrikh Mkhitaryan und Mats Hummels drei Stammspieler und absolute Säulen der Mannschaft im gleichen Sommer zu verkaufen. Es geschah jedoch genau das.
Klar ist: Die Personalien Sancho und Haaland werden die Schlagzeilen in und um Dortmund über das Saisonende hinaus bestimmen. Die Wahrscheinlichkeit, dass in der Saison 2021/22 beide weiterhin zusammen für den BVB spielen werden, ist aber sehr gering.
Im Bestfall, so muss man es sehen, bleiben dem Traumduo noch sechs Spiele in Schwarz-Gelb.
Es wären sechs Endspiele.
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