Der VfB Stuttgart war im ersten Abschnitt deutlich überlegen. In Ballbesitz überzeugten die Schwaben mit geradlinigem Spiel nach vorne, durch das sie sich in einige gute Schusspositionen brachten. Zunächst fehlt es in diesen jedoch noch an der notwendigen Präzision im Abschluss.
Mit zunehmender Dauer näherte sich die Matarazzo-Elf dem Führungstreffer immer dichter an, der ihnen gegen passive Berliner kurz vor der Pause gelang. Borna Sosa stand in der 45. Minute in halblinker Position zum Freistoß bereit. Er gab hoch ins Strafraumzentrum, wo Saša Kalajdžić Keeper Rune Jarstein aus etwa neun Metern per Flugkopfball überwand (45.+1).
Die Hertha kam vor dem Pausentee lediglich einmal zum Abschluss - und verfehlte das Ziel dabei.
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VOR 12 STUNDEN
Zwar waren die Hausherren in den Anfangsminuten des zweiten Durchgangs das aktivere Team, doch das änderte sich relativ zügig. Der Hauptstadtklub, der nach dem Seitenwechsel zunächst weiter abwartend agierte, erhöhte nach knapp einer Stunde den Offensivdruck. Maßgeblich dafür verantwortlich war der Doppelwechsel Nemanja Radonjić und Sami Khedira für Krzysztof Piątek sowie Santiago Ascacibar. Viele zwingende Torchancen der Berliner gab es aber weiterhin nicht.
In der Schlussviertelstunde spielte sich das Geschehen großteils im Mittelfeld ab. Der VfB hielt den Gegner meist geschickt vom eigenen Strafraum entfernt - nicht so allerdings in der 82. Minute, als Joker Luca Netz nach Vorarbeit von Khedira den 1:1-Endstand markierte. Der Weltmeister von 2014 flankte aus dem rechten Halbfeld butterweich in den Sechzehner. Dort nahm Netz den Ball an sowie mit und spitzelte diesen aus kurzer Distanz an Schlussmann Gregor Kobel vorbei ein. Es war Khediras erste direkte Torbeteiligung im Hertha-Dress.

Die Stimmen:

Erik Thommy (VfB Stuttgart): "Wir gehen verdient 1:0 in Führung. In der zweiten Halbzeit hören wir dann ein bisschen auf, Fußball zu spielen, kommen nicht mehr so richtig hinten raus. Also: Waren zwei verschiedene Halbzeiten - ich denke, hinten raus geht das 1:1 in Ordnung."
Pál Dárdai (Trainer Hertha BSC): "Ich glaube, das ist die Lage, das ist die Situation. Und egal, wie du redest, egal was du machst, ich glaube, die erste Halbzeit waren sie gelähmt. Und in der Halbzeit, ich bin ganz ruhig geblieben, ganz fachliche Sachen habe ich gezeigt: So kann man nicht Fußball spielen, nur so kann man."
Luca Netz (Hertha BSC): "Die Freude ist riesig. Natürlich wäre es schöner gewesen, hätten wir jetzt noch gewonnen - hätten wir machen können. Aber ich bin echt glücklich, mein erstes Tor geschossen zu haben."

Der Tweet zum Spiel:

Netz wurde im Alter von 17 Jahren und 274 Tagen zum jüngsten Bundesliga-Torschützen in der Vereinsgeschichte von Hertha BSC.

Das fiel auf: Punktgewinn nach historischem Fehlstart

Pál Dárdais Rückkehr lief alles andere als gut. In seine zweite Amtszeit als Hertha-Chefcoach startete er mit zwei Niederlagen. Auf die Pleiten bei Eintracht Frankfurt (1:3) sowie gegen den FC Bayern München (0:1) folgte gegen die Stuttgarter der erste Punktgewinn. Der 44-jährige Ungar ist der erste BSC-Trainer seit Michael Skibbe (2012), der in seinen ersten zwei Bundesligapartien jeweils unterlag. Skibbe verlor damals bei seinem Auftakt mit der Alten Dame wettbewerbsübergreifend gar fünfmal in Serie (viermal in der Liga, einmal im DFB-Pokal). Die fünfte dieser Niederlagen war ein 0:5 in Stuttgart gegen den VfB - ebenfalls im Februar. Einen Tag nach dieser Klatsche wurde Skibbe entlassen. Doch diesmal wurden die Schwaben für Hertha BSC nicht zum Stolperstein - die Niederlagen-Serie wurde beendet.

Die Statistik: 7

Hertha BSC stellt derzeit die formschwächste Mannschaft im deutschen Fußball-Oberhaus. Der Hauptstadtklub fuhr seit sieben Begegnungen keinen Dreier mehr ein (fünf Niederlagen, zwei Unentschieden). Kein aktueller Bundesligist wartet in diesem Wettbewerb länger auf einen Sieg.
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