In seinem ersten Heimspiel als Cheftrainer von Borussia Dortmund gelingt Edin Terzic der erste Sieg.
Den drei Punkten gegen den VfL Wolfsburg war jedoch ein hartes Stück Arbeit vorausgegangen - lange Zeit sah es gar so aus, als würde der BVB gegen die Wölfe den Kürzeren ziehen.
Letztlich machte die fehlende Effizienz der Wolfsburger und die individuelle Klasse im Kader der Borussia den Unterschied.
Bundesliga
Terzics Heimdebüt geglückt: BVB müht sich zum Sieg über Wolfsburg
03/01/2021 AM 16:27
Was uns bei Borussia Dortmund gegen VfL Wolfsburg auffiel.

1. Neues Jahr, alte Probleme

"Wolfsburg hatte zuvor erst ein Spiel verloren - und das in München", gab BVB-Trainer Edin Terzic nach Spielende zu bedenken. Von den anwesenden Journalisten im Signal Iduna Park setzte es nämlich trotz des 2:0-Erfolgs gegen den VfL Wolfsburg vermehrt kritische Fragen.
Berechtigterweise, denn spielerisch überzeugen konnte der BVB lange nicht. In der ersten Halbzeit musste man aus schwarz-gelber Sicht sogar glücklich sein, nicht mit einem Rückstand in die Kabine zu gehen. Xaver Schlager und der von Oliver Glasner offensiver als sonst eingestellte Yannick Gebhardt vergaben früh beste Torchancen (5./6.).

Edin Terzic bei seinem Heimdebüt als BVB-Trainer gegen den VfL Wolfsburg

Fotocredit: Getty Images

"Anfangs haben wir uns das Spiel selbst schwer gemacht, da fehlte uns die Aggressivität", gab Terzic zu, sah aber auch eine klare Steigerung im weiteren Spielverlauf. "Dann haben wir es besser geschafft, Torchancen zu kreieren. In der zweiten Halbzeit haben wir sehr dominant gespielt und verdient die Führung erzielt. Das 2:0 war dann leider ein wenig zu spät."
Dass der BVB nicht schon früher seine PS auf die Straße brachte, lag erneut an zu wenig kreativen Ideen in der Schaltzentrale. Mit Axel Witsel und Thomas Delaney setzte Terzic auf der Doppelsechs eher Brechstange denn auf feine Klinge. Marco Reus blieb auf der Zehnerposition erneut blass.
So bekam Haaland in der Spitze selten Bälle in die Tiefe gespielt, Sancho und Reyna versuchten es auf den Außen mit Einzelaktionen. Es war letztlich keine Überraschung, dass der Führungstreffer nach einem Eckball fiel.

2. Haaland menschelt

Ganz der Alte war Erling Haaland bei seinem Bundesliga-Comeback nach rund vier Wochen noch nicht. Als Belegmaterial dazu dient nicht nur der Spielberichtsbogen, auf dem der Norweger trotz zweier BVB-Treffer gegen den VfL Wolfsburg nicht auftaucht, sondern auch eine Szene in der 79. Minute.
Giovanni Reyna fand den Stürmer mit einem halbhoch gespielten Ball in die Spitze, den der 20-Jährige untypischer Weise nicht kontrollieren konnte und deshalb die Hand zur Hilfe nahm. Schiedsrichter Manuel Gräfes Pfiff ertönte, eine aussichtsreiche Eins-gegen-eins-Situation war dahin. Haaland drosch anschließend frustriert den Ball weg, sah die Gelbe Karte und wurde eine Minute später ausgewechselt.
Dass sich der Golden Boy sein Comeback anders vorgestellt hatte, zeigte sein frustrierter Abgang. Gegenüber der Trainerbank verließ Haaland das Spielfeld, raufte sich mehrfach die Haare. Als er an der Ersatzbank ankam und sich auf selbiger niederließ, hätte man meinen können, dem Norweger wären diverse Eigentore unterlaufen.

Erling Haaland von Borussia Dortmund nach seiner Auswechslung gegen den VfL Wolfsburg

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Dabei war zuvor durchaus in Ansätzen zu erkennen, was den Stürmer so wichtig macht für das Spiel des BVB.
Der Norweger brachte Strafraumpräsenz und Tiefenläufe ins Spiel, hatte zwei brandgefährliche Abschlüsse, die Koen Casteels im Tor der Wölfe glänzend parierte. Insgesamt kam Haaland auf den Topwert von vier Torabschlüssen, von denen drei auf den Kasten gingen.
Auch wenn Dortmunds Toptorjäger (zehn Saisontore) heute menschelte: Einen Schub gab die pure Anwesenheit des Angreifers der Mannschaft trotzdem - auf mentaler Ebene.

3. Sancho zeigt Aufwärtstrend (zumindest statistisch)

Das sah doch endlich wieder nach Jadon Sancho aus, werden BVB-Fans zur Szene in der Nachspielzeit sagen. Der Engländer wurde von Emre Can steil über die halbrechte Seite in Richtung Wolfsburger Tor geschickt, setzte sich im Eins-gegen-eins stark gegen Paulo Otávio durch und schloss dann überlegt ins flache rechte Eck ab.
Am 14. Spieltag erzielte Sancho also sein erstes Bundesliga-Tor in der laufenden Spielzeit - das 1:0 durch Manuel Akanji hatte er per Eckball vorbereitet. Doch so überzeugend sich die Statistiken nach der Partie lesen, spielerisch tat sich der 20 Jährige über weite Strecken schwer.

Jadon Sancho

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Die Leichtigkeit ist beim gebürtigen Londoner, der in der vergangenen Bundesliga-Saison an 34 Treffern (17 Tore, 17 Vorlagen) beteiligt war, über den Sommer etwas verloren gegangen. Seit Wochen bemüht sich der Flügelspezialist darum, den Knoten zum Platzen zu bringen.
Edin Terzic jedenfalls setzt voll auf den Youngster, ließ ihn in allen drei Bundesligaspielen unter seiner Leitung über die vollen 90 Minuten ran. Gegen Wolfsburg bedankte sich Sancho mit zwei Scorerpunkten. Der nächste Schritt wäre nun, auch spielerisch wieder zu überzeugen.
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