Die Szene hatte Symbolcharakter. Als Marco Reus in der 84. Minute im Spiel gegen den FC Augsburg ausgewechselt wurde, übergab er seine Kapitänsbinde an den neben ihm stehenden Jadon Sancho. Der englische Jungstar dachte aber gar nicht daran, dass Stück Stoff gemäß der Hierarchie bei Borussia Dortmund bei Mats Hummels abzuliefern. Sancho streifte sich die Binde selbst über den Arm und demonstrierte damit sein zurückgewonnenes Selbstvertrauen.
"Die Binde hat Jadon noch mal beflügelt. Aber ich weiß nicht, ob das so geplant war", sagte Trainer Edin Terzic nach Spielschluss schmunzelnd.
Dass Terzic die Episode mit Humor nehmen konnte, hat auch mit Sanchos Leistungen seit dem Jahreswechsel zu tun. Der Turbo-Dribbler hat sein Formtief überwunden und ist immer öfter wieder der erhoffte Unterschiedsspieler. "Er hat in den letzten Wochen einen sehr großen Schritt nach vorne gemacht", lobte Terzic den englischen Nationalspieler.
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Die Zahlen belegen das. In den 13 Hinrundenspielen im alten Jahr kam der 20-Jährige auf fünf Torvorlagen. Sancho fehlte ein bisschen die Leichtigkeit in seinem Spiel, er agierte in manchen Situationen zu kompliziert. Doch im Januar hat sich der Jungstar wieder eindrucksvoll seiner Bestform angenähert. Drei Tore und vier Vorlagen in sechs Ligaspielen sind eine bemerkenswerte Ausbeute. "Das tut ihm gut", hat Lizenzspielerchef Sebastian Kehl festgestellt.

Verpasst der BVB die Champions League droht der Sancho-Verkauf

Ein Sancho in Topform tut aber auch dem BVB gut. Der Flügelstürmer ist ein entscheidender Baustein im System des Vizemeisters, der vor dem Achtelfinale im DFB-Pokal am Dienstagabend gegen den Zweitligisten SC Paderborn (20:45 Uhr im Liveticker auf Eurosport.de) um seine Saisonziele bangte.
Sollte Dortmund die finanziell lukrative und sportlich reizvolle Champions League erstmals seit 2015 nicht erreichen, hätte das auch konkrete Auswirkungen auf Sanchos Zukunft. Er besitzt beim BVB zwar noch einen Vertrag bis Juni 2023, doch ohne die Einnahmen in der Königsklasse müssten die Schwarz-Gelben in Corona-Zeiten den einen oder anderen Star abgeben.
Über Sanchos Wechsel zum englischen Rekordmeister Manchester United war schon im vergangenen Sommer heftig spekuliert worden. Eine Rückkehr in seine Heimat hätte Sancho schon gefallen, vielleicht konnte er auch deshalb in den ersten Monaten der neuen Saison nicht seine gewohnten Leistungen abrufen.
Inzwischen scheint er wieder frei im Kopf zu sein. Der Glaube in die eigene Stärke ist zurückgekehrt. Und dann behält man auch gerne einmal die Kapitänsbinde - zumindest für einige Minuten.
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(SID)

Terzic rudert nach Elfer-Aussage zurück

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